Man sollte es nicht für möglich halten, wie viele Zeichner ihre Comics gar nicht mehr auf Papier drucken lassen, sondern sie im Netz verbreiten. Noch unglaublicher ist, wie viele Menschen sich täglich ein Minütchen (oder mehr) Zeit nehmen, um den neuesten Comic des Tages zu genießen. Das sind nämlich, je nach Seite, manchmal mehrere Tausend. Dabei ist das "Bloggen" von Comics im Web noch recht neu: Erst 1998 führte der amerikanische Vorreiter James Kochalka einen täglichen Comicblog ein und inspirierte Weltweit Hunderttausende dazu, es ihm nachzueifern. Auch hierzulande sehen sich anscheinend viele dazu berufen.Blättert man dieses Buch durch, in dem 30 dieser Blogger Teile ihrer Arbeiten präsentieren, so wird schnell klar, Comicblogs sind eine ganz eigene Welt für sich. Für "gängige" Comicleser, die ihre Comics bisher auf Papier konsumierten, gibt es natürlich jede Menge zu entdecken. Denn nur wenige der Blogger sind einem größen Publikum der ordinären Leser bekannt. Zu diesen gehören Flix, Leo Leowald, Ivo Kircheis, Andreas Eikenroth und Wittek. Letzterer erdachte das Konzept der Anthologiereihe Panik Elektro, jeweils ein Buch unter ein Thema zu stellen, und war als "Chefredakteur" für die Ausgaben 1-6 zuständig, bevor er aus Zeitgründen passen mußte.
Panik Elektro 7 ist jetzt das erste Buch unter der Leitung von Ulf Salzmann und Johannes Kretzschmar, und sie haben ihren Job mehr als gut gemacht. Das Oberthema ist interessant, und sie scheinen sich sehr gut auszukennen. Man muß nämlich erst einmal 30 Blogger kennen, kontakten und zur Mitarbeit zu einer Buchausgabe überreden. Herausgekommen ist das bislang deutlich dickste Buch der Anthologiereihe mit fast 400 Seiten, und zwar zu einem phänomenal günstigen Preis. Es bietet einen interessanten und vielfältigen Überblick über die verschrobene Bloggerszene. Sicherlich enthält es auch Beiträge, die nicht so mein Ding sind. Aber auch dies gehört zu einem vollständigen Überblick.