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Die Aura des Satanischen, die man dem Miles dieser Periode permanent zuschreibt, ist auf PANGAEA weit weniger spürbar als auf dem zehn Monate früher entstandenen DARK MAGUS. Der erste Titel, ZIMBABWE, ist weitgehend der knallharte, funkige Groove, mit dem man den Miles von 1973-75 hauptsächlich assoziiert: der "Hi-Hat-Killer" Al Foster ist in voller Aktion, Michael Henderson erdet die Band mit fetten Baßlinien, und vor allem Reggie Lucas sorgt für messerscharfe Gitarrensounds. Auch die Hochpräzisions-Breaks und Tempowechsel, die der Meister mit einem Wink ankündigte, sind hier oft zu hören. Eine deutliche Auflockerung ist allerdings Sonny Fortune, dessen Saxophonsoli viel heiterer und strahlender wirken als die dunklen, exotischen Statements seines Vorgängers Liebmann. Miles selbst bearbeitet seine Tröte durchgehend mit Wah-Wah-Pedal, was aber der Schönheit seiner Melodien keinen Abbruch tut, wie es Puristen immer wieder behaupten.
GONDWANA schließlich ist ziemlich überraschend, wenn man sich vorher an DARK MAGUS gewöhnt hat. Am Anfang stehen melodische Flötenklänge (Fortune) nebst viel Percussion (Mtume und Pete Cosey, der mit seinen "small instruments" sicher genausoviel anstellt wie mit seiner Gitarre), und die zweite Hälfte klingt anfangs bei Coseys Gitarrensolo eher nach Led Zeppelin als nach dem Haufen Teufel, den man auf DARK MAGUS oft zu hören meint; später gibt es viel gemütlichen Swing und Soli von Miles, die klingen, als wäre es erst 1955. Irgendwie ein sehr würdiger Abschied vor Miles' mehrjähriger Höllenfahrt.
Nur eins tut diesem faszinierenden und wundervollen Album Abbruch: Es ist eins der Columbia-Remasterings von um 1990 (die mit dem roten oder blauen Rahmen), und die sind oft nicht ganz so der Renner. Einerseits ist das Layout etwas ärmlich (keine Fotos und die liner notes voller Tippfehler), und außerdem ist auch der Sound relativ schwach; Kenner klagen vor allem darüber, daß man Pete Cosey bei der Neuabmischung so in den Hintergrund gedrängt hat, und das ist wirklich ein Schaden. Eine Neuauflage im Gefolge der anderen Doppel-Livealben wie AT FILLMORE, BLACK BEAUTY, LIVE-EVIL etc. wäre sehr wünschenswert.
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