...und das kommt nicht von ungefähr, denn auch hier hat "Impact Pictures", Paul W.S. Anderson`s Filmschmiede zusammen mit Constantin produziert, und Anderson, der ja nun mal Event Horizon gedreht hat, ist dabei sowieso Producer - so erklären sich einige der Ähnlichkeiten zwischen beiden weltraumbasierten Filmen.
Auf einem riesigen Raumtransporter erwachen zwei Astronauten aus dem Tiefkühlschlaf und finden sich in einer Situation vor, die ihnen und ihrem Verstand alles abverlangt. Die Energieknoten sind ausgefallen, es herrscht nahezu totale Dunkelheit. Beiden Männern fehlen grosse Teile ihrer Erinnerung. Was ist auf dem Schiff geschehen?
Payton (Dennis Quaid) versucht, seinen Kollegen Bower (Ben Foster) von seiner Kontrollkonsole aus durch den finsteren Bauch des Raumschiffs zu navigieren. Es stellt sich heraus, dass sich neben den beiden Astronauten auch noch andere Menschen auf dem stählernen Koloss befinden - und die kämpfen um ihr Leben. Etwas furchtbares ist passiert, und der Schrecken ist noch lange nicht vorbei, sondern wird von Wahnsinn abgelöst...
Atmosphäre, Produktions- und Schiffsdesign, ja sogar einige Kamerafahrten kommen dem geneigten Fan sehr bekannt vor, und das ist auch gut so, da Event Horizon mit zu den besten Science-Fiction-Horrorstreifen gehört, und es seit dessen Erscheinen kaum Vergleichbares mehr gegeben hat. Der deutsche Regiesseur Christian Alvart, mir schon sehr positiv mit seinem "Antikörper" aufgefallen, hat mit Pandorum einen wunderbar atmosphärischen Deepspace-Horror-Actiontrip geschaffen, der vor allem eins ist: Konsequent - und zwar in vielfältiger Form. Alvart zieht sein Ding hier durch, ohne Kompromisse - bedeutet: Hier wird nicht mit Blut gegeizt.
Für mich die neue deutsche Hoffnung, was den fantastischen Film angeht (nachdem Roland Emmerich filmisch auf scheintoter Ebene arbeitet). Alvart wird dem Genre zunächst treu bleiben, denn er ist der Regisseur, der uns den legendären "Captain Future" auf die Leinwand zaubern wird.
Pandorum ist ein über weite Strecken sehr dunkel gehaltener Film, aber dies macht einen Grossteil des Reizes und der beklemmenden Atmosphäre aus. Im Verlauf der Geschichte offenbaren sich aber immer mehr aufwändige Sets, aus dunklen Schiffsgängen werden gewaltige Hallen, ausgestattet mit vielen technischen Details und visuellen Spielereien. Die Visual Effects und CGI-Elemente sind hervorragend geworden und fügen sich sehr schön in den Film ein.
Von schauspielerischer Seite her gibt es überhaupt nichts zu meckern. Quaid und Foster sind sehr überzeugend in der Darstellung ihrer Rollen.
Besondere Erwähnung möchte ich Newcomerin Antje Traute zukommen lassen, die als Wissenschaftlerin Nadja eine bemerkenswerte starke und sexy Frauenfigur abgibt, welche dem Film zusätzlichen Auftrieb verleiht - Traute ist eine sehr attraktive (und vor allem, und das ist sehr selten - vollbusige) und begabte Schauspielerin, von der wir mit Sicherheit noch mehr hören werden. Tolle Frau!
Zur Blu-ray: Wunderbar scharfes Bild, welches unzählige Details offenbart; manchmal ist der Schwarzwert etwas schwächer, was daran liegen mag, dass man offensichtlich den Film in extrem dunklen Szenen etwas aufgehellt hat. Tut der visuellen Präsentation aber keinen grossen Abbruch. Kompressionsartefakte / Banding sind mir nicht aufgefallen. Ein feines Filmkorn ist vorhanden, was "Pandorum" eine schöne Textur verleiht. Soundmässig: Von aggressiv, brachial bis hin zu sehr nuancenhaften Hintergundsoundeffekten, alles sehr klar und differenziert abgemischt. Sehr schön geworden, in beiden Sprachversionen.
Extramässig bietet die Scheibe zwei Audiokommentare (deutsch/englisch) von Alvart, ein recht zweckmässiges Making-Of, eine ganze Reihe teils wirklich interessanter Deleted / Extended Scenes, sowie Interviews, Behind the Scenes und Bildergalerien.
Fazit: Ein grandioser Sci-Fi-Horror-Höllentrip, visuell beeindruckend und atmosphärisch extrem dicht. Die Blu-ray-Umsetzung ist ausserordentlich gut gelungen. Klare Kaufempfehlung. Hoffentlich erhält Pandorum auf dem Heimsektor nun die Exposure, die er leider nicht im Kino erhalten hat, wie auch schon Event Horizon, der erst auf DVD zum Sleeper-Hit geworden ist.