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Pandora im Kongo
 
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Pandora im Kongo [Gebundene Ausgabe]

Albert Sánchez Pinol , Charlotte Frei
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (31 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt; Auflage: 1., Aufl. (19. Juli 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100616030
  • ISBN-13: 978-3100616036
  • Originaltitel: Pandora al Congo
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (31 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 230.667 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Albert Sánchez Piñol
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Albert Sánchez Piñol ist ein merkwürdiger Autor. Wie sehr sich der hochgelobte Katalane als existenzieller Grenzgänger im Stile des großen Joseph Conrad begreift, war schon in seinem Erstling, Im Rausch der Stille, mit Händen zu greifen. Dass Piñol der stillen Spracherhabenheit seines Vorbilds jedoch nicht zu trauen scheint und statt tiefem Seelendschungel lieber auf den Auftritt von Monstrositäten à la Stephen King setzt, verstörte nicht wenige Leser. „Pandora“, das sich wie eine Doublette des „Rausches“ ausnimmt, macht da keine Ausnahme. Verschlug es damals zwei Männer auf eine abgelegene Insel, wo sich Mensch und glibbrige Amphibienwesen irritierend nahe kamen, so siedelt Piñol sein neuestes Werk gleich in jenem literarischen Quellgebiet an, das Conrad als „Herz der Finsternis“ unsterblich gemacht hat: dem Kongo. Doch gehts auch hier sehr bald wieder unterirdisch zu!

Zu Anfang versucht der Autor noch, den Leser durchaus stimmungsvoll mit einer Buch-im-Buch-im-Buch-Verwirrstrategie aufs Glatteis zu führen. Tommy Thomson, ehemaliger Ghostwriter des erfolgreichen Groschenroman-Autors Dr. Luther Flag, erinnert sich am Ende seines Lebens an jene Geschichte, die sich am Vorabend des Ersten Weltkriegs zugetragen hatte. Ein windiger Anwalt hatte ihm damals den Auftrag erteilt, die Lebensgeschichte eines gewissen Marcus Garvey niederzuschreiben. Garvey stand im Verdacht, seine Arbeitgeber, die beiden aristokratischen Kongoeroberer Richard und William Cravers im Dschungel getötet zu haben. Der lange Treck, die bis aufs Blut gequälten Träger, die Lichtung mit ihrem verheißungsvollen Goldschatz, die sadistischen Brüder als düstere Symbole einer menschenverachtenden Kolonialzeit. Sehr stimmungsvoll, das Ganze. Dann aber!

Die fast schon gewohnte Piñol-Volte: Aus einem Erdloch in der frisch ausgehobenen Goldgrube hüpft ein engerlinghaft schneeweißes Wesen. Gestatten, Herr Tekton. Bewohner des Tiefgeschoßes! Extrem unfreundlich! Wenig später gesellt sich Amgam, ein weibliches telleräugiges Zwei-Meter-Gegenstück hinzu, um die (weißen!) Expeditionsteilnehmer erotisch zu unterweisen. Dem Leser schwant – wo zwei sind, müssen noch mehr sein! Schon im „Rausch“ ließen solche Momente literarisch anspruchsvollere Gemüter eher zusammenzucken, sich gar im falschen Film wähnen. Ade, oh Land des großen Joseph C.. Herbei, ihr Herren Spielberg, Wells, Verne & Co. Herbei, ihr filmischen Versatzstücke von unterirdischen Großreichen und kosmisch kruden Kriegs-, Lebens- und Liebesweisheiten. So sehen wir betroffen, dass wir erneut feststellen dürfen: Albert Sánchez Piñol ist ein merkwürdiger Autor. -- Ravi Unger

Pressestimmen

"Ein literarisches Glanzstück." (Hannoversche Allgemeine)

"Ein dunkel leuchtendes Juwel, eine rauschhafte Obsession, ein fantastisches Meisterwerk." (Handelszeitung Zürich)

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Kundenrezensionen

31 Rezensionen
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wunderbar beklemmend, 12. Dezember 2007
Von 
Daniel Schnock (Arnsberg, Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Pandora im Kongo (Gebundene Ausgabe)
Nachdem ich schon von "Im Rausch der Stille" total begeistert war, habe ich nicht lange gezögert mir das zweite Meisterwerk von Sanchez Pinol zu gönnen - und es ist wirklich wieder ein Meisterwerk geworden. Fast doppelt so dick wie der erste Roman geht es nun auf eine Reise in den unergründlichen Dschungel des Kongo und hinab in die Abgründe der Erde - und natürlich auch in die Abgründe menschlichen Handelns.

Mehr nicht zur Geschichte, eine Einführung ist hier ja bereits zu finden.

Alle Personen werden wieder unheimlich kontrastreich und feinfühlig gezeichnet, Sanchez Pinol nimmt kein Blatt vor den Mund noch ist irgendeine Eigenschaft zu skurril für seine Charaktere, was wieder einmal den Roman sehr dicht macht. Jede Figur hat seine eigene Geschichte und all diese Geschichten kommen nicht zu kurz, vor allem nicht jene der beiden Hauptfiguren Thomson und Garvey. Beide sind letztlich tragisch, aber gleichzeitig komisch und ergänzen sich an vielen Stellen, logisch, da beide ja aufeinander treffen. Hierbei prallen immer wieder Gegenwart und Vergangenheit aufeinander, da sozusagen eine Geschichte in der Geschichte erzählt wird. Doch das ist wunderbar gelöst, da Thomson quasi als auktorialer Erzähler den Leser dabei an die Hand und somit mit sich nimmt. Witzig und interessant sind immer wieder seine Anmerkungen zu den Geschehnissen im Kongo, aber auch zur Lebensgeschichte von Garvey.

Das mag jetzt hier auf den ersten Blick ein wenig verstrickt und unlogisch anmuten, ist aber unheimlich flüssiger und voller Roman! Wer den ersten Roman schon verschlungen hat, sollte hier nicht zögern. Der Roman ist wieder einmal wunderbar beklemmend gelungen und zieht einen förmlich in die Geschichte. Natürlich ist die Geschichte zuweilen arg skurril, trifft unbewusst, oder gerade deswegen, aber so genau den Nerv des Lesers und macht Lust auf mehr.

Ein düsteres und trotzdem gewitztes Buch, dessen Geschichte bis zur letzten Silbe fesselt!
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Pandora, gescheitert..., 4. Juni 2008
Von 
Roland Freisitzer "freisitzer" (Vienna, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Pandora im Kongo (Gebundene Ausgabe)
Vorweg, Albert Sánchez Pinol ist ein äusserst interessanter Schriftsteller. Ich fand sein Buch "Rausch der Stille" (trotz Froschmenschen) einfach grandios (habe es auch mit euphorischen 5 Sternen rezensiert). Ich sah in "Rausch der Stille" einen parabelhaften Sinn hinter diesen Fabel-Figuren, die meiner Meinung nach als Symbol für das "Anderssein" per se gelten. Nun "Pandora im Kongo"... Man liest gespannt, Pinol kann schreiben, und wie! Doch dann beginnen gewollt "witzige" Szenen zu überwiegen. Die Szenen mit der panzerlosen Schildkröte sind furchtbar peinlich überzeichnet und wirklich aus tiefster Groschenromanschublade. Dann die Tektoner... die waren mir dann doch zu viel des Guten. Ehrlich gesagt, hatte ich sehr oft Lust, dieses Buch nicht bis zum Ende fertig zu lesen. Habe ich aber, aus drei Gründen: a) weil A. S. Pinol wirklich flüssig schreibt und die Lektüre daher keine Mühen macht und b) weil ich hoffte, doch noch einen Sinn in diesem Buch zu finden und c) weil ich ungern ein Buch aufgebe, speziell da mir das erste Buch dieses Autors wirklich gut gefallen hat. Ich hoffe, Albert Sánchez Pinol geht für sein nächstes Buch einen neuen Weg. Deshalb auch die drei Sterne...
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Wahrheit in der Literatur, 24. November 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Pandora im Kongo (Gebundene Ausgabe)
Wird etwas wahr, nur weil man es aufschreibt?

Ein wunderbares Buch! "Im Rausch der Stille" war düster, mysteriös. "Pandora im Kongo" beginnt viel leichter, spinnt aber schon früh seinen Spannungsbogen. Pandora ist eine Geschichte in der Geschichte in der Geschichte. 60 Jahre nach seinem Buch und den Geschehnissen rekapituliert der Autor das Geschriebene mit seinem neues Wissen noch einmal.

Witzig fand ich, wie Thomsons Chef das Werk so völlig anderes interpretierte als der Autor selber Grinsen . Erinnerte mich an Interpretationen in meiner Schulzeit.

Ich fand die Grundidee sehr interessant, vor allem für uns Leser und alle Schreiberlinge. Das Wunschdenken hinter der Wahrheit, das unbewußte Verfälschen der Wahrheit, der Glaube an das was man Glauben möchte.

Für alle, die von den fremden Wesen im "Rausch der Stille" irritiert waren, hier haben sie ihren "Sinn" bekommen. Einiges während der Erzählung ist mir auch merkwürdig aufgefallen, aber der Twist zum Schluß bringt alles wieder ins Lot.

Gefallen hat mir auch der leichte Humor im Buch. Ob es die Grabenkämpfe Thomsons mit der panzerlosen Schildkröte Marie Antoinettes waren oder welche seltsame Idee und Berechnung letztendlich den gedanklichen Stein ins Rollen brachten bei Thomson.

Ein schöner, unterhaltsamer und doch ein wenig nachdenklich machender Roman!
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