Wenn Douglas Preston und Tess Gerritsen das Buch eines Arztes empfehlen, der selbst an der Bekämpfung von SARS beteiligt war liegt man nicht falsch, hinter dessen Titel Pandemie auch einen Medizin-Thriller zu vermuten, der durchaus auf realistischen Szenarien basiert.
Als in der entlegenen chinesischen Provinz das unvermeidliche geschieht und ein neuer Virenstamm entsteht, der zur kommenden Supergrippe werden und die gesamte Welt heimsuchen könnte, wird die WHO schnell eingeschaltet und Maßnahmen ergriffen. Doch als die WHO-Spezialisten unter der Führung des Virologen Dr. Noah Haldane endlich eintreffen ist es bereits zu spät. Trotz umfassender Schutzmaßnahmen konnte der Virus entkommen, vorwiegend jedoch aufgrund der Bemühungen der islamistischen "Bruderschaft einer Nation", welche zwei Märtyrer mit ihm infiziert und in Sicherheit gebracht hat. Während die Augen auf China gerichtet sind hat sich der Führer der Bruderschaft, der ägyptische Medienzar Hazzir Kabaal in Somalia verschanzt und ein Laboratorium eingerichtet um von dort aus seine Selbstmordinkubatoren in die ganze Welt zu entsenden, so dass schon bald auch London und Hongkong zum Fall für den Katastrophenschutz werden...
So sehr der Autor auch erfahrener Fachmann sein mag, so wenig ist er routinierter Autor und so macht Daniel Kalla gleich eine ganze Reihe von unlogischen Fehlern, die zum Teil im völlig irrationalen Handeln der Charaktere zu finden sind (eine Pandemie würde auch islamische Länder nicht aussparen und die Terroristen besitzen kein Heilmittel für wahre Gläubige). Doch die erste Überraschung findet sich gleich am Anfang des Werkes, wo 2 Terroristen rein zufällig gerade zum richtigen Zeitpunkt in einer nordchinesischen Provinz ankommen als dort ein neuer tödlicher Grippevirus entsteht. Man nähme an so etwas wäre unvorhersehbar und daher unlogisch, aber als Autor ist Daniel Kalla Gott bzw. Allah und scheint seinen Charakteren wohl unter dem Deckmantel stilistischer Freiheiten eine göttliche Eingebung geschenkt zu haben.
Insgesamt wirkt Pandemie wie ein missglückter Debütroman, bei dem es allerdings überrascht dass der Autor auf ihn eine handvoll weitere Bücher schreiben durfte. Vielleicht sind diese besser, aber der Erstling hätte aufgrund seiner Kinderkrankheiten wie dem tristen Schwarz-Weiß-Sternenbanner-Schema, den sehr eindimensionalen Charakteren und typischen B-Movie-Klischees wohl doch lieber in der Schreibtischschublade bleiben sollen. Mancher Debüt-Roman kann wirklich sehr vielversprechend sein, doch Daniel Kallas Pandemie ist keiner von diesen, woran auch die "großzügigen" Worte seiner Förderer nichts ändern können.
Fazit:
Schade um die Zeit, ein Debütroman auf den man lieber verzichten sollte.