Diese Rezension soll in erster Linie die Unterschiede zwischen den aktuellen Panasonic Plasma GT30- und den VT30-Modellen verdeutlichen und ihre Vor- und Nachteile aus meiner Sicht schildern, was vielleicht für den einen oder anderen, der sich zwischen beiden entscheiden möchte - oder überlegt, ob ein solcher Geräte-Typ überhaupt in Frage kommt -, hilfreich sein kann, denn obwohl beide Serien aus derselben Geräte-Generation stammen, gibt es einen doch erheblichen Preis-Unterschied.
Ich konnte eine Woche lang den intensiv den TX-P50VT30E testen und entschied mich danach für den TX-P50GT30E, was aber nicht für jeden Interessenten die richtige Wahl sein muss.
All das soll jetzt keine technisch-detaillierte Analyse zu Schwarzwerten, Farbtemperatur-Einstellungen usw. sein, sondern lediglich mein subjektiver Eindruck von der Bild-Qualität und den Geräten an sich.
Hinweis: Auf beiden Geräten spielte ich die (inoffizielle) Firmware 1520 bzw. 1313 auf, um dem vielgenannten Floating-Brightness-Bug (weitestgehend) zu entgehen.
Die Floating Brightness war nach den Firmware-Updates im "Normal"-Bildmodus noch merkbar vorhanden, in den "THX"- und "Professionell"-Modi habe ich sie nie gesehen.
Grundsätzlich steht ein potentieller Käufer natürlich zunächst vor der Wahl zwischen den drei Geräte-Typen LCD, LED (hier noch die Unterscheidung: Edge-LED oder Full-LED) oder Plasma.
An anderer Stelle wird ausführlich von versierteren Spezialisten auf die Unterschiede der Typen detailliert eingegangen, aus meiner Perspektive nur soviel:
Vor den VT30/GT30-TVs war ich drei Jahre lang zufriedener Panasonic-LCD-TV-Nutzer.
LCD- und LED-Fernseher haben grundsätzlich ein helleres und "bunteres" Bild als Plasma-TVs, wobei die LED-Modelle zugleich den niedrigsten Energieverbrauch aller drei Grundtypen bieten.
Ich habe mich allerdings für Plasma entschieden, weil das Bild hier meines Erachtens homogener und authentischer die Realität und das Kino-Feeling vermittelt und "schönere" Farben zeigt.
Sowohl der VT30, als auch der GT30 bieten ein leuchtstarkes, farbenfrohes und kontrastreiches Bild, das allerdings nur nach einer Einfahrzeit von ca. 100 Stunden und bei (zumindest leicht) abgedunkelter Umgebung seine volle Pracht entfalten kann. Meine bisherigen Erfahrungen mit anderen Fernsehern (auch unterschiedlicher Hersteller) verstärkten in mir den Eindruck, dass die Plasma-Technologie insbesondere bei dem für mich aufgrund von Blu-ray-Wiedergabe sehr wichtigen 24p-Modus einen bedeutend "flüssigeren" und stabileren Filmgenuss liefert, an den LED/LCD für mich bisher nicht herankommt.
Nun zu dem detaillierten Vergleich bzw. den Rezensionen:
1. Design:
Der sofort auffällige Hauptunterschied zwischen beiden Geräten ist die beim VT30 verwendete One-Sheet-Glasscheibe bzw. das Fehlen derselben beim GT30, der stattdessen rund um das Panel einen kleinen silbernen Rahmen auf dem Gehäuse aufweist.
Rein designtechnisch gefällt mir das Aussehen des VT30 etwas besser als das des GT30. Die Scheibe wirkt etwas edler und hochwertiger, wobei die silberne Einrahmung (die beim Schauen insbesondere im abgedunkelten Raum nicht sichtbar ist) auch eine hübsche Idee ist, die den GT30 aus dem üblichen TV-Einerlei heraushebt.
2. Spiegelungen:
Die ansprechend aussehende Glasscheibe beim VT30 ist deutlich spiegelanfälliger als das "nackte" Panel des GT30.
Wer auch bei Tageslicht schauen möchte oder beim Filmeschauen eine dezente Hintergrundbeleuchtung verwendet, wird mit dem VT30 vermutlich nicht richtig glücklich.
Selbst im komplett abgedunkelten Raum kann sich durch die Eigen-Beleuchtung des Panels bereits eine helle Kleidung des Betrachters im VT30 spiegeln.
Dies ist beim GT30 bedeutend geringer ausgeprägt, was für mich persönlich auch den Ausschlag gegeben hat, mich für den GT30 zu entscheiden.
3. Bild-Qualität:
Häufig wird behauptet, dass der VT30 ein besseres Bild, einen besseren Schwarzwert usw. haben muss. Deshalb ist er ja auch teurer.
Um ehrlich zu sein, kann ich diese Ansicht nicht teilen.
Wer Wert auf eine allumfassende professionelle IRE-Kalibrierung legt, muss zum VT30 greifen, denn die entsprechenden Optionen fehlen im Bild-Menü des GT30.
Mit Ausnahme der IRE-Einstellungen hat der GT30 ansonsten vollkommen identische Optionen im Bild-Menü, einschließlich normaler Farbe, Kontrast, Helligkeit, aber auch Weißabgleich, Farbabgleich und Gamma.
Für den Normal-Nutzer ergeben sich dadurch meines Erachtens mehr als genug Möglichkeiten, das Bild an die persönlichen Vorlieben anzupassen (die meisten werden sich eh auf Helligkeit, Kontrast und Farbe beschränken).
Kurioserweise erscheint mir das Bild in den unveränderten "Professionell"-Einstellungen auf dem GT30 bedeutend harmonischer und stimmiger, als ich es beim VT30 in unzähligen Versuchen mit Weiß- und Farbabgleich und Gamma je hinbekommen hatte. Der VT30 hatte einen Hang zu den für mich zu "warmen" Gelb- und Grüntönen, was so auf dem GT30 nicht vorhanden ist. Dies mag nun an speziell meinem VT30 gelegen haben, lässt sich aber nicht leugnen.
Ich finde die Bild-Qualität des GT30 jedenfalls hervorragend und filmauthentisch (IFC deaktiviert!).
Die native 24p-Wiedergabe (ohne 24p Smooth Film) ist bei beiden Modellen phänomenal. Eine solche plastische Bildruhe habe ich noch nie gesehen.
Das gleiche gilt für die 3D-Nutzung, wobei ich hier zugeben muss, dass die Passiv-3D-Technologie anderer Hersteller (z.B. LG und Philips) hier leichtere und um ein Vielfaches günstigere Brillen und ein helleres, absolut flimmerfreies Bild ermöglicht, wobei der eigentliche 3D-Effekt bei den Panasonic-Plasmas etwas stärker ausgeprägt scheint und zudem in echtem Full-HD erfolgt.
Für den 3D-Betrieb empfehle ich persönlich die Original-Panasonic-3D-Brillen des Typs TY-EW3D10E. Weshalb, steht in meiner dortigen ausführlichen Rezension zu lesen.
4. Ton-Qualität:
Die TV-Lautsprecher kommen bei mir ausschließlich im Kabel-Tuner-Modus zum Einsatz. In allen anderen Situationen nutze ich eine Surround-Anlage von Onkyo/Teufel.
Ich konnte hier keinen relevanten Unterschied zwischen dem VT30 und dem GT30 feststellen. Vielleicht hat der VT30 bei höheren Lautstärken einen etwas kräftigeren Bass, aber beschwören kann ich das nicht.
5. Panel-Surren / Lüfter-Lautstärke:
Mein subjektiver Eindruck ist, dass das Panel-Surren beim GT30 etwas stärker hörbar ist. Ohne Ton lässt es sich aus 3,5m noch deutlich ausmachen, insbesondere bei hellem/weißen Bild. Beim VT30 war es nicht so deutlich.
Möglicherweise sorgt hier die zusätzliche Glasscheibe für etwas Dämmung nach vorne zum Betrachter hin.
Die Lüfter sind zumindest bei meinem GT30 ebenfalls stärker hörbar, als dies beim VT30 der Fall war. Es scheint, als würde einer der drei Lüfter etwas unrund laufen.
Sobald aber der normale Filmton an ist (auch bei etwas leiseren, aber nicht völlig stummen Sequenzen), stören weder das Panel-Surren, noch die Lüfter den Filmgenuss.
7. Kabel-Tuner-Qualität:
In dieser Disziplin gibt es einen eindeutigen Punkt-Sieg für meinen TechniSat DigiCorder HD K2 Receiver.
Der im GT30/VT30 verbaute Kabel-Tuner ist in Ordnung und durchaus für "normales" TV brauchbar (Nachrichten, Reportagen, Shows usw.), das Bild meines TechniSat aber deutlich knackiger, farbtreuer und schärfer. Für Filme, Serien, Sport und HD-Dokus würde ich den integrierten Tuner nicht nutzen.
8. Fernbedienung:
Die (schwarze) Fernbedienung des VT30 wirkt edel, liegt schwer in der Hand und hat gute Tasten-Druckpunkte.
Dagegen sieht die (silberne) Plastik-Fernbedienung des GT30 geradezu armselig aus und fühlt sich mit ihrem leichten Gewicht und den "schwabbeligen" Tasten (insbesondere Lautstärke und Programmwechsel) auch genau so an.
Schade, dass Panasonic hier zwischen beiden Modellen eine Unterscheidung diesbezüglich getroffen hat.
7. Ausstattung:
Das mitgelieferte Zubehör ist bei beiden Fernsehern identisch, außer dass beim VT30 eben noch zwei 3D-Brillen und der WLAN-Dongle enthalten sind, d.h. auch der VT30 hat die ausführliche Bedienungsanleitung leider nur auf CD.
Funktional, also in Bezug auf Viera-Connect usw., sind die Modelle ebenfalls gleich ausgestattet.
Fazit:
Beide Fernseher haben technisch Vor- und Nachteile.
Der VT30 kostet derzeit rund 550 EUR mehr als der GT30. Davon müssen aber noch (ungefähr) 2 x 110 EUR für die 3D-Brillen und 80 EUR für den WLAN-Dongle abgezogen werden. Bleiben unter Strich ziemlich genau 250 EUR Mehrkosten für den VT30, die einen etwas leiseren Betrieb, (meiner Meinung nach unwesentliche) zusätzliche Bild-Optionen, einer edlere Fernbedienung und den (theoretisch) besseren Klang ermöglichen, wobei der VT30 aber anfälliger für Spiegelungen ist.
Wer geräuschempfindlich ist und in einem stets abgedunkelten Raum schaut, bei dem möglichst wenig Spiegelungen auftreten können, sollte sich für den VT30 entscheiden.
Wer von "normalem" Betrieb inkl. Ton ausgeht und auf eventuelle Spiegelungen verzichten will/muss, kann durchaus den GT30 ins Auge fassen. Ich werde meinen GT30 jedenfalls behalten (die "billigere" Fernbedienung ist ja einwandfrei verwendbar).
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