Inhaltlich gibt es an dem Buch (für Anfänger) wenig auszusetzen, von vermeidbaren Schnitzern wie der in einer anderen Rezension bereits erwähnten Verwechslung zwischen linearen und zirkularen Polfiltern (S. 155) abgesehen. Gut beschreiben ließe sich das Buch als "Einführung in Fototechnik und -gestaltung anhand der Möglichkeiten der Panasonic Lumix G1".
Obwohl das Buch mit seinem Hardcover und der vielzahl farbiger Gestaltungselemente "wertig" daherkommt, habe ich mich insgesamt doch sehr über die Aufmachung geärgert. Das Buch wirkt so als hätte da jemand im Verlag gesagt: "Das Ding muss diesen Monat noch erscheinen, außerdem müssen wir den gleichen Inhalt auf 100 Seiten weniger bringen, damit die Herstellungskosten sinken". Der Grund für meine Einschätzung liegt in folgenden Punkten begründet:
1. Viele der Beispielfotos sind viel zu klein. Wie soll man z.B. auf einer Aufnahme von 3,5 x 5,5 cm Größe den Schärfeverlauf eines Motivs erkennen? (S. 56).
2. Serien von Bildvarianten zur Verdeutlichung z.B. des Effekts verschiedener ISO-Werte (S. 44) zeigen zumindest im Druck keine bis nur kaum erkennbare Unterschiede. Ich habe extra mal noch jemand anderen bemüht, um sicherzustellen, dass die Unmöglichkeit der Differenzierung nicht nur an meinen eigenen Augen liegt.
3. Der Satzspiegel wurde anscheinend noch nach dem Abschluss der inhaltlichen Arbeiten verändert - was teilweise zu den Leser verwirrenden Unsinn führt. Auf S. 64 wird z.B. auf eine linke und eine rechte Abbildung verwiesen - diese sind aber untereinander angeordnet.
4. Selbst bei ausreichender Größe der Einzelabbildungen (S. 92/93) lassen sich (wegen mangelnder Druckqualität?) die Unterschiede zwischen verschiedenen Varianten kaum ausmachen.
5. Dem Lektor sollte eigentlich nicht entgehen, dass in einem farblich abgesetzten Kasten ("Tipp") exakt der gleiche Text steht wie unmittelbar im Fließtext direkt darunter (S. 139).
Mein persönliches Fazit: Die Kamera und auch die Autorin hätten seitens des Verlages wahrlich eine professionellere Betreuung und Buchherstellung verdient. Mein eigener Ärger über dieses verlagsseitig leider nur hingeschluderte Werk wäre sicher noch größer gewesen, hätte ich den vollen Verlagspreis gezahlt und nicht über den Marketplace eine gebrauchte Ausgabe bekommen. Aber die genannten Mängel ließen sich in einer nächsten Auflage mit etwas mehr Sorgfalt leicht beheben. Und vielleicht lohnt sich eine zweite Auflage ja sogar, denn noch ist dieses Buch in seinem Zuschnitt auf die G1 ja konkurrenzlos.