Nach längerem hin und her habe ich mich nun entschlossen, einen HD-CamCorder zu kaufen.
Meine Situation, ich besitze mit dem Panasonic NV-GS150 bereits einen sehr guten CamCorder. Dieser liefert mit seinem 3CCD-Chip Aufnahmesystem wirklich sehr gute Videobilder. Aber es sollte nun endlich ein HD-Modell sein und ich wollte von den miniDV Kassetten weg.
Allerdings suchte ich einige Ausstattungsmerkmale bei HD-Cams entweder vergeblich oder diese finden sich erst in Preisklassen, die mir dann doch etwas zu abgehoben sind. So hätte ich gerne, wie bei der 'alten', einen Anschluss für ein externes Richtmikrofon inkl. Einem Aufsteckschuh auf der Kamera. Leider wird dieses Feature, früher in der Mittelklasse eigentlich selbstverständlich, offensichtlich heute von allen mir bekannten Herstellern - außer bei den Spitzenmodellen - nicht mehr angeboten. Ein Umstand, der leider auch bei der HDC-SD40EG zutrifft. Dieses Manko und die Tatsache, dass man es immer noch nicht hinbekommen hat, einem CamCorder beizubringen einigermaßen brauchbare Fotos einzufangen, sind für mich Grund genug, einen Stern abzuziehen. Dies sind aber eigentlich schon die einzigen echten Kritikpunkte, die ich vorbringen kann...
Selbstverständlich erreicht die Video-Qualität nicht ganz das Niveau einer 3-Chipkamera. Wer da das letzte Quäntchen herausholen möchte, muss zur HDC-SD800EG greifen - der derzeit preiswerteste 3CMOS CamCorder - und wird dann mit noch etwas natürlicheren Farben belohnt. Auch dürfte die Bildqualität bei schwächerem Licht bei 3-Chip Cams noch etwas besser sein. Die 1-Chip HDC-SD40EG steigt da doch relativ schnell aus, das Bild leidet unter sichtbarem Rauschen. Der zuschaltbare LED-Scheinwerfer ist nur bei relativ geringer Entfernung zum Motiv ein gewisser Behelf, immerhin.
Bei gutem Licht und da kann es auch durchaus bewölkt sein, ist die Aufnahmequalität aber sehr zufriedenstellend. Leichte Kompressionsartefakte sind aber auch bei der höchsten Qualitätseinstellung nicht zu vermeiden. Das bewegt sich m.E. aber alles noch auf durchaus akzeptablem Niveau. Die Kamera bietet bei der besten Qualität eine Datenrate von 17Mb/s, Geräte der Oberklasse lassen bis zu 24 Mb/s zu. Der automatische Weißabgleich arbeitet nach den ersten Tests sehr gut und liefert natürliche Farben, nicht zu bunt und auch nicht zu blass. Die Kamera erlaubt in 1080i50 drei Kompressionseinstellungen ([HA]17, [HG]13, [HX]9 Mb/s) im Format AVCHD. Ein PAL-Modus oder eine Aufnahme in 720p50 ist leider nicht möglich. In der höchsten Qualität (HA) passen etwa 1h:6m Spielzeit auf einen 8 GB-Chip. Das ist ganz ordentlich. Chips bis 64 GB sind derzeit möglich, wobei SDHC und SDHX Chips unterstützt werden. Es ist zu empfehlen, relativ schnelle SD-Speicher zu verwenden, mindestens Class 6. Einen eingebauten Speicher besitzt die Kamera nicht, auch wird keine SD-Card mitgeliefert. Der Speicher muss also zusätzlich ins Budget mit eingerechnet werden!
Sehr angenehm bei dieser Cam finde ich die einfache und intuitive Bedienung. Da kommt jeder mit zurecht, der schon mal einen CamCorder in der Hand hatte. Und mit dem Vollautomatikmodus (intelligenter Automatikmodus) macht man unter normalen Bedingungen bereits sehr zufriedenstellende Videos. Blende und Verschlusszeit, sowie Weißabgleich und Focus funktionieren vollautomatisch. Vor allem der Autofocus arbeitet sehr schnell und sehr präzise. Eine Gesichtserkennung ist ebenfalls vorhanden.
Für schwierigere Aufnahmebedingungen kann man unter 4 weiteren Programmen wählen: Porträt, Landschaft, Spotlight und Dämmerungslicht. Die bildrelevanten Parameter werden dann entsprechend den Anforderungen optimiert von der Automatik gesteuert. Zusätzlich gibt es noch den (voll) manuellen Aufnahmebetrieb. Hier können Weißabgleich, Verschlusszeit, Blende und Focus manuell gesteuert werden. Auch der Pegel des Tons kann, falls gewünscht, manuell ausgesteuert werden. So hat man, wenn man es braucht, alles selber in der Hand.
Das Objektiv mit einer hohen Lichtstärke (1:1,8) leistet gute Arbeit. Der Zoom (16,8 fach optisch) ist vollkommen ausreichend. Leider gibt es kein Weitwinkel, den könnte man hin und wieder gebrauchen. Einen Digitalen Zoom (50 oder 2000 fach) gibt es noch oben drauf, dessen Nutzung verbietet sich aber eigentlich, deshalb ist er im Menü abschaltbar.
Der sehr wirksame optische Bildstabilisator (OiS) rundet das Ausstattungspaket ab.
Leichte Kritik fängt sich das LC-Display (2,7") ein. Es könnte etwas größer sein und die relativ geringe Auflösung (230.400 Pixel) ist etwas mager. Hier hat wohl der Rotstift zugeschlagen. Immerhin, es macht nicht wirklich Probleme, man gewöhnt sich schnell daran und hell und kontraststark ist es auch. Auf einen Touch-Screen hat man verzichtet, was ich persönlich sehr angenehm finde, ich hasse Displays mit Fettfingerabdruck! Gesteuert wird alles über ein Navigationskreuz und zwei weiteren Tasten (Menü, Enter) direkt neben dem Bildschirm.
Da die Kamera sehr klein und leicht ist (passt in jede Jackentasche!) und auch der mitgelieferte Akku schon Saft für mehr als 2 Stunden liefert (größere Akkus bieten locker das Doppelte), kann man die Kamera praktisch überall mit hinnehmen. Ein weiterer Vorteil, den ich von meiner alten NV-GS150 nicht gewohnt gewesen war.
Unter dem Strich ist der Preis von deutlich unter 300 Euro äußerst günstig und macht die Kamera zu einem echten Schnäppchen. Wer keine semiprofessionellen Ansprüche hat, kommt mit ihr gut zurecht. Anspruchsvollere Filmer sollten zu einem 3CMOS CamCorder bzw. zu Geräten mit einer möglichen Datenrate von bis zu 24 Mb/s greifen. Diese kosten dann aber locker das 2- bis 3-Fache.
Vorteile:
- insgesamt gute und natürlich wirkende Videoqualität
- viele manuelle Einstell- und Eingriffsmöglichkeiten
- auch im Vollautomatikmodus sofort ordentliche Qualität
- sehr schneller und präziser Autofocus
- präzise Automatikbelichtung
- keine unschönen Nebengeräusche (z.B. durch Zoommotor) auf der Aufnahme
- optischer Bildstabilisator (OiS) gegen Verwacklung, natürlich abschaltbar
- extrem klein und handlich
- insgesamt ordentliche Verarbeitung
- gute Betriebszeit schon mit Standardakku
- mitgeliefertes Schnitt- und Bildbearbeitungsprogramm für den Einstieg gut brauchbar und recht einfach zu bedienen
- sehr gute Bedienungsanleitung gedruckt und als PDF auf CD
Nachteile:
- bei wenig Licht starkes Rauschen
- kein Weitwinkel
- Standbilder (Fotos) praktisch unbrauchbar
- kein Anschluss für ein externes Mikrofon
- kein Speicher mitgeliefert
- nur Aufnahme in 1080i50 (AVCHD) mit maximal 17 Mb/s und im Apple Format iFrame möglich