Ganz klar war es den Kameraherstellern ja anfänglich nicht, ob die potentiellen Kunden der neuen, handlichen Systemkameras von den Spiegelreflexanhängern, die weniger schleppen wollen kommen oder von den Aufsteigern aus dem Kompaktkamerabereich. Die Kundenanalyse nach der Markteinführung zeigte wohl, dass sich mehr die Aufsteiger aus dem Kompaktbereich angesprochen fühlten. Und so wurden die Nachfolgemodelle der ersten Systemkameras mit immer weniger Knöpfen und Rädchen versehen, zum Kummer jener, die -wie ich als Nikon-Spiegelreflexanhänger- nur selten ins Menü ausweichen mußte. Doch die ersten Tests machten mich neugierig und ich griff schließlich zu, was mir als Besitzer einer GF1 mit 4 MFT-Objektiven nicht allzu schwer fiel.
Die GF3 ist bestens verarbeitet und macht einen überaus wertigen Eindruck. Die Kamera liegt sehr gut in der Hand, besonders gut mit dem hervorragenden, lichtstarken (1.7)Pancakeobjektiv mit einem Brennweitenäquivalent von 40mm. Die wenigen Bedienelemente sind gut erreichbar und -was für den Einsatz im sportlichen Bereich besonders wichtig ist - kaum unabsichtlich zu bedienen. Wer unter Zeitdruck steht, der erwischt immer noch den "iA" -Knopf, der mit seiner intelligenten Automatik in den meisten Situationen für tadellose Aufnahmen sorgt. Wenn man mehr als Automatik will, dann muss man rein ins Menü und das ist erfahrungsgemäß meist recht mühsam, zumal der Funktionsumfang ähnlich groß ist wie bei der GF1. Ich kenne allerdings keine Kamera, bei der dieses Problem so gut gelöst wurde wie bei der GF3. Die Belichtungskorrektur, den Weissabgleich, den Autofokus und den Selbstauslöser kann ich über den auch als Wippe fungierenden Drehring auf Tastendruck erreichen, weitere 10 wichtige Funktionen kann ich auf ein Quickmenü legen, das über Tastendruck oder über das berührungsempfindliche Display aufgerufen werden kann. Dieses Display ist hervorragend und macht die Bedienung der Kamera nach etwas Übung zum Vergnügen. Besonders praktisch auch der Fokussiermodus über das Display. Man tippt einfach auf das Objekt, das scharf abgebildet werden soll. Vorbildlich auch die manuelle Scharfeinstellung. Beginne ich zu fokussieren zeigt mir die Kamera einen vergrößerten Ausschnitt, drücke ich dann den Auslöser halb durch, so schaltet die Kamera auf Vollbild, um die korrekte Bildkomposition zu ermöglichen. Der kleine ausklappbare Blitz ist natürlich kein Lichtriese, mangels Blitzschuh kann man auch nichts drauflegen. Wer für seine Arbeit einen leistungsfähigen Blitz benötigt, der muss zu einem anderen Modell greifen. Da würde sich beispielsweise die neue Mini-Pen (E-PM1) von Olympus anbieten, die im gleichen Preissegment wie die GF3 liegt und neben einem Blitzschuh auch noch über einen Bildstabilisator in der Kamera verfügt. Wer über Panasonic-Micro Four Third-Objektive verfügt, die über keinen Stabilisator verfügen, der könnte zum "Fremdgehen" verleitet werden. Dabei gibt es allerdings die Tatsache zu berücksichtigen, das die Verzeichnungen und Farbsäume der Pana-Objektive in den Pana-Kameras, nicht aber in den Olypuskameras korrigiert werden.
In Summe gesehen ist die GF-3 eine sehr handliche, bedienerfreundliche Kamera, die viel Spaß macht.