Einleitend:
Welche Kamera die Beste ist - das ist müßig zu diskutieren - wenn man eine Rezension schreibt, dann sollte sie in der Liga der kompakten Systemkameras bleiben - und das tue ich hier einmal.
Es ist etwas viel Text geworden - allerdings habe ich versucht die Funktionen im Umfang zu beschreiben - das fehlte mir bisher hier in den Rezensionen im Detail.
Als Grund für die Anschaffung der Lumix G2 hatte ich mir verschiedene Vorgaben gemacht, die zu erfüllen waren. Eine Spiegelreflexkamera stand nicht zur Diskussion aufgrund der Tatsache, dass Spiegelreflexkameras der Marken Canon und Nikon etc. etwas größer und vor allem schwerer sind wurde von diesen und anderen DSLR-Kamera-Herstellern die erste Vorgabe nicht erfüllt. Das System Micro Four Thirds der G2, die ich mit dem 14-45 Kit-Pbjektiv besitze, ist kompakt und erfüllt alle Vorgaben wie folgt:
Die Vorgaben:
1.) Leicht und Kompakt
2.) Kleine Objektive
3.) Von den Möglichkeiten breit aufgestellt
4.) HDR mit Autobracketing
5.) Großer BildSensor
Die Lumix G2:
Gut verpackt in einem Karton kam die Kamera mit dem Kit-Objektiv 14-45mm an, das Objektiv mit Staubschutzdeckel am Bajonett und an der Linse und einer Gegenlichtblende ist zusätzlich mit einem stabilen Nylonbeutel als Objektivtasche versehen. Ebenfalls enthalten ist der Akku und das Ladegerät und ein Schulter/Tragegurt. Ein Staubschutzdeckel für die Kamera ohne Objektiv ist ebenfalls dabei. Eine Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen ist ebenfalls dabei - allerdings ist die Anleitung sehr erschlagend und nicht wirklich für den Einsteiger geeignet. Hier wird mit Blenden und Belichtungen und Verschlusszeiten und ungeheuer vielen Symbolen zur Erklärung in Textform gearbeitet. Für den Einsteiger empfehle ich ein Buch von Frank Späth, die "Lumix System Fotoschule"
Für den völligen Laien und für Einsteiger gibt es einen intelligentem Modus, der mit einer einzigen Taste [iA] aktiviert werden kann, der Modus erkennt automatisch das gewählte Motiv und funktioniert wirklich erstaunlich präzise. Es wird automatisch unterschieden zwischen Landschaft, Sonnenuntergang, Makro, und Gesichtern - wobei die Gesichtserkennung doppelt intelligent ist - sie unterscheidet Baby und Erwachsenen und kann sich sogar bestimmte Gesichter merken. Dieser Modus ist beeindruckend gemacht - Respekt -
Zusätzlich von Vorteil ist das schwenkbare Display, welches ein Touchscreen ist und der Sucher mit Dioptrien-Ausgleich auch für Brillenträger geeignet, der sogar automatisch das Touch-Display dunkel schaltet wenn man durch den Sucher blickt.
Das Touchdisplay kann man komplett mit dem Display zur Kamera gewandt einklappen und hat somit einen guten Schutz in der Tasche.
Für die Funktionen der Kamera gibt es fünf Einstellräder, zwei für Autofokus, eines für die Modi, eines für Serienbild und Autobracketing und eines für die Verstellung von Blende und/oder Verschlusszeit. Das hat den Vorteil, dass man ohne das Menü zu besuchen schnelle Einstellungen vornehmen kann
Der Akku hat eine gute Kapazität und damit habe ich im Schnitt eine Foto-ausbeute von etwa 650 Bildern.
Funktionen Modi:
Wer es gerne ohne Automatik versuchen möchte, der kann die verschiedenen Modi auch selbst bestimmen:
1.) Programmautomatik wie man sie von DSLRs kennt
2.) manuelle Bestimmung von Blende mit automatisch angepasster Verschlusszeit
3.) manuelle Bestimmung von Verschlusszeit mit automatisch angepasster Blende
4.) manuelle Bestimmung von Blende und Verschlusszeit
5.) persönlich programmierbare Einstellung, die gespeichert wird
6.) Videofunktion
7.) Szenenauswahl manuell ( auswählen kann man Sonnenuntergang, Party, Baby1, Baby2, Tier, Portrait mit Hintergrundunschärfe)
8.) Nachtmodus ( auswählen kann man Portrait, Landschaft, Beleuchtung, Kreativ)
9.) Makro ( auswählen kann man Blume, Speisen, Gegenstände, Kreativ )
10.) Sport ( auswählen kann man normal, außen, innen, Kreativ )
11.) Landschaft ( auswählen kann man normal, Naturaufnahme, Architektur, Kreativ )
12.) Portrait ( auswählen kann man normal, schöne Haut, außen, innen, Kreativ )
13.) eigene Farben ( hier kann man verschiedene Farbräume einstellen wie z.B. Retro oder Exopressiv oder selbst definieren etc. )
Eine Fülle von Funktionen, die man auch zunächst einmal der [iA]-Automatik überlassen kann - also sind sowohl aus dem Karton heraus gute Ergebnisse möglich als auch durch selbst eingestellte Parameter.
Die Videofunktion ist übrigens nicht schlecht, die Videos haben eine gute Qualität - allerdings nutze ich diese Funktion sehr selten. Fotos sind meine Priorität und deshalb gehe ich auch nicht weiter auf diese Funktion ein.
Beispielvideos mit der G2 aufgenommen findet man teilweise im Internet.
Funktionen Autofokus und Blitz:
Manueller Fokus und automatischer Fokus ist einstellbar - wobei der AF mit mehreren Einstellungen möglich ist. Es gibt vier verschiedene AF-Einstellungen, die von Gesichtserkennung über Mehrfeld bis zum ganzem Bild ausreicht - sehr umfangreich und wiederum in jeweils mehreren Parametern justierbar. Zusätzlich gibt es einen Touch-Autofokus, der wirklich genial funktioniert - man tippt einfach auf das Objekt und der Autofokus folgt dem Objekt egal wohin es sich bewegt.
Der Blitz ist programmierbar, sowohl in der Helligkeit als auch in der Blitzfolge - so kann man z.B abends eine längere Belichtung mit einem Blitz zum Ende der Belichtungszeit erzeugen, den sogenannten Vorhangblitz nutzt man z.B. für Portraits mit einer Skyline als Hintergrund. Auch hier gibt es beeindruckende Einstellmöglichkeiten.
HDR und Serienbild:
Für die experimentierfreudigen Fotografen gibt es eine Funktion, die bei HDR Aufnahmen hilft - es nennt sich Autobracketing - hierbei werden von der Kamera sieben Fotos mit unterschiedlichen belichtungen aufgenommen, es gibt hierbei einen Bereich von -2 bis zu +2 Blenden. Mit den sieben Bildern kann man mit einem Programm ( z.B. Photomatix ) ein HDR-Bild erzeugen.
Serienbildfunktion von drei Bildern in Folge funktioniert ebenfalls, die Serie ist nicht auf drei Bilder beschränkt - bei Festhalten des Auslösers macht die Kamera so viele Bilder, wie man möchte - jeweils drei Bilder pro Sekunde.
Formate:
Aufgenommen werden je nach Einstellung im Format JPG und oder RAW, das bedeutet - man kann zwei Qualitätsstufen an JPG aufnehmen ( hoch und normal ) oder zwei Qualitätsstufen an JPG und gleichzeitig RAW oder nur RAW. Das ist eine tolle Funktion weil man sich so nicht entscheiden muss ob man nun RAW oder JPG nutzen muss - für Serienbildaufnahmen ist allerdings für JPG und gleichzeitig RAW eine sehr schnelle SD-Karte nötig ( Class 8 oder 10 )
Das Objektiv:
Das Objektiv ist sehr gut verarbeitet, das Bajonett ist aus Metall gefertigt. Im Praxisbetrieb zeigt sich grade mit diesem Kit-Objektiv die Lichtstärke, es ist beeindruckend lichtstark und der Autofokus ist sehr schnell, das Objektiv ist optisch stabilisiert. Hier habe ich keinerlei Verzerrungen oder ähnliches bemerkt. Mit einer zusätzlichen Nahlinse +1 Dioptrien mache ich damit sogar Makroaufnahmen im Nahbereich von etwa 6 cm. ( dazu habe ich hier Bilder veröffentlicht )
Der Einsatzbereich des Kit-Objektives ist relativ breit angelegt, man kann mit 14mm schon von einem ganz leichten Weitwinkel sprechen und zu 45mm schon leicht entfernte Objekte nah ran holen - der Einsatzbereich ist universell gedacht - Ein Teleobjektiv von 45-200 habe ich mir zusätzlich gekauft für weitere Entfernungen.
Fazit:
Eine gute Kamera mit Potenzial, die den Vergleich mit semiprofessionellen DSLRs nicht scheuen muss und kann - Es ist ein völlig anderes System - Der Vorteil liegt hier nämlich im System ansich - der Sensor, der in Verbindung mit den Objektiven angepasst und das System, was aus diesem Grunde kompakt gehalten konnte, spricht hier eine eindeutige Sprache - Kompakt mit Potenzial - und das ist sicherlich auch der Einsatzbereich dieser Kamera.
Eine DSLR für die professionelle Fotografie wird sie sicherlich nicht ersetzen - allerdings wird sie die Ergänzung dazu sein können.
Zwei professionelle Fotografen, die ich gut kenne, haben sich die G2 als schnelle Kamera zur Ergänzung des Kameraarsenals gekauft und diese beiden haben mich auch zum Kauf eben dieser Systemkamera beraten.
Zum Preis für das System gibt es sicherlich viele Standpunkte - jedoch ist der Unterschied an Auswahl an Objektiven und deren Preisen verglichen mit der DSLR-Konkurrenz nicht sehr groß - man sollte bedenken wie viel in der Micro Four Thirds-Technik der G2-Objektive steckt.
Für mich gibt es deshalb keine Grund um einen Stern abzuziehen.
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Hinzugefügt am 15.12.2010
Zur Kamera mit dem Kit-Objektiv 14-45 mm und dem Zoom-Objektiv 45-200 mm ist nach immerhin einem Monat noch ein Teleobjektiv 100-300 mm eingetroffen. Die Fotos sind allesamt scharf und haben natürliche Farben, die Kamera macht genau das, was sie soll - sie macht Spaß.
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Hinzugefügt am 03.03.2011
Um Missverständnisse zu vermeiden, ich besitze die G2 mit 14-45mm Kitobjektiv welches ein Metallbajonett hat.
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