Vor kurzem hatte ich mir die DMC-FZ 30 im Handel ausgeguckt und nach einer Woche zurückgegeben. Während mir die Bedienung trotz Verbesserungsmöglichkeiten recht gut gefiel, war ich von der Bildqualität der 30 ausgesprochen enttäuscht. Es finden sich zahlreiche lobende Kritiken über die 30 im Internet -- und einige, die meinen, in eine Kamera mit einem so hochwertigen Objektiv und einem so abgerundeten Konzept könne man unmöglich ernsthaft eine so schwache Bildqualität implementieren. Diesen Kritikern kann ich mich auf ganzer Linie anschließen. Die 30 lieferte auch bei ISO 100 in Schatten und auf Haut ein sichtbares Farbrauschen. Nicht schlimm genug, als dass man bei acht Megapixeln keine brauchbaren Bilder im Kleinformat bekäme -- aber dennoch für mich sehr enttäuschend. Subjektiv empfand ich die Bilder sowohl meiner 2-Megapixel-Casio als auch meiner Kleinbild-Spiegelreflex erheblich besser.
Nach einer Woche mit der DMC-FZ 50 kann ich sagen, dass die nun endlich verfügbare 50 in drei wichtigen Bereichen signifikante Verbesserungen gegenüber der 30 aufweist. Nach ersten detaillierten Tests der DMC-LX2 (mit dem Venus Engine 3, der auch in der DMC-FZ 50 steckt) im Vergleich zu ihrem Vorgängermodell DMC-LX1 (mit dem Venus Engine 2, der auch in der DMC-FZ 30 steckt) war ich vor allem auf die verbesserte Bildqualität der 50 gespannt.
Und da kann ich sagen, dass ich zufrieden bin. Die 50 erlaubt bei ISO 400 und ISO 800 beispielsweise für meine Zwecke mehr als brauchbare Innenraumaufnahmen ohne Blitz. Ja, mit Farbrauschen, aber das Farbrauschen steht in keinem Verhältnis zur 30. Während die 30 schon bei ISO 200 in schwarzen Flächen deutliche Farbausreißer in JPEGs hatte, sind die ISO-800-Aufnahmen mit der 50 zwar nicht rauschfrei, aber ohne allzu deutliche Ausreißer.
Ein Blick auf die Bilder im Rohformat zeigt, dass das Rauschen bei ISO 800 durchaus nicht unerheblich ist, aber anscheinend recht gut kaschiert wird. Die Rohdaten bei ISO 100 weisen eine sehr gute Qualität auf -- auch hier war die 30 deutlich unterlegen.
Anders gesagt, meine (offenbar nicht anspruchslose, dennoch nicht absolut messbare) Haltung der Bildqualität gegenüber wird von der 50 im praktischen Einsatz erfüllt und sogar leicht übertroffen.
Die zweite große Verbesserung der 50 betrifft die Verwendbarkeit eines TTL-Blitzes. Allerdings habe ich noch keine Erfahrungen damit gesammelt.
Die dritte Verbesserung betrifft die Bedienbarkeit. Das Display ist weiter schwenkbar, es sind anscheinend zusätzliche Einstellmöglichkeiten in den Programmen dazugekommen und zuvorderst: Mit einer neuen Taste lassen sich die wichtigsten Parameter des aktuell gewählten Modus flott und ohne Menüaufruf nachjustieren (Lichtempfindlichkeit, Belichtungs- und Entfernungsmessung, Weißabgleich, Auflösung, Speicherformat) -- dies war für mich die hakeligste Stelle an der Bedienung der 30.
Ein paar kleinere Verbesserungen, wie die Erhöhung von 8 auf 10 Megapixeln, sind mir in der Praxis eher nicht so wichtig.
Von der 30 geerbt hat die 50 die sympathisch lange Akkulaufzeit (laut Hersteller sogar verbessert), die fast verzögerungsfreie Aufstartzeit in den Aufnahmemodi, das hervorragend licht- und brennweitenstarke Objektiv, die fast lautlose Fokussierung, die gute Bildstabilisierung, die recht gut geratene Video-Funktionalität und die Griffigkeit.
An der 30 wurde meines Wissens nach vereinzelt kritisiert, sie sei beim Fokussieren zu langsam und beim Weißabgleich nicht zuverlässig. An der Fokussierung hat sich bei der 50 gefühlt nichts Wesentliches geändert -- es ist aber eine Kompaktkamera. Spiegelreflex-Kameras fokussieren, so weit ich das am Markt sehe, schneller, und Punkt. Wer eine schnellere Fokussierung braucht muss meines Erachtens zurzeit auf die netten Features einer Kompaktkamera verzichten und zu einer Spiegelreflex greifen. Mit dem Weißabgleich der 50 bin ich bislang zufrieden und sollte sich herausstellen, dass er gelegentlich nicht gut arbeitet, hoffe ich, dass mir das Motiv die Gelegenheit zur manuellen Korrektur gibt. ;-) Zur objektiven Beurteilung des Weißabgleichs der 50 sehe ich mich nicht in der Lage.
Meine Hauptkritikpunkte an der 50 sind die Signaltöne, die entweder unhörbar oder für mich zu laut sind -- eine zusätzliche Lautstärkestufe, oder eine leisere niedrigste EInstellung fände ich extrem hilfreich. Dennoch erhält man alle Informationen auch optisch; vielleicht muss ich mich auch nur an die entsprechenden Signalisierungen im Display gewöhnen.
Mein Fazit: Für mich gibt es derzeit keine passendere Kamera am Markt -- oder sie ist mir bei meinen umfangreichen Recherchen entgangen. Gute Bedienbarkeit, großer Spaßfaktor, tolles Objektiv, enorme Flexibilität, gute Resultate.