Mit der FZ 38 hat Panasonic bereits die 10te Evolutionsstufe der kleinen Lumix FZ Reihe, wohlgemerkt ohne FZ10/20/30/50, auf den Markt gebracht. Nachdem die FZ50 nicht mehr angeboten wird, ist nun die FZ38 die Topp Bridgekamera der Japaner. Was gibts neues fragt man sich. Wurde von Panasonic die Bridgekamera neu erfunden?
Wurde das schon Gute noch besser? Oder ist alles nur heisse Luft und ein Verkaufstrick? Mitnichten. Doch dazu später mehr.
Packen wir sie erstmal aus. Welch Überraschung, Kenner der FZ Serie wird auch die 38er auf Anhieb bekannt vorkommen. Bis auf die silberne Objektiveinfassung und die Zahl 38, ist bei der kleinen zierlichen Bridgekamera frontmässig alles beim Alten geblieben. Kurz umgedreht. Hm, gleiches Display mit 2,7". Haptisch ist ebenfalls nichts passiert und das ist gut so. Schon die Vorgängerinnen waren in Sachen Verarbeitung, Qualität der verwendeten Materialien usw. mit das Beste was es bei den Bridgekameras zu kaufen gab. Aber da, die Anordnung der Knöpfe hat sich leicht verändert. Zudem sind einige Bedienelemente farblich unterlegt. Leiderleider gibt es immer noch kein Blitzschuh für die kleine FZ. Dafür ein Stereomicro.
Nun ein Blick auf die inneren Werte. Aber auch da übt sich die Panasonic in vornehmer Zurückhaltung. Das Herzstück ist der gleiche Sensor wie in der Vorgängerin. Allerdings nimmt es die FZ38 nun mit 12,1 anstatt mit 10,7MP auf. Ein erster Grund für Skepsis. Gleich geblieben ist auch das nach Leicaart gebaute Objektiv. Mit 27mm im Weitwinkel- und 486mm im Telebereich hat es exakt den selben Brennweitenbereich wie die Vorgängerin. Die Lichtstärke ist ebenfalls gleich geblieben. Die Naheinstellgrenze, eine der großen Stärken der Kamera, blieb mit 1cm unberührt. Das wars. Zu den Menüs und Szenenmodi der Panasonic muss ich nichts mehr erzählen. Die Lumix Kameras sind auf diesem Gebiet in meinen Augen unerreicht. Das ist auch bei der FZ 38 so.
Was ist noch anders? Die kamerainterne Verarbeitung der Informationen wurde laut Hersteller verbessert. So hat sich Panasonic doch an die 12,1MP, bei gleichem 1/2,33" großen Sensor herangetraut. Die Verarbeitung der Bildinformationen, bzw. von Objektivfehlern durch Verzeichnung etc., soll ebenfalls geändert, bzw. noch verbessert worden sein.
Das klingt vielversprechend. Wie sind nun die Bilder? Aber halt! Die FZ38 hat in Sachen Geschwindigkeit im Vergleich zur FZ28 deutlich zugelegt und hat nun eine schnelle Auslöseverzögerung. Es ist kein Vergleich mehr mit den Vorgängerinnen. Gefühlt ist sie jetzt neben den Sonys, eine der schnellsten Bridgekameras die ich bisher in der Hand hatte. Offensichtlich ist der neue Bildprozessor ein Schritt nach vorn. Die Bilder sind gewohnt Panasonic. Exzellent in der Qualität, sehr warm im Ton und leider passt(wie gewohnt) der Weißabgleich nicht immer. Allerdings hat die kleine Lumix diesen Makel nicht exclusiv. Auch DSLRs haben da so ihre Probleme. Die manuelle Einstellung ist hier erste Wahl. Verzeichnungsfehler sind mit dem sehr guten Objektiv kaum wahrnehmbar. Eine Eigenschaft an der viele Bridgekameras sonst so ihre Probleme haben. Gut gefällt mir auch das das Objektiv zum Rand nicht dunkler wird, also nicht abschattet, wie es bei vielen Bridgekameras der Fall ist. Hier spürt man einfach die Qualität. Wie oben schon geahnt, rauscht die Kleine im Vergleich zur FZ28 tatsächlich einen Tacken mehr. Aber das ist minimal. Auflösung ist eben nicht alles. Lt. Panasonic wurde auch der Videomodus überarbeitet. Das ist ein Thema das mich eigentlich nicht interessiert, allerdings dürfte die FZ durch den verbesserten Bildprozessor tatsächlich auch hier einen Zahn zugelegt haben. Das wird auch am AF deutlich. Auch dieser ist merklich schneller geworden.
Kurz und knapp:
Positives:
+ Haptik und Verarbeitung
+ Qualität der Optik
+ kaum Darstellungsfehler
+ Ausstattung
+ RAW
+ Bildqualität
+ für eine Bridge sehr gutes Rauschverhalten
+ Sehr flott, eigentlich "Schnappschußtauglich"
+ Guter Videomodus
+ Panasonic typisches, intuitiv bedienbares Menü
+ Macromodus ab 1cm
Negatives:
- Immer noch Schwächen beim AWB
- Kein Blitzschuh
Mein Fazit zur Panasonic: Wer sich für die sehr praktische, weil handliche und vielseitige FZ38 entscheidet macht nix verkehrt. Die große Revolution ist zwar ausgeblieben. Allerdings wird bei Kameras wie der neuen GF 1, schnell klar wo die Reise für Panasonic hingeht. Dem Micro Four Thirds Standard gehört bei den Japanern wohl die Zukunft. Die FZ38 wurde nur im Detail verbessert um aktuell zu sein. Das dies aber nicht schlecht sein muß zeigt die FZ38 deutlich. Wer sich für sie entscheidet, bekommt eine sehr gute Bridgekamera, ohne große Schwächen und ohne Kinderkrankheiten. Eine Kamera die eines gut kann. Gute Bilder machen.
Nachtrag 7/2010: Die FZ macht richtig Laune. Mit ihrem von Leica berechnetem Objektiv gelingen sehr gute Aufnahmen. Genial finde ich den Macromodus der FZ. Spass macht auch der Videomodus, eine von mir an Kameras verschmähte Art Bilder zu machen. Auch in Sachen Schnelligkeit ist die Pana jetzt vorn dabei und für eine Bridge sehr schnell. Schnappschußtauglich ist das Zauberwort, was man nicht von allen Bridgekameras behauptn kann. Die Pana ist zuverlässig und hat mir noch keine Probleme bereitet. Den Bildstabi stelle ich nur auf Stufe 1. Bei sehr guten Lichtverhältnissen und bei Aufnahmen(Foto) im Brennweitenbereich bis ca. 100mm lasse ich ihn komplett aus. Dasselbe gilt für Aufnahmen vom Stativ. Den AWB(Automatischer Weiß Abgleich) verwende ich nicht mehr, sondern nehme die Einstellung manuell vor. So arbeitet die FZ am zuverläsigsten.