Alles Wesentliche ist bereits gesagt. Aber ich möchte noch einen Aspekt hervorheben, der bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen könnte.
Was nützt mir meine gute SLR mit 3 hochwertigen Wechselobjektiven, wenn der Eisvogel nicht darauf wartet, bis ich das 300-500mm Tele gegen das Weitwinkelobjektiv ausgetauscht und mein "'tonnenschweres" Equipment aufs Stativ geschraubt habe? Das Foto von diesem seltenen Vogel hätte ich niemals geschossen, wenn ich nicht meine FZ28 blitzschnell schussbereit und bildstabilisierend zur Hand gehabt hätte.
Wer sich beim Kauf einer Kamera primär an der absoluten Bildqualität orientiert, hat einiges zu "schleppen" (und zu bewachen!), und er muss damit leben, dass ihm so manches flüchtige Motiv entgeht. Für hochwertige Landschaftsaufnahmen, Porträts und andere "'geduldige"' Motive gibt es zur klassischen SLR für mich keine Alternative, aber wer gern ein Stück vom "flüchtigen" Leben einfangen will, ist mit der FZ28 bestens bedient.
Die Kamera ist ein 'Allrounder'. Sie kann alles, aber dass sie alles besser kann, sollte man von ihr nicht erwarten. Der unschätzbare Vorteil ist, dass man dieses kompakte nur gut 400 Gramm schwere Gerät immer zu Hand hat und für jedes Motiv, das einem zwischen (echtem!) Weitwinkel und (extremem!) Tele über den Weg läuft, gerüstet ist. Dank der hochwirksamen Bildstabilisierung lassen sich auch jenseits von 400mm noch freihändige Bilder machen, wo meine gewichtige SLR längst auf Unterstützung (Stativ!) angewiesen ist.
Seitdem ich die FZ28 besitze, hat sich mein Fotografierverhalten verändert. Von meiner SLR war ich es gewohnt, in Ruhe die optimale Einstellung vorzunehmen und gegebenenfalls noch das Objektiv zu wechseln. Jetzt habe ich plötzlich eine "Schnellschuss-Kamera", deren "all inclusive"-Automatik reaktionsschnell auf jedes Motiv scharf und richtig belichtet reagiert. Mit dem genialen Joystick lassen sich die wichtigsten Funktionen blitzschnell den Aufnahmebedingungen anpassen.
Die FZ28 hat aus mir einen "Schnappschuss-Jäger" gemacht. Fototechnisch sind meine Bilder nicht unbedingt besser geworden, aber ich fange jetzt Motive ein, die meiner behäbigen SLR wegen ihrer systembedingten "Trägheit" entgangen wären. Ich 'begebe mich nicht mehr mit schwerer Fototasche auf Motivsuche und mache auch nicht mehr die frustrierende Erfahrung, dass ich im entscheidenden Moment wieder mal keine Kamera zur Hand habe. Die Gewissensfrage, ob ich meine teure SLR-Ausrüstung mit an den Strand nehme oder bei einer Radtour mitschleppe, stellt sich nicht mehr. Für die FZ28 ist überall Platz, und die Sorge um Beschädigung oder Verlust nimmt angesichts des günstigen Anschaffungspreises keine pathologischen Züge an.
Die Alternative zwischen optimaler SLR-Bildqualität und optimaler FZ28-Motivausbeute relativiert sich spätestens dann, wenn man die Resultate betrachtet. Unter normalen Aufnahmebedingungen ist der qualitative Unterschied kaum wahrnehmbar. Als Zugewinn verbuche ich spontane und lebendige Situationsfotos, deren technische Qualität auch gehobenen Ansprüchen genügt.
Eine entscheidende Frage wird beim Kamerakauf oft übersehen: Was mache ich mit den Fotos? Will ich damit einen Preis gewinnen oder sie in einer Zeitschrift veröffentlichen? Oder sind sie für mich ein Stück '"eingefangenes" Leben' oder "'festgehaltene" Erinnerungen', - und dass möglichst in guter Qualität? Die meisten Fotos "liegen" bei mir erfahrungsgemäß auf der Festplatte und werden auf einem 32''-Bildschirm manchmal zum Leben erweckt. Einen Teil davon drucke ich aus, wobei mir der Drucker mit seinem Maximal-Format 20x30cm gewisse Grenzen setzt. Unter Laborbedingungen ist vielleicht ein Qualitätsunterschied messbar, aber ich kann auf dem Bildschirm und auf dem Papier keine gravierenden Abweichungen zur SLR erkennen.
Auch nach vier Monaten und etwa 800 Fotos bin ich mit der FZ28 immer noch rundum zufrieden und verzeihe ihr wegen ihrer unbestreitbaren Vorzüge ein gelegentliches Rauschen bei extremen Aufnahmebedingungen und eine leichte Unschärfe im Randbereich bei totaler Weitwinkeleinstellung.
Weil ich Äpfel nicht mit Birnen vergleiche, gebe ich der "Birne" die volle Punktzahl.