Ich kann mich nach meinen Erfahrungen mit der FZ18 der Rezension von "Vigilant" vollumfänglich anschließen - und auch den dort festgestellten Einschränkungen.
Mein Fazit für ganz eilige Leser gleich vorweg: Insgesamt ist die FZ18 eine gute Kamera für anspruchsvolle Amateure ("Prosumer"). Unter günstigen Lichtbedingungen werden Fotos mit der FZ18 scharf, detailreich und angenehm realistisch in der Farbwiedergabe. Purpurne Farbsäume (purple fringing) sind auch bei Gegen- und Seitenlicht kein Thema. Die Bedienung über die Menüs im Display und Knöpfe auf dem Gehäuse ist kinderleicht, fast selbsterklärend, und die etwas knapp gehaltene, etwas lieblos zusammengestellt wirkende Bedienungsanleitung kann eigentlich in dem Pappkarton bleiben, in dem die Kamera ausgeliefert wird.
Einige Kritikpunkte habe ich aber vorzubringen:
1. Der extreme Brennweitenbereich von umgerechnet 28-504 mm (im Vergleich zum SLR-Kleinbild- bzw. DSLR-Vollformat) klingt beeindruckender als er wirklich ist. Deutlich sichtbar werden im extremen Telebereich Abschattungen und leichte Unschärfen zu den Bildrändern hin; chromatische Abberationen bei großen Blendenöffnungen und leichte Tonnenverwölbungen lassen sich dagegen im Weitwinkelbereich feststellen. Der technische Spagat, einen derartigen Brennweitenbereich qualitativ durchgängig auf höchstem Niveau abzudecken, will selbst mit Hilfe der renommierten Edelkamera-Schmiede Leica nicht gelingen.
2. Der EVF (elektronische Sucher) ist nicht besonders gut, denn nicht nur macht er einen ziemlich grobpixeligen Eindruck, sondern überdies verleiht er jedem Sucherbild einen leichten Blaustich. Die Begutachtung der Farbwiedergabe durch den EVF ist trotz "Live View" schlechterdings nicht möglich.
3. Für extreme Makroaufnahmen läßt sich die Kamera trotz des beeindruckend klingenden Minimalabstands von 1 cm nicht einsetzen, denn der Minimalabstand gilt nur bei 28 mm Weitwinkel-Brennweite, während er im Telebereich bei einer Entfernung von ca. 1 m liegt. Hier empfiehlt sich der Einsatz entsprechender Makrolinsen wie der Raynox DCR-150 und/oder DCR-250, wobei bei der Verwendung der letztgenannten Linse ein stabiles Stativ dann zur Pflichausstattung gehört.
4. Bei ungünstigen Lichtverhältnissen wirken die Bilder etwas flau, mehr oder weniger stark verrauscht (ab ISO 200 sichtbar, ab ISO 400 schon störend, darüber hinaus werden Fotos praktisch unbrauchbar), und aktiviert man die kamerainterne Rauschunterdrückung, so geht diese mit Bilddetails leider nicht sehr zimperlich um.
Abhilfe: ISO 100 fix einstellen und ausschließlich das RAW-Format verwenden, notfalls ein Stativ verwenden. Dann ist Bildrauschen kein Thema mehr, und auch die nachträgliche Anpassung von Parametern wie Schärfe, Kontrast, Farbtemperatur usw. hat man dadurch besser unter Kontrolle. Es empfiehlt sich für "Qualitäts-Fetischisten", etwas mehr Geld in eine größere Speicherkarte (8 oder 16 GB) zu investieren, auf das JPG-Format (und damit auch auf die "intelligente" Automatik, denn die funktioniert nur mit JPG, nicht mit RAW) ganz zu verzichten und statt dessen auf das herstellereigene RAW-Format zurückzugreifen. Der Bildqualität kommt dies sehr entgegen, auch wenn der erforderliche Zwischenschritt, die Konvertierung der RAW-Daten in TIF- oder JPG-Dateien auf dem PC etwas zeitaufwendig ist. (Wer auf der Suche nach der ultimativen Qualitäts-Foto-Maschine ist, ist bei einer Megazoom-Kamera ohnehin auf dem falschen Dampfer; hier lautet das Stichwort eindeutig DSLR.)
Noch einige Anmerkungen zum Thema "Was tun mit den Bildern aus der FZ18?"
Dank der mitgelieferten Software SILKYPIX (da gibt's auf der Programmhersteller-Webseite mittlerweile ein kostenloses und auch funktionsmäßig lohnendes Update von der Version 2.x SE auf 3.0 SE) gelingt die Umwandlung und Nachbearbeitung von RAW-Daten recht gut, auch wenn der Bedienungskomfort und Leistungsumfang von Adobe Lightroom bzw. Photoshop bei weitem nicht erreicht wird. Wer nur mit einer Bildbearbeitung arbeiten möchte, dem sei nachdrücklich Adobe Photoshop Elements empfohlen; der Nachfolger der aktuellen Version 6.0 wird Ende September 2008 erscheinen. Auf jeden Fall beachten, daß ab der Adobe Camera RAW-Version 4.5 auch die RAW-Daten aus der FZ18 problemlos direkt in den Photoshop eingelesen werden können.
Fazit:
Insgesamt kann ich die FZ 18 guten Gewissens denen empfehlen, die eine gute und leistungsfähige Allround-Kamera mit großem Funktionsumfang und leichter Bedienung suchen, denen aber eine digitale Spiegelreflex zu groß, zu schwer und vor allem auch zu teuer ist. Auch wenn man von der FZ18 aufgrund ihres kleinen Bildsensors (1/2,5") und des grenzwertigen Zoomfaktors sicherlich keine Wunderdinge erwarten darf, so bietet sie jedoch eine wirklich gute Gegenleistung fürs Geld.
Nachtrag (01.09.2008):
Insgesamt würde ich knapp fünf Monate nach dem Kauf der FZ18 meine Bewertung von vier Sternen aufrechterhalten. Für fünf Sterne fehlen der FZ-18 ein externer Blitzkontakt, ein ordentlicher EVF (Sucher), die Möglichkeit, durchgängig im RAW-Format zu arbeiten (z. B. bei Belichtungsreihen, sogen. "Auto-Bracketing") und die Option, Belichtungsreihen von fünf Bildern von +2 bis -2 EV (statt 3 Bilder von +1 bis -1 EV) aufzunehmen, und zwar ebenfalls im RAW-Format. Ansonsten ist die FZ-18 eine recht leistungsfähige Kamera, die bei mir durch ihre kompakten Abmessungen und ihr geringes Gewicht zum idealen Reisebegleiter geworden ist.