Ich bin seit anderhalb Jahren Besitzer des Vorgängers, des Palm Tungsten E und war von Anfang an alles in allem schon sehr zufrieden mit diesem Modell. Offenbar nicht als einziger, war doch der T|E mit über 1,5 Millionen das meistverkaufte Palm-Modell überhaupt. Der Gedanke lag also nahe, auf demselben Gehäuse, das so viel Anklang gefunden hatte (ein für diese Preisklasse ungewöhnlich hochwertiges Metallgehäuse), einen Nachfolger zu einem ähnlich niedrigen Preis auf den Markt zu bringen. Natürlich wurde einiges auf einen besseren technischen Stand gebracht - und diese Verbesserungen können sich sehen lassen!
Sobald ich von dem Nachfolger T|E2 las, stand für mich fest: den muss ich haben! Ich besitze ihn nun seit etwa einer Woche und habe den Kauf nicht bereut. Die dramatischste Verbesserung betrifft die Akkulaufzeit, die von ca. 3 Stunden auf jetzt etwa 10 Stunden bei voller Displaybeleuchtung gesteigert werden konnte! Damit kann man nun endlich etwa 1 Woche auskommen, selbst bei häufigem Gebrauch. Das nächste, was auffällt, ist die sehr viel natürlichere Farbwiedergabe von Fotos: Hauttöne kommen erheblich realistischer herüber und die Helligkeit wurde ebenfalls gesteigert.
Als nächstes wäre der schnellere Prozessor zu nennen, der nun nicht mehr 133, sondern 200 MHz Taktfrequenz hat (ist eigentlich kaum nötig, höchstens für Videos). Ein weiterer Punkt ist der nun nicht mehr flüchtige Speicher, der nun auf einem Flash-Chip aufbaut. Wenn das Gerät lange nicht benutzt wird, ist nicht mehr ein komplettes Aufspielen aller Daten erforderlich, sondern nach dem Laden ist der Originalzustand wieder da. Und schließlich wurde eine neue drahtlose Kommunikationsmöglichkeit eingabaut: Bluetooth 1.1, mit der in Verbindung mit dem Handy eine Internetverbindung möglich ist (ein Browser ist bereits vorinstalliert) und ein drahtloser Hotsync mit dem PC.
Ein Schwachpunkt vieler Palm-Geräte war bei diesem Modell leider sehr auffallend: ein nicht sehr lauter, aber durchdringender Pfeifton vom Display her. Im Vergleich mit dem alten Modell Tungsten E (den ich ja noch besitze) ist das Pfeifen etwa 3x lauter und in einer unangenehm hohen Tonlage (ich schätze, etwa 10 kHz). Das Geräusch war selbst in nicht absolut ruhiger Umgebung so störend, dass ich schon kurz davor war, das Gerät zu reklamieren. Dann fand ich aber im Internet eine Lösung, die tatsächlich auf Anhieb funktioniere und mich wieder versöhnte: das Programm PXAClocker (eine kurze Suche bei Google dürfte es schnell zutage fördern), welches es ermöglicht, eine andere Kombination von Prozessor- und Speichertakt einzustellen. Die geschickte Auswahl dieser Taktraten lässt den Pfeifton dann fast unhörbar werden, noch leiser als beim Vorgängermodell. Es gibt eine kostenlose Version, die allerdings ein wenig eingeschränkt ist. Die Investition von 10 Dollar für die Pro-Version war mir die Sache allemal wert. Die besten (leisesten) Einstellungen sind bei mir: Mem 147, System 147 x 1, Turbo Sys x 1.0. Das Gerät ist dann also untertaktet (147 MHz). Eine andere gute Variante ist: Mem 133, Sys 133 x 1, Turbo Sys x 1,5. Dann liegt der CPU-Takt wieder bei 200 MHz, aber das Pfeifen ist wieder deutlich wahrnehmbar.
Mein Fazit lautet: unbedingt empfehlenswert, aber für geräuschempfindliche Naturen nur mit dem genannten Tool zur Taktveränderung. Es gibt auch andere Tools dieser Art, von denen ich zwei ausprobiert habe - allerdings haben diese bei mir nicht funktioniert. Für mich ist der Palm (nach zwei kurzen Exkursionen ins Pocket-PC-Lager) der beste Organizer und nun, dank brillantem Farbdisplay, langer Laufzeit und Bluetooth bei einem extrem vernünftigen Preis auch endlich wieder auf dem Stand der Zeit.