Wenn sie mit dem Begriff screwball nichts anfangen können und eine typische Screwball-Komodie anschauen wollen, um das Genre kennenzulernen, dann wäre das neben "His Girl Friday" mein Favorit.
Wobei einiges am Zeittypischen verblüfft oder irritiert:
Was man dieser Zeit gar nicht zutraut sind die mehr oder weniger unverhüllten sexistischen Witze und Anspielungen - wobei die Handlung selbst schon verblüfft. Wo waren die notorischen US-Frauenverbände als dieser Film in den Kinos nicht boykottiert wurde? Immerhin verbot die Zensur den ursprünglichen Titel: "Is marriage necessary?" wobei die Ausgangssituation: Frau verläßt Mann weil sie ihm nicht helfen kann und alleine einen Millionär aufreißen will um ihren Mann dann als zuschusswürdigen Erfinder bekannt zu machen - schon für das damalige Moralverständnis seltsam genug war.
Was wirklich heute sehr grenzwertig wirkt, ist die Rolle der Afro-Amerikaner.
Sie werden 1942 immer noch ausschließlich als Dienstboten, die vorzugsweise Augen rollen, schlechtes englisch sprechen und auf doof machen, geschildert.
Das ist allenfalls als Zeitdokument zu ertragen. Man kann jedenfalls - mit dem Wissen wie diese Künstler sonst so behandelt wurden - nicht so darüber lachen wie das Publikum damals wohl. Das richtige Kontrastprogramm dazu ist wohl eine der alten Rat-Pack Aufnahmen - man weiß dann erst wieder was Frank Sinatra und Sammy Davis jr. für die Rassenintegration getan haben.
Davon abgesehen parodiert der Film in geradezu aberwitzigen Szenen die Millionäre als solche, heiratswütige Frauen, besoffene Jagdclubs, Jachtbesitzer und das Singen von Gute-Nacht-Liebesliedern unter Balkonen - vor allem wenn die Angebetete gerade mit einem anderem...der eigentlich ... äh, tja, sehen Sie am besten selbst.