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Produktinformation
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Sechzehn Jahre ist es erst her, und schon vergessen. Was vom Fall der Mauer übrigblieb, sind ein paar Fernsehbilder, ein kleiner Vorrat von Zitaten und Klischees. Wer weiß noch, wie es damals wirklich aussah, wie die überrumpelte DDR stammelte, drängelte und roch?
Matthias Matussek war dabei und hat alles festgehalten: das Gewühl der Demonstranten vor dem ZK, die Geisterfahrten durch die Provinz, die Freude und die Gier, den Wirrwarr und die Wut. Ein Dreivierteljahr lang hat er sich eingenistet im Ost-Berliner Palasthotel, Zimmer 6101. Hautnah beschrieb er die Fassaden und die Hintertreppen der »Wende«, die eher einer riesigen Karambolage glich. Er verschweigt auch die Schäden nicht, die der Zusammenstoß zweier Gesellschaftssysteme zur Folge hatte, und die bis heute schmerzen.
Matusseks Blick ist ebenso subjektiv wie präzise; Ausgewogenheit ist nicht seine Sache; auf politische Korrektheiten nimmt er keine Rücksicht. Er registriert die Fremdheit, die Unheimlichkeit der verwesenden Diktatur und die mentalen Deformationen, die sie angerichtet hat. Seine eigenen Ambivalenzen, seine gemischten Gefühle verschweigt er nicht. »Deutschland raste«, sagt er, »und ich lag im Bett und fühlte mich elend.«
Palasthotel ist ein sehr spontanes, ein unvorsichtiges Buch. Gerade deshalb ist es lebendig geblieben als Memento an einen allzu rasch vergilbten historischen Augenblick. PUBCOMMENTS: »An Raymond Chandler geschult!«CAPITAL
»Eine Madonna mit rüpelhaften Manieren. Doch seine Stilsicherheit läßt Kollegen vor Neid gelb werden im Gesicht.«NDR
»Besser als Kisch!«TEMPO
»Die Wende war eine aberwitzige Zeit, und es ist ein Glücksfall, daß es einen Reporter im rasenden Deutschland gab, der alles festgehalten hat, was er zu fassen kriegte: Hoffnung und Irrung, Absturz und Chaos, Blendung und Lüge, Lärm und Pracht. Zum Reporter muß man geboren sein und Matthias Matussek ist es.«THOMAS BRUSSIG
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Am Anfang wirkt das Buch etwas befremdlich und ich bin mir auch nicht ganz sicher ob Bürger aus der ehemaligen DDR den Witz und die Anmerkungen von Matthias Matussek richtig und ganz verstehen können. Es steht mir sicherlich auch gar nicht zu, zu beurteilen, ob das Buch für die andere Hälfte von Deutschland geeignet ist, denn alle Darstellungen sind subjektiver und persönlicher Natur.
Doch für mich kann ich sagen, ich war schockiert & entsetzt, sowie belustigt & den Tränen nahe (Tränen der Freude). Es ist für mich als beleuchte der Autor „Spotlight-artig“ Geschehnisse und Personen der Wende und dies zudem mit großem Sachverstand.
DDR Größen wie Hans-Peter Minetti und sein Sohn oder Heiner Müller werden interviewt zum Zeitpunkt der Wende. Auch das Museum für Deutsche Geschichte in Ost-Berlin bekommt sein Fett ab, wie auch die Heinrich Hertz Oberschule, ebenfalls in Ostberlin. Der Buchhandel und die DDR ist ebenfalls ein lustiges Thema, wie auch die DEFA oder Gregor Gysis Selbstbehauptung zwischen Marx und Marlboro.
Das Buch ist mit spitzer Feder geschrieben und jeder der dabei war oder dabei sein wollte, es aber nicht schaffte, kann mit Matthias Matussek ganz neue und surreale Eindrücke gewinnen wie es war - dabei zu sein, zur Stunde Null in Ostberlin.
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