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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Drei weiße Füchse auf der Moschee oder die furchtbare Gewalt des Außerwirklichen, 5. August 2006
Der Tabir Saray, der Palast der Träume, ist eine ebenso geheimnisvolle und furchterregende wie mächtige Institution im osmanischen Großreich. Von seinen zahlreichen Außenstellen werden selbst aus den entferntesten Winkeln des Reiches die Träume der Untertanen gesammelt, zur Hauptstadt spediert und in der Zentrale selektiert, interpretiert und archiviert. Keine Frage, dass dieser gigantischen Bürokratie, diesem in sich geschlossenen logischen System des Irrationalen, gewaltige Macht im Räderwerk von Politik und Herrschaft zukommt. Komplotte und Umsturzversuche finden ihren Niederschlag in den Gedanken der Menschen und in ihren Träumen. Deren Verwaltung und Auswertung versetzt die Mächtigen in die Lage, Konspirationen aufzudecken und rechtzeitig auf staatsfeindliche Umtriebe zu reagieren.
Der junge Mark-Alem, Sproß aus dem alten albanischen Geschlecht der Köprülü, das bedeutende Großwesire und Minister stellte, findet im Tabir Saray Aufnahme als einfacher Bediensteter. Zum Greifen sind Unsicherheit, Angst und Beklemmung in dieser wunderbaren Parabel über Struktur und Irrationalität totalitärer Herrschaft. Nur langsam lernt Mark-Alem sich in den Korridoren und Gewölben der Traumbehörde ohne Wegweiser und Aufschriften zurechtzufinden. Die Grenze zwischen Traum und Realität verschwimmt, Haupt- oder Erzträume dienen als Instrument der Politik, entscheiden über Leben und Tod. Ein harmlos scheinender Traum kann sich als todbringende Viper erweisen, gefälschte Träume zur Verwirklichung dunkler Ziele eingeschleust werden. Der Leser assoziiert schnell Kafka, Orwell und Huxley und erinnert sich an Platos berühmtes Höhlengleichnis. In Idee und Ausführung gleichermaßen großartig, eindringlich wie immer Sprache und Metaphern des albanischen Großmeisters. Nicht hoch genug zu loben die Übertragung Joachim Röhms ins Deutsche. Ein Schlüsselwerk.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wenn Träume noch viel mehr bedeuten können..., 9. November 2005
Der Inhalt schien mir interessant, also wagte ich mich an dieses Buch, das von Träumen und noch viel mehr handelt und somit sehr komplex ist und vielleicht ganz anders, als man es liest. In einem erdachten Instanbul gerät ein Sohn einer höheren Familie in den "Palast der Träume", der sich damit befasst, alle Träume aller Einwohner einzusammeln und zu beurteilen, und übernimmt dort seine Aufgaben. Allmählich dämmert ihm das eigentliche Ausmaß seiner Arbeit: die Analyse eines Traumes kann einiges nach sich ziehen. Das Buch ist gut durchdacht, beängstigend und spannend, kann sowohl mythologisch, kafkaesk, als Zukunftsvision oder politisch betrachtet werden, da geschrieben zur Zeit der kommunistischen Diktatur in Albanien.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einen Literatur-Nobelpreis wert!, 28. Juli 2008
Ich bin mir nicht sicher, ob dies das größte" Buch dieses großen Schriftstellers ist - aber es ist ein wahrhaft meisterliches Werk!
Das haben offenbar auch sofort Enver Hodscha und seine Handlanger erkannt, denn das Werk wurde in Albanien umgehend nach seinem Erscheinen 1981 verboten.
Dieser Roman ist eine genial kafkaeske, detailreiche und sprachlich präzise und kraftvolle Darstellung der Mechanismen und der bizarren Psychologie einer absoluten Diktatur und von absoluter Überwachung.
Wann endlich bekommt dieser große europäische Schriftsteller aus dem kleinen Land den ihm längst zustehenden Literatur - Nobelpreis?
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