Mit dem Palast der Erinnerungen hat Debra Dean einen schönen, phantasieanregenden, anspruchsvollen und dennoch leicht zu lesenden Roman geschaffen. Mich hat er gefesselt - in weniger als 2 Tagen habe ich ihn "aufgefressen"
... aber.... mit so einem Erinnerungs - Palast verbringt man auch gerne mal einen Sonntag lesend auf der Couch ;-)
Kunstinteressierte dürften sich über den Roman freuen, Debra Dean hat gut recherchiert, und vor allem sanfte Beschreibungen gefunden, die der Kunst gerecht werden ...
Was mich noch mehr als die Beschreibung der Erinnerungen an die Kunstwerke fasziniert, ist Dean´s Umgang mit der Alzheimer Krankheit. Sie beschreibt sowohl die Gedanken der alten Dame, Ängste, das "Wissen" von der eigene Krankheit, als auch den Umgang der Familie mit ihr, in realistisch - einfühlsamer Weise - ohne dabei die Probleme, die diese Krankheit auch für Angehörige mit sich bringt, aus den Augen
zu lassen.
Debra Dean dürfte es mit diesem Roman aber schaffen, auch Leser in den Bann zu ziehen, die sich bislang weder mit Kunst oder mit der Alzheimer Krankheit beschäftigt haben. Der Roman ist derart komplex, dass wohl
jeder Leser ein anderes Thema für sich gewinnt.. Denn neben der Kunst und der Alzheimer Krankheit beschäftigt sich Debra Dean auch mit der Kriegssituation in Leningrad, der Flucht, die Angst um den Geliebten Mann, dem Alltag im Krieg und nicht zuletzt dem Umgang mit dem Tod in Kriegszeiten.
Auch von mir gibt es die volle Punktzahl... 2-3 Kritikpunkte fallen mir zwar auch ein, aber die gewichten einfach nicht und bleiben daher unerwähnt.