Alpin Magazin (4/1997)
Berge (3/1997)
Bergsteiger (1997)
DANIEL ANKER, BERN
Kurzbeschreibung
Der Autor über sein Buch
Ich wünsche allen Pakistanreisenden eine schöne und erholsame Zeit!! Im Juli, August und September können Sie mich in der Agentur "Himalaya-Nature-Tours" Kashrot-Link-Road in Gilgit besuchen.
Über den Autor
Auszug aus Pakistan. Trekkingführer. Land, Geschichte, Kultur. von Michael Beek. Copyright © 1996. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
1890 wurde von den Engländern die neue Straße über den Babusar-Paß gebaut, damit war der beschwerliche Weg über den Burzil-Paß ins Astore-Tal nicht mehr die Hauptverbindung zwischen Srinagar und Gilgit. Heute liegt der Burzil-Paß im Sperrgebiet der indisch-pakistanischen Grenze, die noch 70 km Luftlinie von Astore entfernt ist. UN-Soldaten überwachen die Waffenstillstandslinie, in Astore haben sie einen Stützpunkt. 3 km vor Jaglot - wenn man von Chilas kommt - zweigt eine Jeeppiste rechts ab zum Astore-Tal. Über die Maharadscha - Brücke überquert man den Indus und dann geht es zuerst nach Bunji. Der Asphalt hört auf und es folgt eine 10 km lange, trockene und heiße
Ebene, von der man die Nordwand des Nanga-Parbat sehr schön sehen kann. Über den schäumenden Astore-Fluß führt eine Hängebrücke, danach geht es über die Dörfer Dunja, Mushkin und Chikdas in ca. 2 Stunden hinauf nach Astore, wenn die Straße in gutem Zustand ist, und das ist sie weiß Gott nicht immer.
Hinweis: Auf dem Wege nach Astore gibt es einige Teehäuser zum Rasten.
ASTORE
Irgendwann führt die Jeeppiste vom Astore-Fluß 300 m steil hinauf bis zu einem Militärposten der NLI, nach rechts geht es zum Dorf Astore und nach links, über die kleine >Brücke, weiter in Richtung Gorikot. Astore-Dorf liegt 2450 m ü.M. an einer alten, wichtigen Handelsstraße zwischen Srinagar und Gilgit. Bis in die 60er Jahre regierte von
Astore noch ein Radjafürst die umliegenden Bergtäler. Die Reste einer Festung - die Sikhs zerstörten sie - sind noch zu sehen. 1888 erreichte dann erstmals ein Europäer den Burzil-Paß - der britische Offizier Algernon Durand - der von Srinagar kam, um die Gegend zu erkunden. Als Gast des Radja sah er hier erstmals ein Polospiel, das ihn - er war selbst ein guter Reiter - derart begeisterte, daß er das Spiel in der englischen Truppe etablierte. Polo hat in in den Bergtälern des Nanga-Parbat und insbesondere in
Astore, eine lange Tradition. Jedes Jahr wird eine Mannschaft aus Astore und Chilas nach Gilgit gesandt, die an der Polomeisterschaft teilnehmen, sie gehören immer zu den besten Teams. In Astore gibt es einen kleinen Basar, in dem man das Nötigste kaufen kann. Die Polizeistation liegt oberhalb des Basars, an der Straße, die zum Rama-See führt. Oberhalb der Polizeistation gibt es ein Büro der NAPWD. Ein Postoffice findet man in der Nähe des Poloplatzes. Es gibt einfachste Hotels und Restaurants, das Dreamland Tourist Inn eignet sich beispielsweise gut zum Übernachten, und das Essen ist auch nicht schlecht.
Hinweis: In Astore muß sich jeder Tourist bei der Polizei registrieren lassen, auch wenn man nach Tarshing fährt! Es verkehren täglich mehrere öffentliche Jeeps zwischen Astore und Jaglot. Nach Gorikot oder Tarshing ist es etwas schwieriger, da hilft manchmal nur warten, oder einen Jeep mit Fahrer mieten.
Rama-See
Von Astore gibt es eine steile Jeeppiste, die hinter der Polizeistation hinauf zum Rama-Lake führt. Zuerst kommt man in einen sehr schönen Kiefern- und Zedernwald, in dem ein Rasthaus steht. 4 km danach gelangt man zum Sachen-Gletscher, der von einem Vorgipfel des 6830 m hohen Chongra-Peak hinunter zum Rama-See reicht. Der See liegt etwas versteckt hinter dem Gletscher, dort gibt es auch ein kleines Sommerdorf der Astore-Bauern. Zelten ist dort kein Problem.
VON ASTORE NACH TARSHING
Wenn man mit dem Jeep von Astore in Richtung Nanga-Parbat weiterfährt, dann erreicht man nach 12 km das Dorf Gorikot. Über eine Hängebrücke, die über den Astore führt, kommt man 6 km hinter Gorikot zu dem Militärstützpunkt Rattu.
Über die Deosai-Hochebene nach Skardu
Kurz hinter Rattu, an einer Brücke über den blaugrünen Khirim-Fluß, gelangt man zu einer Verzweigung: nach rechts geht es weiter in Richtung Tarshing und geradeaus über die Deosai-Hochebene hinüber nach Skardu (102 km). Nach Skardu fährt man zuerst das Khirim-Tal hinauf bis nach Chilam, wo es einen Polizeiposten, einen kleinen Basar und ein Hospital gibt. Über den 4250 m hohen Chakor-Paß gelangt man dann zum Shaucer-See. Von dort geht es weiter nach Nordosten, über die Deosai-Ebene, bis Ali Malik.
Entlang des Satpara-Fluß erreicht man schließlich die Satpara-Schlucht und den Satpara-See. Vom See sind es nur noch 8 km bis Skardu.
Hinweis: Die Piste über die Deosai-Hochebene ist witterungsbedingt nur im Hochsommer (August/Mitte-September) befahrbar (Moskitonetz nicht vergessen!!!). Deosai ist für Ausländer gesperrt (restricted-zone) und darf nur mit einem Permit des Ministeriums für Tourismus in Islamabad besucht werden.
TARSHING
5 km nach der Rattu-Brücke gelangt man erneut zu einer Hängebrücke über den Astore. 2 km hinter der Brücke biegt die Straße nach Westen und dann wird der Blick frei auf den Nanga-Parbat. Man sieht einen Teil der gewaltigen Südostflanke und den Raikhot-Peak. Wer das Massiv ein wenig studiert hat, der sieht auch den 8125 m hohen Hauptgipfel, eine kleine, weiße Pyramide. Gegenüber der Straße, auf einem Plateau, das steil zum Rupal-Fluß abfällt, befindet sich das Dorf Ramanpur. Die Jeeppiste nach Tarshing führt zum Teil dicht an einer Felswand entlang, und dann steil den Berg hinauf auf eine grüne Hochebene und nach 3 km tauchen die ersten Häuser von Churit auf. Hinter Churit (2820 m) geht es wieder zum Fluß hinunter, und nach 6 km erreicht man schließlich Tarshing (2900 m), wo die Jeepstraße endet.
Hinweis: Im Rupal-Gasthaus kann man gut übernachten und essen. Der Besitzer ist zuverlässig und freundlich, für eine geringe Gebühr kann man im Garten auch zelten.