... in der klassisch-akademischen Tradition. Harold Speed (1872-1957) selbst ein Maler der "traditionellen Fraktion", fasst in diesem Buch detailliert und vor allem praxisnah zusammen, was er über die Malerei weiß. Die Kapitel:
- Technik des Malens
- Die Ausbildung des Malers
- Tonwerte
- Grundlegende Tonwert-Übungen
- Farbe
- Farbe, praktisch
- Malen nach der Natur
- Tonwert und Farbgestaltung
- Materialien
Das Wissen des Autors in all diesen Aspekten ist so umfassend und reichhaltig, dass ich jedem, der klassisch-akademisch malen will, dieses Buch unbedingt empfehle; egal ob Künstler oder Illustrator.
Zum Beispiel beschreibt Speed detailliert den Vorgang, mit Ölfarbe eine Gipsbüste zu kopieren, um das Sehen zu lernen; und wie man dabei die Tonwerte richtig beurteilt. Dabei kommen sehr viele wichtige Aspekte vor, z.B. in Praxis: "Es sind nicht die Kanten des Objekts, sondern die Kanten der Tonwertformen, die den visuellen Eindruck ausmachen"; oder in Theorie: "Darstellung ist das universell erkennbare Element in der Sprache des Malers", um nur zwei zu nennen.
Außerdem beschreibt er detailliert die Maltechniken verschiedener Maler wie Rembrandt, den Präraffaeliten, Giorgione, Reynolds, und Gainsborough; und analysiert anhand ihrer Bilder Komposition und Design.
Für Hobbykünstler oder die, die nur gelegentlich malen, ist dieses Buch nichts. Wer sich aber ernsthaft mit den Grundlagen klassischer Malerei auseinandersetzen will, wird aus diesem Buch immer wieder etwas Neues lernen. Wirklich schade, dass ein solches Juwel noch nicht ins Deutsche übersetzt wurde!