Paint Shop Pro X 2 habe ich schon sehnsüchtig erwartet, weil ich derzeit noch mit Version 10 arbeite und auf neue interessante Funktionen gewartet habe. Version 11 brachte nur wenige Neuerungen mit sich, auf die ich gut verzichten konnte. Ab Ende September 2007 ist Paint Shop Pro X2 als verpackte Version verfügbar. Der Erwerb über das Internet lohnt sich nicht, weil die Downloadversion genauso teuer ist (keine Vergünstigung)! Die Neuerungen machen einen guten Eindruck. In aller Munde waren in letzter Zeit High Dynamic Range (HDR) Bilder. Aus mehreren Bildern werden die am besten belichteten Partien herausgenommen und zu einem 'Superbild' zusammengesetzt. Jetzt geht es auch mit dieser Software, wofür es auch teure und kostenlose Spezialprogramme gibt. Ich brauche diese Funktion eher selten, aber ich finde es gut, dass sie in diesem Programm integriert ist.
Ferner haben die Entwickler die Oberfläche in Graphit aufgelegt, so wie man es von Adobe Lightroom kennt. Alternative lässt sich auch die bisherige Oberfläche nutzen. Das ist zwar nur Kosmetik, aber sieht ganz gut aus.
Was ich bei jeder Bildbearbeitung (Paint Shop Pro, Photoshop, PhotoImpact, etc.) schade finde, dass die aktuellen Dual-Core-Prozessoren von AMD/Intel nicht ihre volle Leistung entfalten können, weil die Programme dafür nicht optimiert wurden! Im Zeitalter solcher Systeme wäre dieser Schritt wirklich wünschenswert. Eine durchgehende Optimierung wäre sicherlich nicht sinnvoll und zu aufwendig, aber bei JPEG bzw. JPEG-2000 Komprimierung, Bildeffekten, Verkleinerungen, etc. kämen diese ungenutzten Leistungsreserven gut zur Geltung.
Das neue Expresslabor, zur schnellen Verbesserung der Bildergebnisse, ist aus meiner Sicht etwas Spielerei. Wer große Bildermengen schnell oberflächlich verbessern möchte, wird sich jedoch darüber freuen. Im Grunde erledigt die Funktion das gleiche wie die Fotokorrektur in einem Schritt', nur das hier die Einstellungen vorher noch einmal verändert werden können.
Die neue Version von Paint Shop Pro X2 benötigt, ohne Bilder zu laden, schon 62 MB Arbeitsspeicher (RAM). Wer damit ordentlich arbeiten möchte, sollte unter Windows XP schon 1 GB Arbeitsspeicher haben.
Über die neuen Ebenenstile lassen sich u.a. Schlagschatten hervorragend hinzufügen. Das habe ich bislang vermisst.
Außerdem ist jetzt ein Beschneidungswerkzeug hinzugekommen. Damit lassen sich in einem Bild mehrere Teile ausschneiden und in neuen Fenstern öffnen. Solche Funktionen kannte ich bislang nur von Scanner-Software.
Die neuen Makeup-Werkzeuge habe ich auch schon ausprobiert. Sie arbeiten recht zuverlässig. Zum einen lassen sich die blutunterlaufenen Bereiche eines Auges weißen und Menschen mit einer Stauch-Funktion schmaler werden lassen. Eine nette Funktion, wenn man Personenfotos bis zum Optimum verschönern möchte, wenn auch nicht unbedingt realistisch. Die gleichen Funktionen ließen sich bislang auch mit einem Schrumpf-Pinsel erzielen, wenn auch nicht so schnell und komfortabel.
Für Erstkunden könnte auch die 20 Euro günstigere Updateversion interessant sein! Das tolle an der Update-Version ist, dass keine vorige Version auf der Festplatte installiert sein muss bzw. keine Überprüfung auf eine existierende Vorgängerversion erfolgt! Der Grund dafür ist, dass die Software bis Version 8 von Jasc Software entwickelt wurde und ein genauer Abgleich auf eine Vorgängerversion zu viel Programmieraufwand für Corel bedeutet! Um jedoch im legalen Bereich zu bleiben, kaufen Sie sich günstig Version 7 für weniger als 10 Euro (ggf. gebraucht) und dann die Updateversion für 62 Euro! Dann sparen Sie noch viel Geld!
Was mir bei Corel neuerdings gut gefällt, dass wieder mehr Wert auf Ausstattung gelegt wird. Das ordentliche taschenbuchgroße Handbuch in mehreren Sprachen und die DVD-Hülle mit der Programm-CD, werten das Produkt entschieden auf. Früher wurde die Programm-CD nur in eine Papierhülle gesteckt und in den großen Karton 'geworfen'. Meistens war ein dünnes Handbuch dabei oder ein mehrlagiger Zettel, der den Schnelleinstieg zeigen sollte. Ferner lag das Handbuch meistens nur als PDF-Datei auf der CD-ROM vor, was zwar gut ist, aber es geht doch nichts über ein Handbuch in Papierform. Die eingeschränkte Vollversion der Nik Filter ist durchaus erwähnenswert. Auch wenn hier nur 5 Filter einsetzbar sind, kann ich sie für Architektur- und Landschaftsaufnahmen gut gebrauchen. Sie verstärken die Farben oder ändern zu flaue Himmelfarben in ein satten blauen Hintergrund. Wirklich gelungen! Es sind auch noch ein paar andere Filter dabei, die ich noch nicht näher getestet habe.
Fazit: Für jeden Neueinsteiger ist Corel Paint Shop Pro X2 lohnenswert. Wer nur gelegentlich Bilder bearbeitet, sollte noch etwas warten, bis die alte Version XI für ca. 20 Euro angeboten wird. Die dürfte für jeden Anfänger- und Fortgeschrittenen reichen.