Der Buchtitel führt einen irgendwie in die Irre - mit Packeis hat die ganze Story nichts zu tun; nicht einmal ein klitzekleiner Eisberg kommt im Laufe der Geschichte vor. Dies liegt jedoch nicht an Clive Cussler, sondern an der mangelhaften Übersetzung des englischen Titels; mein Englischlehrer hätte mich mit dieser Interpretation von "Polar Shift" zur Schnecke gemacht.
Clive Cussler bürgt grundsätzlich für Qualität, was sich auch bei diesem Buch wieder bestätigt. Leider hat er nur eine solide Geschichte abgeliefert, die nicht an die Klasse früherer Werke heranreicht. Wer kein Problem hat mit den "obercoolen", fast machohaften Hauptdarstellern Kurt Austin und Joe Zavala, kann durchaus Gefallen an der Story finden, auch wenn das Auftauchen lebender, prähistorischer Zwergmammuts in einer im Inneren eines erloschenen Vulkans versteckten, leuchtenden Stadt in Sibirien vielleicht doch etwas weit hergeholt ist.
Actionsequenzen sind, wie immer bei Clive Cussler, reichlich vorhanden. Doch auch hier muss man Abstriche in der "Qualität der Action" machen (wenn man das so sagen kann); frühere Werke hatten einfach etwas mehr Schwung in den brenzligen Situationen.
Alles in allem ist das Buch trotzdem lesenswert und unterhaltsam. Zu meiner Bewertung ist anzumerken, dass der Altmeister Clive Cussler mit "lediglich" 3 Sternen immer noch besser ist, als so manch ein, von seinem Verlag medien- und absatzwirksam hochgelobter, Nachwuchsautor.