Weder kenne ich "Band Of Brothers" noch die neue Serie "The Pacific". Aber die Musik interessierte mich schon sehr, denn Hans Zimmer hat mit "Black Hawk Down" und "Tears Of The Sun" zwei beeindruckende Kriegsscores abgeliefert. Doch mit "The Pacific" geht der deutsche Meisterkomponist diesmal in eine ganz andere Richtung und setzt auf ruhige und tragische Klänge mit Tiefe. Dazu ein Orchester mit wenig Synthesizereffekten, was ja mittlerweile selten bei Herrn Zimmer ist. Doch ihm gelingt ein anspruchsvoller und ernster Score, der die Grundstimmung des Krieges sehr präzise einfängt.
Der Soundtrack bietet einige Themen, das markanteste ist aber nach wie vor das "Main Title", das episch und tragisch zugleich klingt. Hier wird die Grundstimmung des Scores präsentiert, ruhig und melancholisch. Ja, Zimmer setzt auf keine außergewöhnlichen Actionpassagen im Media Ventures Stil, sondern geht mit sehr viel Gefühl an die Musik. Der einzige Titel, der ein bisschen schneller ist, ist "Landing Peleliu", aber auch hier behält der Score seine Atmosphäre.
Ich vergleiche "The Pacific" sehr gut mit "Saving Private Ryan", weil die Art der Musik dieselbe ist: Auch John Williams benutzte damals zu Spielbergs Werk einen ruhigen und filmbezogeneren Score. Aber Williams Musik ist deutlich mehr patriotisch angelegt, wie auch der Film. Bei Zimmer merkt man ebenfalls sofort, dass die Musik für das Thema "Krieg" komponiert wurde, jedoch auf einer sehr emotionalen Basis und das finde ich sehr gut.
Einzelne Highlights kann ich kaum nennen, denn beim Hören gehen die Tracks ineinander über, nicht nur wörtlich, sondern auch von der Intensität. Dazu muss man gerechterweise sagen, dass der Score zunächst für "Anfänger" ziemlich langatmig und gleich klingen dürfte, aber mit mehrmaligem Hören erkennt man auch hier die klaren Stärken! Nenen möchte ich jedoch die "Main Titles", weil sie so kraftvoll sind und auch "Sledges Humanity", dass immer bedrückender und zugleich schöner erklingt.
"The Pacific" hat wahrscheinlich dieselbe Thematik, wie "The Thin Red Line", jedoch sieht man hier, wie flexibel dieser Komponist ist. Eine Musik, mit einer wundervollen Grundstimmung und (fast) ohne Längen. Ein sehr interessantes Werk mit viel Gefühl und ohne Kitsch!