Der aus Estland stammende Paavo Järvi (Sohn des international bekannten Dirigenten Neeme Järvi) gehört zu den gefragtesten Dirigenten seiner Generation. Er studierte Schlagzeug und Dirigieren an der Musikhochschule in seiner Heimatstadt Tallinn und ging 1980 in die USA, wo er sein Studium am Curtis Institute of Music und am Los Angeles Philharmonic Institute bei Leonard Bernstein fortsetzte.
Im September 2001 wurde Paavo Järvi Chefdirigent beim Cincinnati Symphony Orchestra, mit dem er u.a. auf Tournee durch die USA und Japan ging. Eine zweite gemeinsame Europa-Tournee im April 2008 wurde zum großen Erfolg. Seit 2004 ist Paavo Järvi zudem Künstlerischer Leiter der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Seit der Saison 2006/07 ist er darüber hinaus (als Wunschkandidat des Orchesters) Chefdirigent des HR-Sinfonieorchesters in Frankfurt, und ab der Saison 2010/11 wird er Christoph Eschenbach als Musikdirektor beim Orchestre de Paris ablösen.
Als Gastdirigent leitete Paavo Järvi bereits viele renommierte Orchester, so u.a. das Philharmonia Orchestra, das Orchestra of the Age of Enlightenment, die Berliner Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, die Wiener Philharmoniker, das Amsterdamer Concertgebouw Orchestra sowie das NHK Tokio. Zu seinen Engagements in Nordamerika gehören Gastdirigate mit dem Los Angeles Philharmonic sowie mit den Orchestern in Houston, Detroit, San Francisco, Pittsburgh, Philadelphia, Cleveland sowie den New Yorker Philharmonikern.
Die Arbeit mit Jugendorchestern ist ein besonderes Anliegen Paavo Järvis. So dirigiert er jeden Sommer das UBS Verbier Youth Orchester beim Verbier Festival und auf Tournee. Konzertreisen unternahm er mit dem European Union Youth Festival, dirigiert regelmäßig das Russisch-amerikanische Jugendorchester und gab 2002 sein Debüt mit dem New World Symphony Orchestra.
Paavo Järvi hat bei Virgin Classics zahlreiche Aufnahmen mit Werken nordischer Komponisten veröffentlicht, darunter Sibelius' "Lemminkäinen"-Suite und die "Kullervo"-Sinfonie (mit den Stockholmer Philharmonikern), Frühwerke Arvo Pärts sowie eine estnische Porträt-CD mit Werken von Arvo Pärt, Erkki-Sven Tüür und anderen.
Regelmäßig arbeitet Paavo Järvi mit dem Estonian National Symphony Orchestra zusammen. Die Aufnahme von Sibelius-Kantaten für Chor und Orchester (2003 veröffentlicht) wurde mit einem Grammy als Best Choral Performance ausgezeichnet. Mit einem Grammy in der Kategorie Best Instrumental Soloist Performance (with Orchestra) wurde 2006 die CD mit Cello-Orchesterwerken von Schumann, Bloch und Bruch mit Truls Mørk als Solist ausgezeichnet. Wiederum mit dem Estonian National Symphony Orchestra spielte Paavo Järvi 2005 die vollständige "Peer Gynt"-Bühnenmusik von Edvard Grieg ein. Diese Aufnahme erhielt 2006 in der Kategorie Orchestermusik den BBC Music Magazine Award.
Paavo Järvis aktuelle Diskografie und Tourdaten finden Sie unter www.paavo-jaervi.de & www.paavojarvi.com
Juni 2009
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