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Paare, Passanten
 
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Paare, Passanten [Sondereinband]

Botho Strauß
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Sondereinband: 208 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. April 1984)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423102500
  • ISBN-13: 978-3423102506
  • Größe und/oder Gewicht: 18,9 x 12,1 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 150.627 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Botho Strauß
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Paare, Passanten
OA 1981 Form Prosaband Epoche Gegenwart
Botho Strauß erweist sich in seinem aus Gedankensplittern und Augenblicksbildern zusammengesetzten Prosaband Paare, Passanten als subtiler Beobachter eines im Wesentlichen sinnentleerten Lebens. Der Autor präsentiert die intellektuelle Diagnose einer desolaten Freizeit- und Konsumgesellschaft, in der sich der Mensch in Betriebsamkeit und Geschwätzigkeit geflüchtet hat, und zeichnet ein insgesamt pessimistisches Bild des bundesrepublikanischen Gemütszustands.
Inhalt: Ähnlich wie das ebenfalls 1981 erschienene Theaterstück Kalldewey, Farce trägt auch dieser Prosaband einen skizzenhaften, fragmentarisch-flüchtigen Charakter, in dem der belesene Gesellschaftskritiker Strauß sein zentrales Thema vom entmenschlichten Menschen in einer technokratischen Gesellschaft variiert. Der kommentierende und reflektierende Ich-Erzähler notiert Beobachtungen, Verhaltensstudien, Personenskizzen, Reiseeindrücke sowie Gedanken über Bücher und Filme. An verschiedenen Orten, wie etwa in Restaurants, in Bars oder auf der Straße, sammelt der intellektuelle Chronist diverse Originalfundstücke vom »Beziehungsmarkt, aus den Niederungen der erotischen Wirklichkeit«, und schildert die aussichtslosen Versuche der Paare und Passanten, sich und ihre Identität zu finden. Den sich in hohle Phrasen und Sprachhülsen flüchtenden Menschen würden keine engagierten Streitgespräche mehr gelingen, sondern vielmehr würden nur noch »förmliche Weltbilder-Duelle« entstehen. In der heutigen »allgemeinen, gottverdammten Fick- und Ex-Gesellschaft« bestehe das wirkliche Elend darin, »dass sich das wirkliche Elend nicht Luft machen kann. Es erniedrigt das Bewusstsein, es sprengt nicht«. Liebesbeziehungen würden in der heutigen Zeit allenfalls als Beliebigkeiten erfahren, die mit dem Erleben einer wahren Erotik nichts mehr gemein hätten. Als Kronzeugen seiner essayistischen Überlegungen dienen Strauß u. a. Martin R Heidegger, Ernst R Jünger, Friedrich R Nietzsche, Paul Valéry (1871–1945) und Theodor W. R Adorno. Dem dialektischen Denken Adornos erteilt Strauß jedoch im dritten Abschnitt seines Prosabands, in welchem er den Habitus des Schriftstellers in einer postmodernen Welt entwickelt, eine deutliche Absage.
Wirkung: Die kulturpessimistische Gegenwartsanalyse wurde in den bundesdeutschen Feuilletons überwiegend positiv, teils überschwänglich aufgenommen. Der Prosatext avancierte bald zu einer Art Kultbuch linksliberaler Intellektueller. J. R.

Kurzbeschreibung

Ein Mosaik unserer Medien- und Konsumgesellschaft.


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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Sondereinband
Botho Strauß' Buch "Paare, Passanten" zu lesen hat mir eine Menge Freude bereitet. Es bietet ein weites Angebot an Kurzgeschichten betreffend Alltagssituationen von Paaren und Passanten. Es macht wirklich Spaß, dieses Buch zu lesen, da jede Geschichte aus diesem Buch ein anderes, interessantes Themengebiet anschneidet. Egal ob Probleme in der Partnerschaft und deren Lösungen oder das Annähern an Personen in Straßenkaffees oder auf offener Straße. Das Buch lässt in dieser Hinsicht keine Sparten offen. Die Stories sind alle in einer gewissen Weise mit Witz, allerdings auch mit viel Ernst geschrieben. Strauß erreicht damit sowohl die Aufmerksamkeit des Lesers zu erwecken, als auch Betroffenheit, bzw. Emotionen im Leser hervor zu rufen.

Die Geschichten, die Botho Strauß in diesem Werk niederschreibt, hat er alle samt miterlebt. Entweder war er direkt an ihnen beteiligt, oder er hat sie in der Öffentlichkeit, sei es auf der Straße oder in diversen öffentlichen Einrichtungen, aufgenommen. Dies ist wiederum ein positiver Aspekt, den man dem Autor zu Gute kommen lassen muss: Geschichten aus dem wahren Leben. Die Texte sind sehr einfach geschrieben, d. h. es ist nicht sehr schwierig, sie zu verstehen. Es handelt sich hierbei um ein Werk des Botho Strauß, dass man auf jeden Fall einmal gelesen haben muss. Wenn man vorher denkt, dass dieses Buch ein absoluter Langweiler sei (so wie auch ich vor dem Lesen des Buches gedacht habe), wird man eines Besseren belehrt. Als abschließendes Fazit kann ich nur noch einmal wiederholen, dass dieses Buch ein absolutes Muss für jedes Bücherregal, bzw. für jeden Alltagsfanatiker ist.

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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dr. rer. imp. TOP 500 REZENSENT
Format:Sondereinband
Gleich vorweg: Das Buch in einem Rutsch durchzulesen geht nicht. Vielleicht soll es das auch nicht.

Paare, Passanten hat keinen roten Faden was eine Handlung, Beziehung zwischen den Textstücken und Dramaturgie anbelangt.

Vielmehr ist es eine Speisekarte mit verschiedenen Gerichten, die es alle in sich haben. Strauß beobachtet nämlich messerscharf, bringt alltägliches in einen neuen Bezug zueinander.

So hat man an fast jeder der Textstellen erst einmal zu kauen, erkennt sich selber wieder oder die Nachbarn, Bekannte oder Freunde.

Manche Textstücke bringen Erleichterung, werden doch Sachverhalte so dargestellt, wie man sie selbst auch schon immer gesehen hat - und sich nicht darüber zu reden getraut hat.

Insgesamt ist Paare Passanten keine leichte Kost. Man muss sich darauf einstellen, dass man sich das Buch richtig erarbeiten muss. Wem dies gelingt, der hat dann an vielen Textstellen seine Freude und sagt: Ja, genau so ist es.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Sondereinband
+ interessante kombinationen von szenen und reflexionen
+ hohe gedankliche und sprachliche komplexität
+ anschauliche, sprechende détailbeobachtungen menschlichen verhaltens
+ gnadenlose moderne paaranalyse
+ der autor hält die fremde zwischen ich und moderne in schwebender melancholie fest
+ sprache klar, profund und durchgearbeitet
+ ruhiger ton der schilderung, vermeidung von brio
+ es ist in diesem 30 jahre alten büchl alles noch verständlich, was dafür spricht, daß dem autor damals eine zeitlose beschreibung des zeitgeistes ende der 70er/anfang der 80er jahre gelungen ist. offenbar handelt es sich um das bedeutendste dt. buch der damaligen zeit
+ vereinzelt merkenswerte sentenzen, etwa: »Man schreibt nicht über etwas, man schreibt e s . . . « (s. 102) »Man macht keine eleganten Fechtübungen an Vogelscheuchen.« (s. 115)
+ frappante zusammenfassung komplexer szenen in einem einzigen satz, z. b. s. 20: »Ein Bezirksbeamter in den Mitdreißigern läßt vor seiner träg und stumm dasitzenden Frau seine Intelligenz warmlaufen.« für dergleichen brauchen andere autoren 200 seiten. hier profitiert der prosa-autor strauß vom theater-autor
+ das 1981 erschienene buch des damals 37jährigen autors hat bis heute nix von seiner interessantheit und gültigkeit als kulturkritisches werk eingebüßt
+ als kulturkritisches kompendium in seiner zeit einzigartig und auf lange sicht in der dt. literatur nur mit wiesengrunds »minima moralia« (1951) und henning ritters »notizbüchern« (2010) zu vergleichen
+ was heute unter dem motto: die liebe in den zeiten des internets und der marktwirtschaft geschrieben wird, hat strauß hier schon anfang der achtziger jahre vorweggenommen, und besser ausgedrückt; vergl. z. b. s. 16f
+ erfindung treffender neologismen wie »Fernsehvolksschatz« (s. 25), »Bücherstall« (s. 27), »Gegenwartsfreaks«, »herunterdemokratisierten« (s. 92), »Gegenwartsnarr« (s. 161), »gemütspornographische« (s. 180)
+ sammlung sittengeschichtlich aufschlußreicher szenen aus vergangenen welten, wie etwa dem berliner ballhaus »resi« (s. 39ff) oder der verlogenheit protestantischer akademikerkreise (s. 69ff)
+ es ist interessant zu sehen, wieviel der uns heute beschäftigenden themen vor 30 jahren, mithin mehr als einer generation, schon in der luft lagen
+ insofern ist es das buch einer unabgeschlossenen epoche, nämlich der unseren
+ die abhandlung s. 166-170 kann heute als zusammenfassung der damaligen politischen befindlichkeit angesichts der atombedrohung im letzten moment vor der perestroika gelesen werden
+ liest man das büchl nicht nur als zustandsanalyse der damaligen zeit, sondern als voraussage der zukunft muß man sagen er hat recht behalten
+ autor bietet uns einen abschnitt mit traumsequenzen (s. 125ff) und fordert uns damit heraus, weiterzuspinnen und mehr auf unsere eigenen träume zu achten
+ es gefiel meinen eltern, die es in ihrer studienzeit lasen, ebensogut wie mir, das spricht doch fürs büchl. was strauß im bez. auf die »minima moralia« sagt (s. 115): »Es ist, als seien seither mehrere Generationen vergangen.« gilt zwischen »Paare, Passanten« und uns heute keineswegs
+ das buch franst am ende ins phantastische aus und regt damit die phantasie des lesers an
+ messerscharfe analyse und schilderung der geschichtslosen öde der bundesrepublik deutschland nördlich des weißwurstäquators (der autor lebte als er das buch schrieb, 1981, in west-berlin, ließ das büchl aber in einem verlag erscheinen, hanser verlag, der seines hanseatischen namens zum trotz in münchen beheimatet ist)
+ zwischen den zeilen wird bayern als die einzig lebenswerte gegend in deutschland, wo man noch nicht von der geschichte abgeschnitten ist, anerkannt
+ ein sehr kluges buch. man heißt nicht umsonst strauß
+ angenehm zu lesen, da es 1981 noch keine staatliche zwangsrechtschreibung gab
+ die leserin anja friedrich war so interessiert, daß sie das büchl in einem zug genoß

- gleich auf der ersten textseite gebrauch des unverständlichen wortes »uzen« (s. 9)
- grammatischer fehler auf s. 17: »Wo aber die Seele so wenig äußeren Zwecken gehorchen braucht'« auch in der uns vorliegenden 5. aufl. von 1982 nicht korrigiert
- die hochschätzung des dichters paul celan (s. 107) und des malers francis bacon (s. 122) kann ich nicht nachvollziehen
- der autor assoziiert den westphälischen jargonausdruck »woll« mit dem rheinland (s. 150), eine seite später mit norddeutschland
- unhistorische verwendung des begriffs »Faschismus« (s. 173)
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