Konjugationstabellen türkischer Verben sind ganz sicher für all diejenigen hilfreich, die sich zu Beginn ihres Lernstadiums mit der Umsetzung der Vokalharmonie schwer tun. Hat man aber einmal das System verstanden, kann man eigentlich kein Verb falsch konjugieren.
In der Einleitung wird gesagt, dass '"die Konjugation der Verben für alle Zeiten anhand von 101 Beispielverben erläutert'" wird. Was die Zeitformen anbelangt, fehlt der Kontinuativ, der Kontinuativ in der Vergangenheit und die zweite Variante des Präteritums in der Vergangenheit; das ist jedoch verschmerzbar.
Im Anhang finden sich Konjugationsbeispiele zur Notwendigkeitsform, der Möglichkeitsform und des Optativs. Auch diese Formen, die man nicht den Zeitformen zurechnen kann, sind hilfreich. Hier hätte man noch zwei Seiten für den realen, potentialen und irrealen Konditional opfern können, da auch diese mit Endungen gebildet werden.
Auf S. 5 findet man die Erklärung, dass die Zeitformen in
'Einfache Zeitformen' und
'Zusammengesetzte Zeitformen'
eingeteilt werden können.
Für die 'Einfachen Zeitformen' gibt es danach Erläuterungen, wie sie gebildet werden und wann sie angewendet werden. Bis auf die 'Unbestimmte Vergangenheit (Erzählform)' sind die Erklärungen gut und brauchbar.
Die 'Unbestimmte Vergangenheit (Erzählform)' drücke aus, "''dass das Geschehen durch Erzählungen anderer erfahren wurde oder dass das Geschehene unbestimmt ist"'. Das bedeutet im Klartext: Wenn es nachts schneit und der Sprecher sieht morgens selbst, dass draußen alles weiß ist und in dieser Vergangenheitsform sagen muss:
Kar yag'mis'',
dass der Tatbestand ihm offenbar zugeflüstert wurde oder im anderen Fall als unbestimmt eingestuft werden muss.
Dass mit dieser Vergangenheitsform die Betrachtzeit nach der Ereigniszeit ausgedrückt und davon abgeleitet auch Erzähltes formuliert wird, kommt nicht zur Sprache.
Die Verwendung der 'Zusammengesetzten Zeitformen' wird bedauerlicherweise nicht erläutert; man hätte mindestens pro Verb ein übersetztes Beispiel erwarten können.
Woher soll der Anfänger wissen, dass das 'Präsens auf -iyor' als Vergangenheitsform das Imperfekt ist? Und woher soll er wissen, dass die 'Erzählform -mis'' als Vergangenheitsform ein ganz normales Plusquamperfekt ohne jeglichen Beigeschmack wie Unbestimmtheit ergibt? (S. 9)
Auf S. 10 findet man
'Erzählende Vergangenheit, zusammengesetzte Zeiten mit der Endung -mis'.'
Diese Seite hätte erheblicher Erläuterungen bedurft und ist in dieser Form fast nicht brauchbar.
Fazit: Wer die zusammengesetzten Zeitformen bereits anwenden kann, ist bereits soweit fortgeschritten, dass er keine Konjugationstabellen mehr benötigt.