Da es für diese Stirnlampe schon so viele Rezensionen gibt, habe ich lange gezögert, auch noch meinen "Senf" dazu zu geben.
Vor etwa 3 Monaten, zeitgleich mit einer H7 von LED-LENSER, habe ich mir die Tikka2 von Petzl gekauft.
Die LED-LENSER H7 ist wirklich beeindruckend hell, hat mich aber nicht vor einem bösen Sturz bewahren können.
Warum das so ist, und warum das für alle Stirnlampen gilt, habe ich in der entsprechenden Rezension "trügerische Sicherheit" zur H7 beschrieben.
Außerdem bin ich mehrfach von entgegenkommenden Joggern angesprochen worden, dass sie zu sehr geblendet wurden, obwohl ich immer brav mein Haupt geneigt hatte.
Die Tikka2 nun ist bei weitem nicht so hell, wie manch anderer "Suchscheinwerfer", aber sie ist ausreichend hell und leuchtet das Feld vor einem angenehm gleichmäßig, mit sanftem Helligkeitsabfall zum Rand hin aus.
Als Jogger interessiert mich ja nicht, was in 50 oder 100 Metern zu sehen ist, sondern es ist der Bereich bis etwa 6-10 Metern wichtig.
Fürs Radfahren hingegen würde ich eine Lampe mit etwas stärkerer Fokussierung und Reichweite empfehlen.
Die Tikka2 trägt sich sehr angenehm. Das Stirnband ist breit und relativ weich, aber es hält die leichte Lampe sehr sicher.
Da die Stirnlampe sehr leicht ist, kann ich im Tragekomfort keinen Unterschied zu der oben genannten Lampe mit rückseitigem Batteriefach feststellen.
Die zwei Helligkeitsstufen mit zusätzlicher Blinkstufe sind wirklich ausreichend und einfach zu betätigen.
Die drei Stufen schaltet man nacheinander durch. Wenn man jedoch nach der Schalterbetätigung etwa 3 Sekunden wartet, schaltet man aus jeder Stufe die Lampe aus. Das ist praktisch.
Eine zusätzliche Dimm- oder Zoomfunktion wäre für Jogging/Running nicht notwendig sondern eher störend.
Um ein ungewolltes Einschalten zu vermeiden, sind die Schalter der meisten Lampen leider ziemlich schwergängig.
Ich würde mir jedoch einen etwas leichtgängigeren Schalter wünschen.
Zwei kleine Eigenarten hat die Tikka2 noch:
- Der Lichtkegel ist, hauptsächlich in der Mitte, etwas bläulich, was aber hauptsächlich auf weißem Untergrund auffällt.
- es scheint etwas Licht durchs Gehäuse nach unten, sodass man den Eindruck hat, der Mond scheine von oben auf's Gesicht.
Den zweiten Punkt (sofern es stört) kann man mit etwas Paketband oder Leukoplast beheben.
Und nun noch ein Punkt, den ich für wesentlich halte:
Es wurde vereinzelt die etwas schwache Lichtleistung bemängelt.
Das kann ich nicht bestätigen, denn meine Tikka2 ist die hellste Lampe in unserer großen Laufgruppe.
Man kann die Lampe jedoch etwas tunen, wenn man statt Batterien Akkus verwendet.
Für technisch Interessierte die (vereinfachte) Erklärung:
Batterien haben einen höheren Innenwiderstand, dadurch fällt bei Belastung die Spannung stärker ab, als bei Akkus.
Außerdem fällt bei einer Batterie bis zum Gebrauchsende die Spannung sowieso kontinuierlich ab.
Wer möchte aber schon eine halbvolle/halbleere Batterie wegwerfen, also nutzt man die Batterie bis zum dunklen Ende.
Ein Akku hat zwar von Hause aus eine geringere Zellspannung, die fällt aber bei Last wesentlich weniger ab und ist über längere Zeit nahezu konstant.
Einen Akku können Sie nach jedem Gebrauch wieder nachladen, sodass Sie immer mit voller Leistung "strahlen".
Ich hab es ausprobiert, der Betrieb mit Akku macht die Tikka2 sichtbar heller.
Der Betrieb mit Akku ist in der Beschreibung zur Tikka2 auch vorgesehen und erlaubt.
Ich kann die Tikka2 für Jogger wirklich empfehlen, denn ich nutze sie selbst mehrmals wöchentlich in unterschiedlichem Gelände und bin sehr zufrieden.