Seit der Anschaffung einer PS2 vor geraumer Zeit ist das beiliegende Gamepad häufiger fremdgegangen als jedes noch so untreue Männlein auf zwei Beinen, d.h. es kam mehr an meinem Rechner zum Einsatz als bei der dafür gedachten Konsole. Dank eines günstigen USB-Adapters stand dem Spielgenuß mit Windows-Titeln nichts im Wege. Und das blieb auch all die ganzen Jahre so.
Doch nach und nach kamen immer mehr Spiele der Microsoft-internen Plattform "Games for Windows" in meine Sammlung, und damit begann der Ärger. Bei den jüngsten "Tomb Raider"-Titeln war an eine Zusammenarbeit zwischen Spiel und Eingabegerät nicht zu denken. Zumindest nicht ohne Weiteres. Nur über Umwege und viel Software-Anpassung schaffte ich es, den Spielen ein XBOX 360-Controller vorzugaukeln. Da durfte ich mir ohne falschen Stolz auf die eigene Schulter klopfen.
Diese Prozedur half mir aber bei der jüngsten Spiel-Anschaffung leider nicht mehr. "Alone in the Dark", ein Action-Adventure aus dem Jahre 2008, landete für lächerliche drei Mücken in meinem Spieleregal und wollte auch sofort gezockt werden. Tja, auch ich wollte, konnte aber nicht. Es war absolut unmöglich, das PS2-Pad darüber zum Laufen zu bringen. Resiginiert ging ich zur Tastatur&Maus-Kombi über, doch richtig Spaß kam dabei nicht auf, da "Alone in the Dark" sehr sehr viele Funktionen auf zuviele Tasten verteilte.
Also gab ich nach, fuhr zum nächsten Elekronik-Markt und holte für gut 30 Euronen einen kabelgebundenen Original-XBOX 360-Controller, Farbwahl schwarz (ist zeitloser, passt besser zur restlichen PC-Hardware und ist meines Erachtens auch wesentlich schmutz-resistenter als sein perlweißer Zwillingsbruder). Black is beautiful !
Eingestöpselt, Treiber installiert, Gerät erkannt. Nicht nur vom Geräte-Manager, sondern - man staune ! - auch von "Alone in the Dark". Das freute mich, und so hoffe ich für die Zukunft, dass ich mit dem PS2- und dem XBOX-Controller für alle erdenklichen Eventualitäten gerüstet bin.
Zum Controller selbst:
Ausgezeichnete Verarbeitung. Trotz mehr Material-Masse (das PS2-Teil ist im Vergleich dazu etwas schlanker) liegt das Gamepad angenehm in der Hand und hat eine sehr ergonomische Bauform. Steuerkreuz, Analog-Sticks und Buttons wurden in perfekten Abständen positioniert. Dass Steuerkreuz und linker Analogstick anders als beim PS2-Pad die Stelle getauscht haben, ist nach kurzer Eingewöhnungszeit keine Problemzone mehr. Die stufenlose Drucktiefe der hinteren LT- und RT-Tasten überraschte mich besonders positiv, da ich diese noch gar nicht kannte. Muss auch zu meiner Verteidigung erwähnen, dass ich aussschließlich PC-Gamer bin und seit der PS2 keine andere Konsole meine Bleibe beheimatet, daher meine mangelnde Erfahrung mit aktueller Gamepad-Technik *g*. Jedenfalls machen diese speziellen Tasten gerade bei Rennspielen richtig Sinn.
Die Materialoberfläche ist angeraut. Eine gute Entscheidung, ein Wegrutschen der Hände / Finger ist damit nahezu ausgeschlossen. Die Sticks haben die gleiche Oberflächenbeschaffenheit, die Buttons und das Steuerkreuz sind dagegen aalglatt. Und hier komme ich auch zum einzigen, kleinen Kritikpunkt:
Ein Steuerkreuz in rauerem Material wäre die bessere Wahl gewesen. Würde sich einfach besser anfühlen und in Kombination mit den Sticks auch optisch besser zusammenpassen. Für diese Kleinigkeit ziehe ich aber keinen Stern von der Produktwertung ab, auf hohem Niveau rummeckern ist nicht meine Art ;).
Fazit:
Ein sehr hochwertiges Gamepad aus dem Hause Microsoft. Trotz anfänglicher Skepsis, die aus meiner jahrelangen Erfahrungen mit dem Konkurrenz-Produkt des Hauses Sony herrührt, bin ich vom XBOX 360-Controller sehr angetan. Als Zweit-Gerät oder favorisiertes Gamepad eine sinnvolle Anschaffung, und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt auch.