Damit wäre der Beweis erbracht: Zuviel Arbeit schadet der Gesundheit. Wer sich obendrein auch noch am Weihnachtsabend für die Firma abstrampelt, kommt zwangsläufig in die Bredouille.
"P2" spielt mit den Urängsten einer jeden Frau; ein verlassenes Parkhaus reicht hierzu völlig aus. Es ist Nacht in New York; die Stadt, die niemals schläft, feiert sich selbst und den heiligen St. Nikolaus. Angela (Rachel Nichols - u.a. "The Amityville Horror"-2005), eine wohlproportionierte Business-Frau, um nicht zu sagen ein aus dem Ei gepellter Workaholic, verlässt wie so oft als Letzte die Büroräume ihrer Firma. Müde und gestresst will die junge Frau an diesem Abend noch bei ihren engsten Verwandten in New Jersey vorbeischauen, denn merke, "solange es der Businesskalender zulässt, sollte auch das Fest der Liebe nicht zu kurz kommen".
Doch Angie kommt nicht allzu weit; auf der Ebene P2 des ihr so vertrauten Parkhauses ist Schluss mit lustig. Ein augenscheinlich mental gestörter Parkhauswächter namens Thomas (Wes Bentley - u.a. "American Beauty") verlangt ihr in psychischer wie auch in physischer Hinsicht alles ab...
Was sich so simpel liest, wurde von Franck Khalfoun handwerklich perfekt, wenngleich extrem perfide in Szene gesetzt. Franckie-Boy, der in Alexandre Ajas Terror-Opus "High Tension" den guten Jimmy mimen durfte, macht bei seinem Regiedebüt nahezu alles richtig. Aja selbst unterstützte seinen Protegé wo er nur konnte. Zum einen tritt er als Produzent und zum anderen als Script-Writer in Erscheinung (kurze Randnotiz: die Ikonisierung des Meisters spiegelt sich in dem für die Kinowelt-DVD/-Blu-Ray angefertigten Audiokommentar wider).
Auch wenn zwei der drei Gore-Einlagen dem ungeübten Zuschauer auf den Magen schlagen werden, so ist "P2" mehr Nagelbeißer denn blutiger Horrorstreifen. In jedem Fall zählt der Film zum Besten, was der Markt derzeit hergibt. Sehr geil!