Sicher ist dies der detailreichste Krimi, den ich je gelesen habe. Irgendwie müssen 630 Seiten ja zusammen kommen. Da geht es bis in die kleinsten Details der Beschreibung einer Szenerie bis hin zur Fütterung der Katze des Zeugen.
P.D. James schreibt ohne Zweifel in der klassischen Tradition der englischen KriminalschriftellerInnen, was einerseits etwas betulich Antiquiertes hat, andererseits aber in der Zeichnung der Figuren, der Psychologie und der Atmosphäre nicht zu verachten ist.
Das erste Kapitel stellt ausführlich die Figuren vor, im Mittelpunkt die Staranwältin, die später zu Tode kommen soll. Wie bei Agatha Christie haben alle auftretenden Figuren ein Mordmotiv, das in diesem Kapitel ausführlich und psychologisch überzeugend dargelegt wird.
Im zweiten Kapitel geschieht der Mord und die Ermittlungen beginnen, in denen sich einiges wiederholt, aber auch neue Aspekte eingeführt werden. Aber anstatt den Faden zu verlieren, überzeugt James dann in den letzten Kapiteln mit noch einigen unerwarteten Wendungen und zunehmender Brutalität, die zu diesem Roman irgendwie nicht passt und vielleicht ein Tribut an den "modernen" Kriminalroman ist.
Das Buch ist trotz einiger Längen überzeugend geraten und wird nicht wirklich langweilig. Meine Bewunderung gilt der ja auch schon recht bejahrten Schriftstellerin, ob der unglaublichen Detailfülle nicht den Überblick verloren zu haben.
Fazit: ein solider und letztlich beeindruckender Krimi der SZ-Reihe.