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Das Buch ist in 12 Kapitel unterteilt, die man aber nicht chronologisch lesen muss. Man kann sogar einzelne Kapitel als Einführung in das jeweilige Fachgebiet hernehmen.
Einleitung: Pädagogisches Grundwissen - wozu?
1. Gliederung der Erziehungswissenschaft
2. Richtungen der Erziehungswissenschaft
3. Methoden der Erziehungswissenschaft
4. Geschichte der Pädagogik
5. Das Kindes- und Jugendalter -Abriss der Entwicklungspsychologie
6. Sozialisation
7. Erziehung und Bildung
8. Lernen
9. Didaktik
10. Das Bildungswesen
11. Außerschulische pädagogische Arbeitsfelder
12. Immer neue Probleme - Aktuelle Herausforderungen der Pädagogik
Für die 7. Auflage wurde das gesamte Buch überarbeitet. Völlig neu formuliert wurde allerdings das 12. Kapitel. Die Herausforderungen der Pädagogik ändern sich eben alle paar Jahre und somit war das auch die richtige Entscheidung, dieses Kapitel neu zu schreiben. Hier scheint vor allem der Punkt "Neue Medien und Medienpädagogik" ein wirklich neuer Aspekt zu sein. Die Punkte "Friedenserziehung - 'Dritte Welt/Eine Welt' - Umweltbildung" und "Interkulturelle Bildung" sind zwar immer noch relevante Themen der Pädagogik, aber nicht so neu, wie es eben die Auseinandersetzung mit den Neuen Medien ist.
Gudjons selbst sieht sein Werk als aktuellen Überblick für Studienanfänger, beim Examen, im Referentariat und nicht zuletzt in der Praxis.
Leseprobe, Seite 126, 5.2. Jugend, 5.2.1. Grundlegende Begriffe: Jugend - Pubertät - Adoleszenz, „Jugend"
„Meist wird heute unter Jugend eine bestimmte Altersphase verstanden (sehr unscharf in der Abgrenzung, in der Regel von 13 bis über 20 Jahre) oder auch eine gesellschaftliche Gruppe („die heutige Jugend"). Letzteres ist so verbreitet wie falsch, denn man kann von der Jugend nicht mehr sprechen, „Jugend gibt es nur im Plural" (Liebau 1990, 6). Ein verheirateter 22-jähriger Klempnergeselle mit einem Kind ist kaum noch Jugendlicher, ein 22-jähriger Student in einer WG schon eher, ein zweimal sitzen gebliebener 22-jähriger Abiturient mit Sicherheit. Und Skinheads haben mit Autonomen so wenig gemeinsam wie Rapper mit Punks. Jugend ist also keineswegs gleich Jugend."
Alles in allem ist das Buch für Studenten und Praktiker im Bereich "Pädagogik" bzw. "Erziehungswissenschaft" zu empfehlen. Es ist ein guter systematischer Überblick über das Thema.
Ich persönlich bedaure, dass sich Gudjons mit dem Themenbereich "Pädagogik und Wirtschaft", wie so viele Pädagogen, nicht oder nur unzureichend auseinandersetzt. Es gibt zwar einen Unterpunkt berufliche Bildung, doch dieses wird in aller Kürze abgehandelt. Auf aktuelle Themen wie "organisationales Lernen" und "Organisationspädagogik" geht er nicht ein. Er hätte zumindest der "Betriebspädagogik", die schon seit mindestens 20 Jahren eine eigenständige Disziplin ist, einen Unterpunkt widmen können.
Trotz dieser Abstriche ist das Buch wirklich empfehlenswert!
Mag. Christian Pirker
Klagenfurt, Österreich
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