Im Grunde war alles vorhanden; eine Geschichte die es wert ist erzählt zu werden, gut recherchierte Hintergrundinformationen und schriftstellerisches Können. Dennoch schafft Pächter der Zeit nicht zu überzeugen. Die Bezeichnung "großer Irland-Roman" bezieht sich hier leider hauptsächlich nur auf die Quantität, dabei hätte das Buch mit über 1000 Seiten ein wirklich fesselndes und vor allem nachhaltiges Leseererlebnis werden können.
Die Handlung dreht sich um die vier irischen Freunde Hugh, Bob, Vincent und Ned die 1867 an dem Fenier-Aufstand gegen die Engländer Teil nehmen, der jedoch in einer Niederlage endet. Dieses Ereignis und die darauf folgende Haftstrafe, die drei der vier Freunde abzusitzen haben, ändern ihr Leben nachhaltig. Jeder von ihnen entwickelt sich in eine andere Richtung: Hugh sucht Zuflucht in einem geregelten Familienleben und einem ruhigen Beruf als Schulmeister, Bob stürzt sich in die Politik und in die Arme einer verheirateten Geliebten, Vincent verbringt sein Daein als Lebemann und Draufgänger, während Ned vor nichts zurück schreckt um für ein freies Irland zu kämpfen.
Das Potential für einen einmaligen Roman ist somit gegeben. Das Problem ist schlicht und ergreifend: er ist einfach sterbenslangweilig. Die Geschichte entwickelt sich schwerfällig und dermaßen langatmig, dass ich mich oftmals wirklich durchkämpfen musste und mehrmals das Bedürfnis hatte das Buch einfach weg zu legen. Seitenlang passiert überhaupt nichts interessantes und wenn dann doch endlich etwas kommt, wird es in wenigen Sätzen abgehandelt. Selbst die Tode diverser Charaktere werden dem Leser geradezu lieblos mitgeteilt, so dass kaum Emotionen aufkommen. Es hätte dem Buch wirklich gut getan wenn es um die Hälfte gekürzt und nur das Wichtigste erzählt worden wäre. So wäre auch die Sympathie für die Protagonisten bei weitem größer gewesen.
Auch die Erzählperspektive trägt nicht besonders zum Lesespaß bei. Der ständig wechselnde Erzähler, läßt den Handlungsverlauf oft konfus und nicht durchdacht erscheinen. Hätte der Autor sich nur auf drei oder höchstens vier Erzähler konzentriert, wäre die Geschichte fließender und angenehmer zu lesen, ohne dass die Nebenstränge den Leser von der eigentlichen Story abbringen.
Das Ende des Romans war schlüssig und durchaus befriedigend, doch es reichte meiner Meinung nach nicht mehr für drei Sterne. Es ist einfach zu enttäuschend, aus so gutem und vor allem interessantem Stoff eine so langweilige Geschichte zu machen.
Positiv finde ich, dass man beim Lesen dieses Buches wirklich viel lernen kann, sowohl über die Geschichte Irlands, als auch über die Lebensweise der Menschen. Wer also auf Informationen mehr Wert legt als auf Unterhaltung ist mit diesem Buch bestens bedient.