Wenn jemals all das, vor dem uns Eltern immer schon warnen wollten, in einer Person verkörpert wurde, dann wohl nur im Teufel -- oder in Ozzy Osbourne. Für manche Eltern aber bestand da ohnehin kein Unterschied: Ozzy war Satan, denn als Lead-Mann der 1967 in Birmingham gegründeten englischen Rock-Gruppe Black Sabbath verwandelte die Heavy-Metal-Legende, die bezeichnenderweise als Schlachter begonnen hatte, das Böse in Klang. Zwei Jahre lang nahm Ozzy Acid statt Müsli zum Frühstück ein und bekannte sich auch noch dazu. Und: Konnte man, wenn man die Lieder der Gruppe rückwärts spielte, nicht deutlich die Aufforderung zu Mord und Vergewaltigung vernehmen?
So hell es auch war in der Hölle, bisher lag Ozzys Leben immer etwas im Dunkeln. Dies änderte sich erst, als der König der Unterwelt sein irdisches Paradies im noblen Villenviertel von Beverly Hills für das Fernsehen öffnete und sein chaotisches Privatleben mit Ehefrau Sharon vor den gleißenden Scheinwerferaugen der MTV-Gemeinde als Doku-Soap ausbreitete. The Osbournes war das Publikumsträchtigste, was der Sender der Kinder oben erwähnter Eltern bislang zu bieten hatte.
Jetzt legt Harry Shaw kräftig nach. Ozzy Osbourne. Talking versammelt 500 Äußerungen des Altrockers aus mehreren Jahrzehnten, die sich zur Biografie zusammenfügen. Neben Beiträgen zu seinen Anfängen als Klassenclown oder zur höllischen Zeit bei Black Sabbath (Groupies!) findet sich hier Beschaulich-Philosophisches über das Älterwerden oder Tipps zur Kindererziehung. Für Fans ein unbedingtes Muss -- oder für Eltern, die angesichts von Marilyn Manson und Co. noch einmal nachlesen wollen, wovor sie die Großeltern ihrer Kinder eigentlich damals überhaupt gewarnt haben. --Thomas Köster
Ozzy Osbourne - Der Schock-Rocker und Familienvater in seinen eigenen Worten.
»Mit 14 habe ich mir »OZZY« auf den Arm tätowieren lassen. Das war mein erstes Tattoo. Ich ging nach Hause und zeigte es meinem Vater... Der hat mich dann so richtig durchgeprügelt!«
»Ich bin einmal zusammen mit Paul McCartney geflogen, aber ich wollte mich nicht aufdrängen, da wär ich mir wie ein Idiot vorgekommen. Er war mit Linda unterwegs und sie wollten mir nicht nahe kommen, Sie wissen schon, wegen dieser Geschichte mit der Fledermaus.«
»Ich trinke nicht, ich kiffe nicht, und jetzt sagt mir mein Trainer, ich müsse auch aufhören, Sodas zu trinken. Genauso gut könnte ich mir ins Gesicht schießen.«
»Als wir aus dem Film »Der Exorzist« kamen, wollten wir uns nicht trennen und mussten alle zusammen in einem Raum bleiben. Soviel dazu, wie satanistisch wir waren.«
»Ich habe mal mit Pferden gearbeitet. Ich habe sie erwürgt.«
»Ich jage Kaninchen und Fasane, Milchmänner, Lieferboten, Taxifahrer, Nachbarn...« »Es gab Zeiten, in denen Bill und ich nicht zusammen ausgehen konnten. Irgendwie hatten wir zu zweit nur noch ein Paar Schuhe übrig. Also mussten wir uns mit dem Ausgehen abwechseln.«
»Ich bin als Showtyp und als Entertainer ganz okay. Ich habe nie vorgegeben, irgendwie mehr als das zu sein.«
»Ich habe das Gefühl, dass man mich genauso zu einem Stereotyp gemacht hat wie Christopher Reeve, der Typ, der den Supermann gespielt hat. Er mag ein großartiger Schauspieler sein, aber egal, was er macht ich erwarte jedes Mal, dass er gleich sein Hemd auszieht und ein großes »S« auf seiner Brust zum Vorschein kommt.«
»Wir haben manchmal zu Hause gesungen. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum ich so singe, wie ich singe. Ich habs von meinem Vater gelernt, und der hat nur gesungen, wenn er betrunken war.«
»Ich bin 50 Jahre alt. Wie soll man sich als 50-Jähriger schon fühlen? Wie soll man sich benehmen? Die Leute sagen: »Jetzt werd mal erwachsen und benimm dich deinem Alter entsprechend«... Gelegentlich laufen mir alte Schulfreunde über den Weg und dann rutscht es mir raus: »Scheiße, Mann, was ist denn mit dir passiert?« Glatzen, fette Bierbäuche, Geschwüre und Ratenzahlungen fürs Auto.«
Das Buch
Er ist der »Madman« des Hardrock, der Clown des Heavy Metal. Mal beißt Ozzy Osbourne Fledermäusen und Tauben den Kopf ab, mal gibt er zu, zwei Jahre lang jeden Tag zum Frühstück Acid genommen zu haben. Vor allem aber ist Ozzy Osbourne Kult und der Inbegriff von harter Rockmusik mit okkultem, mystischem Einfluss.
Der Inhalt
Der ehemalige Schlachter aus Birmingham mit dem berühmten OZZY-Knöcheltattoo ist inzwischen seit über 30 Jahren im Musikgeschäft und immer noch in aller Munde. 1970 war er Mitbegründer der Pionier-Metaller »Black Sabbath«, die sich nach einem Horrorfilm von Boris Karloff benannten und schnell des Satanismus verdächtigt wurden. 1980 begann er mit seinem Debütalbum »Blizzard of Ozz« seine Solokarriere und im Herbst 1996 rief er das Hardrock-Spektakel »OzzFest« ins Leben. Zur Zeit hat er nicht nur mit seiner neuen Ballade »Dreamer« einen Megahit gelandet, sondern lässt sich auch in der MTV-Show »The Osbournes«, einer Reality-Soap über den Alltag der Ozzy-Familie, bewundern.
Harry Shaw versammelt in dem Buch »OZZY« neben 131 z.T. farbigen Abbildungen eine Fülle von O-Ton-Kommentaren des »Fürsten der Dunkelheit« und gibt so einen ebenso unmittelbaren wie unterhaltsamen Einblick in das Leben und die Welt dieser legendären Hardrock-Ikone. Ob über Kindererziehung, Söhne des Satans oder das Älterwerden hier redete Ozzy Klartext!