...und dadurch lange Zeit von Presse und Öffentlichkeit zum Wahnsinnigen stigmatisiert wurde, davon schöpfte und auch beinahe daran zerbrach, mit Black Sabbath und als Solokünstler über Jahrzehnte die Welt der (Rock)musik maßgeblich beeinflusste und veränderte, erzählt nun, unterstützt von "London Times" Korrespondent und Co-Author Chris Ayres, seine Lebensgeschichte von den frühen Zeiten in Aston, Birmingham bis in die Gegenwart.
Auf knapp 500 Seiten erfährt man in vielen Anekdoten, die oft in gewohnter Ozzy Manier witzig und selbstironisch, mal nachdenklich und auch tragisch erzählt sind, aus dem Leben des John Michael Osbourne, welches wechselhafter nicht hätte sein können und kann. Von Triumphen und Exzessen bis zu schweren persönlichen und beruflichen Rückschlägen ist alles enthalten, was den Fan begeistern, informieren und zum Staunen bringen wird. Selbst Leser, die mit dem Schaffen und Wirken Osbournes nicht viel anfangen können bzw. vertraut sind, werden von diesem Buch und der Geschichte aber zumindest überrascht sein. Sein Image als trotteliger TV-Rockstar oder des unberechenbaren "Madman" früherer Zeit, für das er von unzähligen Fans geliebt, sogar vergöttert und von seinen Kritikern verachtet und belächelt wird, ist nicht mehr und nicht weniger als eben selbiges.
Der Erzähler und die Privatperson Osbourne weiß durchaus offen und ehrlich von seinen Fehlern wie dem exorbitantem Drogen- und Alkoholkonsum, Gewalt gegen andere und sich selbst und zwischenmemschlichen Problemen zu berichten, ohne diese jedoch zu verherrlichen oder sich der Peinlichkeit preizugeben. Vielmehr merkt man während des Lesens, dass Osbourne durchaus ein einfühlsamer, sensibler und bisweilen innerlich zerrissener Mensch sein muss, der durchaus in der Lage ist zu reflektieren, zum Erzählten zu stehen und dies in durchaus sympathischer Weise dem Leser nahe bringen kann.
Schreib- und Erzählstil sind einfach und direkt gehalten, wirken aber keinesfalls aufgesetzt oder plump, sondern passen zu der Person Ozzy Osbourne und kommen dadurch authentisch beim Leser an. Größere Hänger gibt es nicht und so bietet das Buch trotz eines gewissen Umfangs einen kurzweiligen Lesespass, der, wie bereits erwähnt, vorallem seine Fans fesseln wird. Die deutsche Übersetzung kann man durchaus als gelungen bezeichnen, da beim Leser inhaltlich alles ankommt und bestimmte sprachliche Eigenheiten durch Fußnoten ergänzt sind, so dass diese nicht untergehen.
Sicherlich ist "I am Ozzy" (so der Originaltitel des Buchs) kein literarisches Meisterwerk, dafür aber authentisch, ehrlich und vorallem sehr unterhaltsam. Für den Fan in Kombination mit Garry Sharpe-Youngs "The Story Of The Ozzy Osbourne Band" Pflichtlektüre und für den "Nicht-Fan" ein durchaus interessanter Lesespaß.