Wie der Titel schon andeutet, erfolgt die - schlüssige und überzeugende - Argumentation in diesem Buch auf zwei Ebenen. Als erstes wird ausführlich dargestellt, dass es sich beim Ozonloch um ein natürliches Phänomen handelt, dass in erster Linie durch „winterliche Wirbel" sowie natürliche Chlorquellen wie Vulkane und nicht durch die „bösen FCKWs" jedes Jahr aufs neue entsteht. Außerdem zeigen die angeführten Messdaten, dass es in den letzten Jahrzehnten nicht zu einer Vergrößerung des Ozonlochs und auch nicht zu den befürchteten negativen Auswirkungen - nämlich dem Anstieg der UV-Strahlung - kam.
Hier verstricken sich die Autoren leider zum Teil in wissenschaftliche Details, die für den Laien - also mich - nur schwer nachvollziehbar und meiner Meinung nach für die Argumentation nur von geringer Bedeutung sind. Schade ist an dieser Stelle ebenfalls, dass die sehr interessant erscheinende Abbildung auf der Rückseite des Buches überhaupt nicht miteinbezogen wird.
Im zweiten Teil des Buches setzen sich die Autoren mit der Frage auseinander, wie und warum Medien, Politiker, Wissenschaftler, Umweltaktivisten und die großen Chemiekonzerne nicht müde werden, den Mythos vom Ozonloch als eine vom Menschen verursachte Umweltkatastrophe zu schüren. Computergestützte Zukunfts-Visionen, die auf unzureichenden Daten beruhen, Ängste schüren und damit für die Politik nutzbar werden, sind nur ein Beispiel für die vermeintlich gesicherten Grundlagen der Ozonloch-Theorie.
Was die möglichen Konsequenzen eines weltweiten FCKW-Verbots betrifft, so halte ich es für übertrieben, wie die Autoren von einer Lähmung der Wirtschaft auszugehen. Aber derartige Schritte würden mit Sicherheit nicht nur auf die Dritte Welt, die FCKW dringend als billiges Kühlmittel für ihre Lebensmittelversorgung benötigt, negative Auswirkungen haben. So prophezeien die Autoren Einschränkungen im Wettbewerb durch die Verdrängung kleinerer Chemie-Unternehmen, die sich die Entwicklung von Ersatzverbindungen nicht leisten können.
Auch wenn dieses Buch dem Leser zuweilen etwas Geduld abverlangt und auch nicht immer leicht verständlich ist, muss man dennoch kein Klima-Forscher sein, um sich dem Thema erfolgreich nähern zu können. In jedem Fall ist dieses Buch jedem zu empfehlen, der bereit ist, sich wirklich mit dem Thema „Ozonloch" auseinander zu setzten - gleichgültig, ob ihn die Argumente am Ende überzeugen - , anstatt den Pauschalaussagen so mancher Medien-Vertreter blind zu vertrauen.