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Mit heißen Salsa-, Calypso- und Merengue-Rhythmen feiert die Afrikanerin Angélique Kidjo auf
Oyaya! die Musik der schwarzen Sklaven des Karibikraumes. Damit bildet
Oyaya! den Abschluss einer Trilogie zu den afrikanischen Wurzeln der Musiktraditionen des Globus, die mit ihren Alben
Orémi und
Black Ivory Soul begann, in denen sich die aus Benin stammende und inzwischen in Paris lebende Sängerin der Musik der USA und Brasiliens widmete. "Oyaya!" ist Yoruba (eine in Afrika von etwa 30 Millionen Menschen gesprochene Sprache) für "Freude", was den gemeinsamen Nenner der 13 lebensbejahenden Songs treffend zusammenfasst.
Die bereits mehrfach für den Grammy nominierte Westafrikanerin liefert einen gut gemixten Cocktail aus temporeichen Nummern wie "Seyin Djro" oder "Oulala" und gefühlvollen, zurückgenommenen Songs, wie "N'Yin Wan Nou We" oder "Le Monde comme un bébé", ein Duett mit dem französischen Crooner Henri Salvador. In ihren auf Yoruba, Fon und Französisch gesungenen Liedern gibt sich Angélique Kidjo, die sich unter anderem für die Unicef einsetzt, gerne auch kämpferisch. Das mit einem muslimischen Frauenchor aus der Beniner Bassila-Region gesungene "Bissimilai" spricht sich beispielweise gegen die Macht fanatischer Glaubensrichtungen aus, welche ihre Anhänger dazu bringt, sich selbst das Leben zu nehmen. Warum wurden die Texte eigentlich nicht im Booklet abgedruckt und übersetzt?
Kidjos kraftvoller Gesang, die exzellenten Instrumentalisten und die glasklare Produktion von Steve Berlin (u.a. Los Lobos, Crash Test Dummies), bestens dazu geeignet, das Soundsystem so mancher Party zwischen Havanna und Helsinki zum Erbeben zu bringen, machen Oyaya! zu einem Album der Extraklasse. --Albrecht Volk
kulturnews.de
Na, das klingt aber, als wäre unsere liebste Global-Groove-Wuchtbrumme Angélique Kidjo mitten in Afrika aufgeputschten Brasilianern und Kubanern in die Hände gefallen! Ihr neues Album mit dem äußerst sprechenden Titel "Oyaya!" wird in Rio genauso gut funktionieren wie in Casablanca oder im Kuba-Club. Das groovt bis zum Knöchelbruch, und an den fies grinsenden Bläsern haben sicher auch Bigband-Freaks ihre helle Freude. Angélique Kidjo beerdigt im Alleingang die letzten Überreste des Kuba-Booms - und müsste eigentlich alle Fans rüberholen in ihr Afrolatindancefloor-Dampfschiff. Ab jetzt liegt der Zuckerhut im Schatten des Kilimandscharo, und durch den Kral zieht eine durchgedrehte Samba-Prozession. "Oyaya!" führt den überschäumenden Beweis, dass Afrika und Amerika wirklich mal ein Kontinent waren - und von einer doofen Tektonik völlig zu Unrecht auseinandergerissen wurden. Kidjo korrigiert zum Glück diesen Fehler. (mw)