Anfang der 90er Jahre hatte ich mir das gerade in der ersten Auflage erschienene Oxford German Dictionary während eines London-Aufenthaltes gekauft. Es in den zurückliegenden knapp zwei Jahrzehnten das von mir am meisten frequentierte Buch geworden.
Vor ein paar Monaten habe ich es mit dieser dritten Ausgabe aus dem Jahre 2005 ergänzt, um auch für neuere Wörter und Redewendungen die entsprechenden deutschen bzw. englischen Übersetzungen zur Hand zu haben.
Was hat sich geändert, was ist geblieben?
Auffallend ist das frische Design, das größere Format und die bessere Übersichtlichkeit der Einträge durch die in blau gedruckten Haupteinträge. Die erste Auflage war komplett in schwarz-weiß gehalten und im deutlich kleineren Format.
Beibehalten wurden die Musterbriefe, die sich in der Mitte des Wörterbuchs befinden und Beispiele für englische und deutsche Briefen geben, so z.B. in den Bereichen Ferien und Reisepläne, private Korrespondenz und Berufswelt. Für SMS-Schreiber interessant ist vielleicht auch die Liste mit über 70 Abkürzungen und 20 Emoticons, die in SMS gebräuchlich sind.
Neu hinzukommen sind kleine Kästchen sowohl im deutschen als auch im englischen Teil, die landes- und sprachraum-typische Dinge, Berufe, Gewohnheiten usw. näher erläutern. So erhält z.B. ein englischsprachiger Nutzer Informationen zum "Grünen Punkt", eine deutschsprachige Nutzerin Erklärungen zum "Scottish Certificate of Education". Das Wörterbuch hat durch diese (inhaltlich mit Lexikon-Einträgen vergleichbaren) Ausführungen einen informativen Zusatznutzen und wird optisch aufgelockert.
Fazit:
Das Oxford German Dictionary ist allen zu empfehlen, die sich für die englische und deutsche Sprache interessieren und gute Übersetzungen für eine große Anzahl von Worten haben möchten. Auch Schülern ist mit diesem Werk geholfen, da sie im Gegensatz zu weniger umfangreichen Wörterbüchern (fast) immer einen Eintrag zu der von ihnen gesuchten Vokabel finden werden. Denn was soll es bringen, beim Kauf eines Buches mit geringerem Umfang vielleicht zehn oder fünfzehn Euro zu sparen, dann aber entweder durch das Nichtvorfinden von Vokabeln frustriert zu werden oder aber nicht alle möglichen Übersetzungen eines Wortes -- und darunter die vielleicht einzig stimmige -- aufgeführt zu erhalten.
Drei Kritikpunkte gibt es von meiner Seite:
(1) einige wenige Wörter oder Abkürzungen, die im Englischen gar nicht so selten vorkommen, sind leider nicht enthalten;
(2) eine beigelegte CD-ROM mit dem gesamten Inhalt wäre wünschenswert, so dass z.B. jemand, der viel am Computer arbeitet oder mit seinem Notebook unterwegs ist, ein Wort nachsehen kann, auch ohne das gedruckte Werk zur Hand zu haben . Dass soetwas für einen akzeptablen Preis möglich ist, zeigt z.B. das vom Umfang her nicht viel geringere (einsprachige) "Longman Dictionary of Contemporary English" [ISBN-10: 3526516790] für aktuell 34,95 Euro;
(3) es fehlt auch bei dieser dritten Ausgabe immer noch der Hinweis auf die amerikanische Schreibweise eines Wortes im deutsch-englischen Wörterverzeichnis. Zwar ist im englisch-deutschen Teil z.B. nicht nur "labour", sondern auch "labor" aufgeführt (hier aber ohne Übersetzung, sondern mit Verweis auf den Eintrag in britisch-englischer Schriftweise), doch wenn man im deutsch-englischen Teil "Arbeit" nachschlägt, erhält man als eine mögliche Übersetzung leider nur "labour".
Dies hätte besser und vollständiger gemacht werden können, vorzugsweise indem man beide Versionen nacheinander aufführt und entsprechend markiert, z.B. die amerikanische Version mit der Abkürzung "Amer." oder dem $-Zeichen.
Das gleiche gilt für das gesprochene Wort, da eine eventuell unterschiedliche amerikanische Aussprache unterschlagen wird.
Diese Mängel haben mich schon bei der ersten Ausgabe sehr gestört -- dass man weiterhin darauf verzichtet, ist meiner Meinung nach nicht zeitgemäß.