31 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kleiner Mann ganz hoch gehoben ..., 4. Oktober 2002
...ich dachte erst: Na, schon wieder ein kleiner Mann als großer Held!
Doch mein Vorurteil wurde schnell beseitigt. Owen Meany ist ein unvergesslich prägnantes Werk, starke 853 Seiten außergewöhnliche Spannung.
Es ist die Geschichte eines tragischen Todes und einer "echten" Freundschaft, sie erzählt aber auch von heimlicher Verehrung und den "Verirrungen" und Klischees der Kirche, Gesellschaft und speziell des Militärs.
Owen Meany ist der perfekt ausgesuchte "Typus", um ein Opfer und trotzdem der starke Held zu sein, der seinem Freund John tatkräftig zur Seite steht. Der Kleinwuchs fordert und fördert Owens Sensibilität und Fantasie, seine ungewöhnlichen Fähigkeiten.
So wird er regelmäßig von seinem Freund John "gehoben", um Owens Kleinwuchs bei allen möglichen Tätigkeiten zu kompensieren und ihn "teilhaben" zu lassen.
Das "Werfen" , das "Heben"- typisch Irving, diesen sportlichen Betätigungen eine außergewöhnliche Bedeutung beizumessen.
Die Geschichte ist derart gut durchdacht, dass der Autor den Leser bis zur letzten Seite mit Überraschungen nur so "bombardiert".
Von Irving ist mir immer sofort "Owen Meany" im Gedächtnis geblieben.
Heftiges Werk, regt an, regt auf, super Roman!
Super Unterhaltung!
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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Faszinierendes Psychogramm eines kleinen, großen Mannes, 7. März 2005
Zuerst muss ich gestehen, dass „Owen Meany" der erste Roman von John Irving ist, den ich gelesen habe. Ich kann demnach nicht beurteilen, inwieweit dieser Roman Irving-typisch ist, ich kann ihn nicht einordnen in das Werk Irvings. Mein Fazit möchte ich an dieser Stelle der Besprechung vorwegstellen: Owen Meany ist einer der bemerkenswertesten Romane, die ich je gelesen habe. Peter Arens vom ZDF wird auf der Rückseite zitiert: „... Owen Meany ist eines der sympathischsten, anrührendsten Bücher, das ich kenne. Aufgrund seiner emotional-menschlichen Qualitäten ein ideales Lieblingsbuch." Dieser Aussage kann ich mich nur anschließen.
Eine Inhaltsangabe zu hinterlassen, erscheint mir angesichts der Vielzahl der bereits geschriebenen Rezensionen als nicht notwendig.
Wichtig festzuhalten erscheinen mir jedoch die Komponenten, die die Faszination des Romans ausmachen. Zum einen gelingt John Irving mit der Darstellung des kleinen Owen Meanys eines der faszinierenden Psychogramme der Literaturgeschichte. (Selbstverständlich kamen mir schon auf den ersten Seiten die Parallelen zu Günter Grass' Oskar Matzerath in den Sinn. Man vergleiche nur die Initialen. Gestört hat das aber nie.) Zum anderen verwebt Irving Klerikales mit Säkularem auf intelligenteste Weise, so dass man nicht religiös sein muss, um Owens Gedanken und die Christwerdung (siehe den ersten Satz im Buch) des Erzählers nachvollziehen zu können.
Weiterhin verarbeitet Irving drei Jahrzehnte US-amerikanischer Geschichte in äußerst kritischer Weise. Im Mittelpunkt dieser politischen Abrechnung stehen die kriegerischen Aktivitäten der Vereinigten Staaten, vor allem in Vietnam. Kein Präsident von 1950 bis 1989 bleibt ohne Schaden, jeder bekommt von Irving sein Fett weg.
Und schließlich ist das Buch eines der am intelligentesten konstruierten Romane, die ich kenne. Details bleiben über Hunderte von Seiten Details, bis sie zu einem elementar wichtigen Bestandteil der Geschichte werden. Ich dachte manches Mal, wie interessant es wäre, einmal mit Irving über die Vorgehensweise beim Schreiben des Buches zu sprechen. Dieser konstruierte Aufbau schadet der Lesefreude aber keineswegs, ganz im Gegenteil.
Ein köstliches Detail möchte ich noch erwähnen: Die Tatsache, dass in einem religiös inspirierten Roman der Ich-Erzähler als Parallele zu Maria jungfräulich ist, und alle zaghaften Versuche im jugendlichen und Erwachsenenalter, das zu ändern, erfolglos bleiben, ist nur ein Beispiel, wie viel schriftstellerische Kreativität in diesem Werk steckt.
Ich habe schon lange nicht mehr SO überzeugt fünf Sterne vergeben. Es bleibt die Furcht, dass Irvings weitere Werke den Maßstab von „Owen Meany" nicht halten können. Aber vielleicht ist diese ja unbegründet.
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43 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
owen meany - das meisterwerk von john irving, 5. Februar 2002
Owen Meany ist ohne Zweifel John Irvings bester Roman. Auch wenn er mit anderen Werken, wie dem "Hotel New Hampshire","Garp" und auch der "Witwe für ein Jahr" die Erwartungen jedes John Irving Fans vollkommen erfüllt, so schuf er doch in Owen Meany eines der liebenswertesten Geschöpfe der Weltliteratur und mit ihm einen Roman, der keinen mehr los lässt, der erstmal damit angefangen hat. Umso erstaunlicher ist das durch die Tatsache, dass Irving seinen Owen Meany als Anlehnung an den Protagonisten der von ihm sehr geschätzten "Blechtrommel" von Günther Grass, Oskar Matzerath, geschrieben hat. Die Parallelen der beiden Hauptpersonen sind nicht zu übersehen. Die eigentliche Meisterleistung John Irvings beruht jedoch darauf, dass er es geschafft hat, den angsteinflößenden und unsympathischen Oskar Matzerath in den liebens- und bewundernswerten Helden Owen Meany zu verwandeln."Owen Meany" war mein erstes John Irving Buch und Owens beeindruckender Persönlichkeit habe ich es zu verdanken, dass mich das John Irving Fieber gepackt und nie wieder losgelassen hat. Mr. Irving: danke für dieses buch.
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