33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr gelungener Psychothriller, 15. Oktober 2007
= Spaßfaktor:1.0 von 5 Sternen
Rezension bezieht sich auf: Overclocked - Eine Geschichte über Gewalt (DVD-ROM) (Computerspiel)
Overclocked ist ein klassisches Point and Click Adventure von den Machern von The Moment of Silence, das bei genauerer Betrachtung doch nicht ganz so "klassisch" ist. Der forensische Psychiater David McNamara wird beauftragt eine Gruppe von Jugendlichen zu untersuchen, die völlig verstört in New York aufgetaucht sind und an Amnesie leiden. Mit einer speziellen Methode versucht David McNamara herauszufinden was mit den Jugendlichen passiert ist. Nach und nach erfährt er, was den 5 Patienten in den letzten Tagen zugestoßen ist. Er selbst hat dabei ebenfalls mit privaten Problemen zu kämpfen, da seine Ehe völlig kaputt zu sein scheint und seine Frau die Scheidung eingereicht hat.
Was einem sofort auffällt sind die verschiedenen Charaktere im Spiel, die wirklich ausgefeilt und durchdacht wirken. Es gibt fast keine eindimensionalen Figuren. Jeder hat eine Geschichte, eine Persönlichkeit und wirkt realistisch. Man merkt, dass die Entwickler große Filmfreunde sein müssen, denn das ganze Spiel steckt voller Andeutungen an diverse Filme. Die Handlung erinnert an Filme wie Memento, A History of Violence oder Jacobs Ladder. In der Psychiatrie ist eine Krankenschwester, die eine Nahe Verwandte einer gewissen Schwester Ratched aus Einer flog übers Kuckucksnest zu sein scheint. Auch die Handlung, der Spannungsaufbau und die erzählerischen Stilmittel erinnern an einen Spielfilm.
Die Grafik ist schön, aber nicht überragend. Die verschiedenen Umgebungen sehen fast alle gut aus und passen in die Athmosphäre des Spiels. Die Musik ist wunderbar athmosphärisch und trägt sehr viel zur mysteriös-melancholischen Grundstimmung des Spiels bei. Die Sprecher machen ihre Sache gut, auch wenn manchmal etwas seltsame Pausen zwischen den Sätzen vorkommen können, die nicht so recht in den Zusammenhang passen.
Aber nun zur Hauptsache des Spiels. Die Rätsel sind gelinde gesagt einfach. Der Schwierigkeitsgrad ist selbst für vollkommen unerfahrene Adventurespieler extrem niedrig. Das Seltsame ist aber, dass das einem nichts ausmacht! Die Geschichte ist derart spannend erzählt, dass das gar nicht störend auffällt. Die Handlung ist einfallsreich, überrascht immer wieder mit unerwarteten Wendungen und lässt einen nicht selten mit offenem Mund inne halten. Ich hatte an mehreren Momenten wirklich eine Gänsehaut. Dabei verzeiht man der Handlung auch so manches Klischee, wie zum Beispiel den mürrischen New Yorker Cop mit dem Trenchcoat, der mit der Presse auf dem Kriegsfuß steht, oder den Barmann, der natürlich ein guter Zuhörer ist und auch sehr gerne mal als Kummerkasten her hält. Im Laufe des Spiels steuert man insgesamt 6 Charaktere, die sich alle grundlegend unterscheiden. Man übernimmt also nicht nur die Rolle des Psychiaters, sondern auch die der 5 Patienten. In diesem Spiel wird sehr viel gesprochen und man sollte wirklich sehr genau hinhören. Die Dialoge sind einerseits wichtig, wenn man die Rätsel lösen will, andererseits versäumt man die gesamte Handlung, wenn mann die Dialoge einfach wegklickt.
Lange Laufwege gibt es nicht und die Hotspots kann man sich auf Wunsch anzeigen lassen. Damit wurden 2 entscheidende Mankos von The Moment of Silence behoben.
Schlussendlich kann man behaupten, dass mit Overclocked ein absolutes Highlight vorliegt. Selten wurde eine Geschichte so gelungen erzählt und präsentiert. Die Figuren sind vielschichtig und komplex. Die Handlung ist einfallsreich und der Spannungsbogen steigt kontinuierlich an. Man gewinnt immer mehr Erkentnisse über das Innenleben der Charaktere. Das Spiel hat einige bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit Reprobates. Allerdings macht Overclocked all' das richtig, was Reprobates falsch macht.
Eine ganz klare Kaufempfehlung von mir. An die beiden Platzhirsche Black Mirror und The Moment of Silence kommt das Spiel zwar nicht ganz heran, aber der Abstand ist hauchdünn!
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Gelungener, aber zweitweise etwas zäher Thriller, 10. April 2008
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen
Rezension bezieht sich auf: Overclocked - Eine Geschichte über Gewalt (DVD-ROM) (Computerspiel)
Mit diesem Titel ist den Machern von Anaconda zunächst einmal ein richtig gutes Thriller-Adventure gelungen. Grafik, Sound und Steuerung können sich sehen lassen, es gibt keine nennenswerten Programmfehler und die Story ist richtig spannend. Die Rätsel sind nicht ganz so beeindruckend, gehen aber in Ordnung. Toll gemacht: In den Erinnerungspassagen der jungen Menschen die der Protagonist in der Psychiatrie besucht, um hinter ihr Geheimnis zu kommen, schlüpft man selbst in die jeweilige Rolle und spielt aus Sicht der einzelnen Patienten. Das bringt ganz neue Herausforderungen mit sich und ist abwechslungsreich.
Leider hat das Spiel aber auch ein paar Haken: Zum einen ist die Parallelgeschichte über die Familienprobleme des Protagonisten sehr durchschaubar gemacht (was sie bald zum lästigen Beiwerk werden lässt), zum anderen ist die Zahl der Schauplätze sehr begrenzt und man legt ständig immer wieder die gleichen Wege zwischen weniger als einem Dutzend Orte zurück. Zudem wird das Spiel im späteren Verlauf zeitweise recht zäh, wenn man fast nur noch mit seinem Diktiergerät zwischen den einzelnen Zimmern hin und her rennt, um den einzelnen Patienten Erinnerungen der anderen vorzuspielen und in Folge dessen an weitere Erinnerungsstücke zu gelangen. Da zur gleichen Zeit die Rückblenden immer kürzer und ähnlicher werden, worunter Action und Spannung deutlich leiden, braucht es hier schon was Geduld und Durchhaltevermögen. Wer beides mitbringt, der kann sich jedoch auf ein eigentlich gut gemachtes Thriller-Adventure freuen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Geniale Story, 21. November 2007
= Spaßfaktor:1.0 von 5 Sternen
Rezension bezieht sich auf: Overclocked - Eine Geschichte über Gewalt (DVD-ROM) (Computerspiel)
Die Story ist extrem spannend erzählt. Ich war bis zum Ende gefesselt. Auch die Auflösung ist gut. Den Hauptcharakter fand ich mit seiner dunklen Vergangenheit faszinierend. Mein einziger Kritikpunkt sind die Rätsel. Die Rätsel bauen zu stark auf die Tagebuch-Aufzeichnungen des Psychiaters, die man immer wieder den Patienten vorspielen muss, um neue Erinnerungen bei ihnen auszulösen. Das fand ich wenig unterhaltsam, so dass ich öfter zur Komplettlösung gegriffen habe. Dennoch empfehle ich das Spiel auf jeden Fall weiter, weil die Story das verschenkte Rätsel-Design mehr als wett macht.
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