Wie die meisten englischen Bands in den 60ern durchliefen die Yardbirds zwischen Anfang, Mitte und Ende des Jahrzehnts genau drei verschiedene Phasen ihrer Entwicklung. Im Falle der Yardbirds war die erste inspiriert durch die Gastauftritte originaler Bluesmusiker aus den USA. Ihr damaliger Leadgitarrist, Eric Clapton, nahm sich dieses Genre sehr zu Herzen. Mit ihrem zweiten, Jeff Beck, konnte die Band besser auf die Innovationen im Bereich Popmusik, ausgelöst vor allem durch die Beatles, reagieren. Mit ihrem dritten, Jimmy Page, war die Psychedelic-Phase erreicht, die leider mit der Trennung der Band endete. "Over Under Sideways Down" bildet den musikalischen und kreativen Höhepunkt von Phase 2. Keith Relf, Jeff Beck, Chris Dreja, Paul Samwell-Smith und Jim McCarty swingten wie nie zuvor (besonders auf dem Titelstück) und experimentierten in mehrere Richtungen. Unter den Titeln "Over Under Sideways Down" (in den USA) und "Roger The Engineer" (in GB) erschienen, ist dieses das eigentlich einzige wirkliche Album dieser wegweisenden Formation. Auf der CD ist auch der phänomenale Übergang zu Phase 3 zu hören, nämlich mit Jeff Beck UND Jimmy Page als Double-Lead auf "Happenings Ten Years Time Ago". Die Yardbirds waren nicht nur eine Vorstufe zu Led Zeppelin! Wenige Künstler dieser Zeit haben solch eine hohe Kreativität und solch ein musikalisches Können erreicht wie diese Band. 10 Sterne!