Die Newcomer aus der Schnittmenge älterer RUSH und Iron Maiden, mit vielen Beigaben aus der Hard Rock Szene der 70er und 80er ist zurück.
Und die Farben haben sich verändert.
War das Debut "Utopia" - ein Konzeptalbum im Stile von Orwell's 1984,
- ein bläulich-silbern schimmerndes, die Zukunft behandelndes, fein geführtes Storyboard, mit Samples und Zwischenspielen. Ein 30 Minuten dauernder Longtrack, unterteilt in verschiedene Abschnitte (+ 2 weitere alleinstehende Longtracks).
So haben wir es diesmal mit einem erdig bräunlich-grünen Werk zu tun, einem Album mit einzelnen, eigenständigen Songs, die alle für sich stehen (Ausnahme das Eröffnungs-Doppel), voller Fantasy und Abenteuer Elementen und eher in einer Welt des Bodenständigen angesiedelt.
Willkommen zurück , Jungs. Die Band, die nur aus den beiden Master-Minds JIM - Drums, und Jeff - eigentlich alles weitere, besteht.
Und so nehmen Jeff und Jim uns ein weiters Mal mit in Ihre Welt.
Und wieder ist es eine Eigenproduktion, wurde im Alleingang komponiert und eingespielt - mit bemerkenswerter Sound. Weder glatt, noch kalt, nicht steril - sondern etwas roh belassen, natürlich und differenziert. Gerade im Gesangs-Bereich kann man die Verbesserungen deutlich erkennen.
Es sind zwar an allen Ecken und Kanten die Einflüsse eines Geddy Lee (Rush) zu erkennen - und doch klingt Jeff inzwischen eigenständig, selbstsicherer als auf dem Vorgänger, direkter - wie er überhaupt die hohen Screams eines Geddy Lee nicht anwendet.
Für ein Debut Album hast Du ewig Zeit, für den Nachfolger nicht mehr.
So dauerte es gerade mal ein knappes Jahr bis HoC ihr Zweitwerk stemmten. Und diese kurze Zeit war wohl sehr fruchtbar.
Das Album geht weiter als Utopia - die straighteren Stücke, wie "Black Riders" (klasse Gitarren Solo) oder das stampfende "Erik" betonen noch stärker das hart rockende Element.
Mit "Blue Planet" steht eine Nummer mit starkem AOR Einschlag auf dem Silberling.
"Over Mountain" und "Under Hill" sind noch vertrackter als gewohnt, sehr progressiv, mit langer Instrumental-Passage - KLASSE
Und die beiden anbetungswürdigen Longtracks "Lost at sea" und "The Mountain King" sind epischer und verpielter als auf dem Debut.
Die Instrumental-Nummer "The King And His Steel" rundet zusammen mit der Iron Maiden Coverversion "Revelations" das Werk ab.
Und doch ist das Album sperriger, möchte erarbeitet werden - und das ist gut so. Nach mehrmaligem Anhören erkennt man dann die ganze Klasse der Kompositionen. Hier wird eine nahezu perfekte Symbiose von Hard Rock und Metal zelebriert und zwar mit einer Leichtigkeit, die nicht zu begreifen ist. Meistens wirkt es so leichtfüssig, dass man die wahnsinnige Leistung, die hier geboten wird, gar nicht bemerkt. Es wirkt sehr dynamisch, bietet Dramatik und epische Strukturen.
Als Beispiel mag der bis dato beste Song der Band "Lost at Sea" dienen.
Eine kleine akustische Gitarrenweise, unterlegt mit den ersten Textfragmenten eröffnet, doch dann der Break, und ein famoses Riffing treibt den Song an, immer wieder mit phantastischen Leads aufgelockert, immer neue Gitarrenspuren, epische Höhen, doppelläufige Harmonien, langer Instrumentalpart, der in bester Iron Maiden Manier kumuliert - das ist aussergewöhnlich, das ist grandios.
Dann wird der Song balladesk, wehmütig, die nächsten Melodien für die Ewigkeit werden eingestreut, und zwar locker aus dem Handgelenk. Das Ganze wird durch den traurigen, wehmütigen Text unterstützt, nur um am Schluß wieder beim akustischen Anfangsthema auszuklingen.
Eine irre, abwechslungsreiche Achterbahnfahrt voller grandioser Momente, mit wahrlich großer Gesangs- und Spiel-Leistung.
Und dann "The Mountain King" - große Momente der Musik sucht man oft vergebens, hier gibt es sie zu Hauff. Ein durchweg ruhiger Song mit Gänsehaut-Melodien, wieder diese Doppel-Leadgitarre - ergreifend, berührend, spirituell.
Dies ist souverän und selbstbewusst, so selbstbewusst das man sich als Abschluss-Nummer an"Revelations" von Iron Maiden versucht.
Dicht am Original gehalten wird hier eine meiner Lieblings-Nummern dargeboten.
Interessant, wie hier der latente Rush Einfluss in Jeffs Stimme mit den Maiden Harmonien verflochten wird. Ich bin beeindruckt.
Beeindruckt von dieser Hommage an die Band, Ausdruck von Verbundenheit und Liebe zur Musik.
Von der musikalischen Reife der Beiden - dem Selbstverständnis der Leistung und dem Können.
Hier blitzt an allen Ecken immer wieder musikalisches Genie durch - glaubt es und verbreitet das Wort!
- "Over The Mountain, Under The Hill".
FAZIT
EIN ALBUM, WELCHES MIT JEDEM WEITEREN DURCHGANG MEHR OFFENBART,
IMMER STÄRKER WÄCHST UND DICH BELOHNT. ABWECHSLUNGSREICH - EPISCH - ROCKIG - EINZIGARTIG