Mit dieser Frage wird Todd Anderson(Josh Hamilton) in Indien empfangen. Am Anfang ist die Frage für Todd, der von den Indern, in Anbetracht der Tatsache, dass sie Schwierigkeiten mit der Aussprache haben, nur Mr.Tod genannt wird, nur schwer zu beantworten. Was würden sie sagen, wenn ihr Boss sie aus dem sicheren Job in Seattle ans indische Ende der Welt versetzt hätte? Todd ist Marketingleiter eines Unternehmens, das vorwiegend Kitsch, Firlefanz und Krimskrams an die amerikanische Bevölkerung verhökert. Todds Bosse sind schnell darauf gekommen, dass man in Indien ein Callcenter zum Vertrieb der Artikel für ein Zehntel des Geldes betreiben kann. So wird das Callcenter "outgesourced" und Todd darf seinen indischen Nachfolger einarbeiten. Sollte er sich weigern, verliert er seine Aktien, seinen Job und seine Altersabsicherung. So beißt Todd in den sauren Apfel und begibt sich nach Indien.
Was den biederen, völlig auf den amerikanischen Lifestyle eingestellten, Todd dort erwartet, ist mit dem Wort Kulturschock nur unzureichend beschrieben. Sein Assistent Manager Purohit(Asif Basra) ist ein ziemlich netter Kerl, aber es hapert doch noch gewaltig mit der amerikanischen Sprache. Die Taxis erinnern Todd an Gokarts und seine neue Unterkunft, bei Purohits Tante ähnelt einem Tempel aus 1001 Nacht. Im Callcenter steht eine Kuh, die eingesetzten indischen Telefonisten sprechen entweder schweren Akzent oder flirten mit den Anrufern. Und die Dauer eines Verkaufsgesprächs liegt im Schnitt bei 15 Minuten. Als Bonus erfährt Todd ziemlich schnell am eigenen Leib, was man ungefährdet essen kann und was lieber nicht. Mit diesen Vorgaben soll Todd ein Topcallcenter mit einem Verkaufsgesprächsschnitt von 6 Minuten aufbauen. Als Todd versucht, die Mitarbeiter auf amerikanische Art und Weise zu motivieren, stösst er schnell an seine Grenzen. Die hübsche Asha(Ayesha Dharker) gibt ihm den Tipp: "Informieren sie sich über Indien." Als Todd genau das macht, und sich nebenbei noch in Asha verliebt, entsteht mitten in der indischen Wildnis ein Callcenter, dass alle Rekorde bricht. Gerade als Todd anfängt, sich wohlzufühlen, muss er schmerlich erkennen, dass Outsourcing ein permanenter Prozess ist...
Outsourcing ist eine liebevoll inszenierte Komödie mit nachdenklichen Momenten und einer Menge schräger Charkatere. John Jeffcoat hat es geschafft, ein globales Problem in ein Kostüm menschlicher Schwächen und Beziehungen zu packen, und uns damit einen neuen Blickwinkel auf das Problem eröffnet. Wie Todd Anderson mit wehenden amerikanischen Fahnen sprichwörtlich im indischen Alltag untergeht, das entbehrt nicht eines gewissen Charmes und hintergründigen Humors. Gerade die Szenen, in denen Sprachbarrieren zu skurilen Ereignissen führen, sind die Highlights des Films. Nebenbei lernt man noch eine Menge über Indien. Den Kommentaren meiner Vorrezensenten, die anscheinend schon in Indien waren, kann ich entnehmen, dass Jeffcoat das Land gut getroffen hat. Einziges kleines Manko: Die Geschichte ist(natürlich) vorhersehbar. Das trübt den hervorragenden Gesamteindruck allerdings nur wenig. Mit Outsourced ist man unterhaltungstechnisch an einem DVD Abend ganz sicher gut bedient. Freuen sie sich darauf!