Zur Story:
Der Oberboss Sekiuchi findet es gar nicht toll, dass einer seiner Unterbosse (Ikemoto) sich mit einem Unterboss eines anderen Clans (Murase) verbrüdert hat. Für Ikemoto heißt es handeln. Um nicht in Ungnade zu fallen weist er Otomo (Kitano) an etwas stunk bei Murase zu stiften damit dieser letztendlich etwas Geld abdrückt und Sekiuchi besänftigt wird. Was keiner ahnt: Sekiuchi plant eine größere Umstrukturierung seines Clans und hetzt seine Unterbosse gegeneinander auf.
(Spoiler werden im Weiteren vermieden)
Die Story ist sehr gut und durchdacht, allerdings sollte man sich vielleicht ein wenig über die Hierarchien in Japan anlesen, da sonst das Agieren mancher Personen nicht verstanden werden könnte.
Kitano zeichnet die Yakuza als das was sie heute größtenteils sind: eine Gewaltorganisation die tötet ohne mit der Wimper zu zucken. Wer eine romantische Sichtweise der Yakuza sehen möchte, der sucht an einer anderen Stelle weiter. Damit wären wir beim ersten von 2 Punkten die mir nicht gefallen: die Gewalt. Es geht mir nicht um die Gewalt per se, sondern darum, dass sie stellenweise ohne Rechtfertigung geschieht. Aus heiterem Himmel auf einen Rangniederen einzutreten nur weil man die Macht dazu hat passt in meinen Augen besser zu irgendwelchen von LAs zugedröhnten Gangmitgliedern. Etwas mehr Mühe wäre hier angebracht gewesen - obwohl das Ganze an nur wenigen Stellen vorzufinden ist und es den meisten wohl eh nicht auffallen wird. Das zweite Problem ist der, meiner Meinung nach, von sehr weit hergeholte Storystrang mit dem ghanaischen Botschafter. Nicht nur dass es recht unrealistisch ist, zusätzlich scheint der Botschafter der schlechteste Schauspieler der Welt zu sein (kein Witz). War das wirklich nötig? Wenn ja, konnte man keinen besseren schwarzen Schauspieler finden der japanisch spricht? Und der Logikfehler bei der Polizeikontrolle? Das trübt den Film für mich etwas, weshalb ich den Film fast mit 4 Sternen bewertet hätte.
Weiterhin ist beim Schauen eine gewisse Portion Konzentration angebracht, um bei der Fülle an Namen nicht den Überblick zu verlieren. Meine Empfehlung: Auf japanisch schauen und die deutschen Untertitel einschalten. So bekommt man neben den gelesenen Namen (behält man besser) auch das authentische Japanfeeling, was bei der käsigen deutschen Synchro verloren geht.
Zur BD:
Die Limited Edition kommt in einem schicken Hardcover mit einigen bebilderten Seiten und Texten zur Entstehung des Films. Links von diesen Seiten (fest verbundenes Booklet) befinden sich die Outrage BD und DVD welche in Plastikclips gehalten wird. Rechts von dem Booklet befindet sich die Bonus DVD von "Das Meer war ruhig" in derselben Halterung.
Das FSK 18 Zeichen befindet sich nur auf dem Flyer der an dem Hardcover angebracht wurde und sich leicht entfernen lässt.
Das Bild ist recht gut, aber mir etwas zu wechselhaft. Außenszenen wirken fast grundsätzlich schlechter als Innenszenen. Zumindest sieht man, dass man eine BD vor sich hat - was bei vielen Neuveröffentlichungen nicht der Fall ist.
Fazit:
Takeshi Fans greifen zu und bereuen nichts. Kritische Fans (wie ich) sind mit dem Ergebnis nicht 100% zufrieden, aber gefallen werden sie trotzdem daran finden, vor allem wegen der schön verzweigten Story.
Wer den Preis für zu hoch hält, sollte bedenken, dass hier 2 Filme geboten werden. "Das Meer war ruhig" spielt zwar nicht im selben Genre mit, ist aber typisches Kitano-Kino: minimalistisch, ruhig, statisch, lebensbejahend und gewaltig - jedoch nur für anspruchsvolle Filmfreunde.
Für mich hat es sich gelohnt.