Jan Wigger, SPIEGEL Online, 15 Juni, 2010
Letztens wieder einen dieser unnachahmlichen Dale-Carnegie-Sätze des Feelgood-und-Surf-Titanen Jack Johnson gelesen: "Das Wichtigste ist es, einfach happy zu sein, und zwar Hier und Jetzt." Ist es nicht crazy, wie einfach das Leben sein kann? Jahrelang hat Johnson geschwiegen und sein Surfbrett poliert, plötzlich fasst er das Sein und das Nichts zwischen zwei perfekten Wellen zusammen. Können wir also jetzt, wo die Weltformel gefunden ist, den Laden endlich zumachen? Nein, denn noch muss jemand Johnson vors Schienbein treten und ihm "Outlaster" von Nina Nastasia auf den iPod spielen. Über die kargen, freudlosen Kompositionen der herbschönen Amerikanerin haben wir an dieser Stelle schon oft berichtet, doch "Outlaster" unterscheidet sich deutlich von den schütteren Klanglandschaften früherer Tage: Immer wieder spukt ein schiefes Orchester durch die Stücke, eine Art morbide Variante zu Van Dyke Parks' Arrangement-Arbeiten für Inara George und Joanna Newsom. Auch wenn Nina Nastasia jetzt mehr Instrumente benutzt (oder benutzen lässt), bleibt ihr Blick stets skeptisch: Der Weg ist weit, die Luft ist dünn, und der Henker feiert nicht. (7) (SPIEGEL Online)
Kurzbeschreibung
Nach ihrem großartigen Solo-Album "On Leaving" (2006) und dem atemberaubenden Collabo-Album "You Follow Me" (2007) mit Jim White von Dirty Three meldet sich Nina Nastasia nun mit einem neuen Meisterwerk zurück: "Outlaster" wurde in Chicago von Produzentenlegende Steve Albini (Nirvana, Pixies, Bush, PJ Harvey, The Breeders u.v.a.) produziert. Darüber hinaus konnte Nina Nastasia auch den begnadeten Multiinstrumentalisten und Arrangeur Paul Bryan (Grant Lee Buffalo, Aimee Mann, Lucinda Williams, Alllen Tourssaint), sowie Jeff Parker (Gitarre/Tortoise) und Jay Bellerose (Drums/T-Bone Burnett, Joe Henry) für ihr Dream-Team engagieren. 10 Songs, die vertrackte Stories erzählen, ungemein vielschichtig, exzellent arrangiert und herzergreifend gesungen.