Der Titel meiner Rezension soll nichts Negatives ausdrücken. Schließlich ist zum Themenbereich Survival längst alles Wissenswerte mehrfach in Büchern veröffentlicht. Allerdings suggeriert der Titel, dass hier ein "Special" über Messer vorliegt. Das stimmt so nicht.
Dass wir uns richtig verstehen: Der Autor weiß definitiv, worüber er spricht. Er beleuchtet das Thema Survival sehr praxisorientiert und kenntnisreich. Aber mit dem Thema Messer setzt er sich eher kurz und für meinen Begriff sehr subjektiv auseinander. Ähnlich wie er hat sich zum Thema der Pfadfindervater Hans von Gottberg vor Jahrzehnten schon geäußert.
Bestes Beispiel: die empfohlene Klingelänge! Als Credo immer der altväterische Rat "nicht unwesentlicher länger als die Handbreite". Ich weiß, der Meinung kann man sein und man darf das natürlich auch sagen. Aber wer schon gesehen hat, wie ein Yanonami-Indianer mit einer riesigen Machete feinste Blasrohrpfeile zurichtet, kann unmöglich behaupten, man käme in der Wildnis am besten mit einer gesetzeskonformen 10cm-Klinge zurecht.
Viel besser wäre gewesen, die Einsatzmöglichkeiten mit verschiedenen Messertypen anhand der richtigen Technik, mit deren Vor- und Nachteilen darzustellen.In einer Zeit, in der die Jugend kaum noch ein Brotmesser richtig zu handhaben weiß, wäre der Nutzwert des Büchleins erheblich höher gewesen. Dazu wird aber kein Wort verloren. Statt dessen die meiner Ansicht völlig platte Empfehlung, der Leser soll sich nach jahrelanger Erfahrung mit Billigmessern ein Exemplar von einem Messermacher "maßschneidern" lassen. Dazu gibts ein Bildchen seines eigenen Custom-Messers. Alles was ich sehe, sind Form und Abmessungen eines einigermaßen soliden Küchengebrauchsmessers. Ich stelle selbst Messer in Handarbeit her und wüsste nicht, was dieses Messer von herkömmlichen Serienmessern, beispielsweise nordischer Herkunft, unterscheiden sollte. Außer dem Preis natürlich.
Insgesamt ist das Buch ok, der Titel ist jedoch irreführend. Man muss annehmen, dass er einen bedenklichen Kaufanreiz darstellt, der das Buch aus der großen Masse einschlägiger Lieratur herausheben soll. Und das ist nicht ok!