Manuela Martini ist mit ihrem ersten Buch ein ganz grosser Roman gelungen: Die Geschichte ist spannend, bis zum Schluss weiss man nicht, wer der Mörder ist (oder sind es doch mehrere Mörder?). 20,30 Hauptpersonen treten auf, und doch alle verschieden, glaubhaft menschlich, glaubhaft interagierend. Immer ist die Geschichte komplex genug, um das Spannungslevel hochzuhalten, aber nie ist so kompliziert, dass man den Faden verliert.
Die Faszination der Leere des australischen Outback fängt sie plastisch ein. Das Verhältnis der Aborigines und weissen Australier, zwischen Küstenaustraliern und abgebrühten Buschbewohnern schimmert immer durch, man versteht alle Seiten.
Ich wünsche der Autorin, dass das Buch ins Englische übersetzt wird. Kein Australien-Reiseführer oder selbst Bill Bryans Down Under fängt die Faszination des Landes besser ein, erklärt die Zusammenhänge verständlicher als diese spannende Kriminalgeschichte im australischen Busch.