Out in LA von 1994 ist keine "reguläre" RHCP-CD, sondern wurde eigenmächtig von der Plattenfirma veröffentlicht, als die Band zu dieser Zeit de facto nicht mehr existierte: Die Gitarristen wechselten mehrfach nach dem Weggang John Frusciantes im Jahre 1992 (dem Gitarrengott des legendären BLOODSUGARSEXMAGIC 1991) - bis schließlich Dave Navarro einstieg, der 1995 ONE HOT MINUTE einspielte.
Die Scheibe startet mit reichlich skurilen Maxi-Versionen früherer Lieder aus den 80er Jahren (Higher Ground, If you want me to stay...), deren Remixes ziemlich orientierungslos und weitschweifig wirken.
Interessant wird die Platte jedoch mit den Live-Versionen F.Y., Special Secret Song und dem Hendrix-Titel Castles made of sand, die die Band von ihrer besten Seite zeigen. Stimmungsvoll gehts dann mit Demoversionen vom Debütalbum weiter, deren (Bass-)Sound besser als auf der damaligen Studio-LP rüberkommt: Green Heaven, Out in LA, Police Helicopter und Nevermind sind energiegeladen und überzeugen durch harte Raps - haben aber fast nichts mit den heutigen RHCP zu tun (CALIFORNICATION, BY THE WAY)!
Leider behält die Platte dieses Niveau stellenweise überhaupt nicht bei. Die Band wartet mit Weisheiten (=Totalausfällen) wie "You always sing the same", "Flea", "Deck the Halls" oder "Stranded" auf (Stranded on a toilet bowl - what are you gonna do when you're stranded and there's nothing on the roll? - To prove you're a man you must wipe it with your hand...)
Dafür gibt es aber zur Entschädigung das von Anthony Kiedis gerappte und vom Bassisten Flea geslappte, geniale "What it is" sowie Flea's urkomischen "Blues for Meister", einem Stück über eine überfahrene Katze - "squashed by the rear of a Cadillac".
Letztlich ist diese CD nur eingefleischten (= alten) RHCP-Fans zu empfehlen, die die Band für ihre stampfenden Beats, harten Gitarrenlicks und wilden Slap-Bass-Attacken verehren. Balladen wird der Hörer jedenfalls vergeblich suchen - und dafür gibts von mir 4 Punkte - durch die rosa Brille.