Allen evtl. vorhandenen Zweifeln, JORN könnte nach dem überragenden und unerreichbar scheinenden MASTERPLAN Werk eh nur mehr enttäuschen zum Trotz, knattert gleich der Opener „Young Forever“ dermaßen riffig und rockig aus den Boxen, dass es mich spätestens bei den ersten heiligen Schreien des XXL Coverdale unserer Zeit aus dem Stuhl schmettert. Eine fulminant groovende Nummer mit superben Gesangslinien, Höllenriffs und tollem Höhepunkt - der perfekte Einstieg.
Was darauf folgt ist ausschließlich vom Allerfeinsten! Flankiert von renommierten Musikern (Duo Lofstad/Kristoffersen von PAGAN’S MIND und HAMMERFALL Basser Magnus Rosen) exerziert JORN allen Möchtegernrockern wie man ausschließlich sagenhaft aufgebaute Übersongs voller Niveau, Klasse und packenden Melodien kreiert.
Eingängige Nummern wie der angenehm als Halbballade beginnende Titeltrack, der spontanst in recht sperriges Chorustum übergeht, überragende Midtempohymnen wie „Something Real“ oder „Vison Eyes“ geben sich mit mächtigen Groovehämmern der Marke „One Day We Will Put Out The Sun“ und vielschichtigem Material a la „Through Day And Night“ ein abspritztaugliches Stelldichein. Wie selbstverständlich gibt’s mit „Behind The Clown“ und dem stimmungsvollen „When The Angel Wings Where White“ zwei schön balladeske Nummern und mit „Rock Spirit“ eine deutliche Hommage an die 80er Hard Rock Szene, die mit witzigem Text überzeugt, cool grooved und sich mit ihrem partytauglichen Refrain zu einem amtlichen Live Hit mausern wird. Den Höhepunkt dieser durchwegs perfekten Scheibe stellt aber wohl das beklemmende „Living With Wolfes“ dar. Tonnenschwere Riffs, ein extraordinärer Refrain mit super Wechseln und mit den wohl intensivsten Gesangslinien überhaupt fesseln von der ersten bis zur letzten Sekunde. Perfekt!
Die ultrafett produzierte Scheibe ist absolut dicht, lässt den Hörer zwar gleich beim ersten Durchgang wissen, dass jeder Ton würdig ist und für massenhaft Ohrgasmen sorgen wird, erschließt sich aber erst nach einigen Durchläufen komplett. Über die überirdische Vokal Performance des, spätestens seit ARK ultimativ besten Shouters unserer Zeit zu schwärmen kann man sich ersparen - sie ist gewohnt gefühlvoll wie intensiv und macht wieder mal den größten Unterschied zur Konkurrenz aus!
Nach dem starken aber fast zu vielschichtigen und genreübergreifenden „Worldchanger“ hat Master Lande nun also wohl genau seine Linie gefunden und bietet das bis heute homogenste Album voller klassischer Hard Rock Kost, die im mächtigst Power artigen Gewande präsentiert wird und somit wohl nicht nur eingefleischte Traditionalisten begeistern sollte.
„Out To Every Nation“ ist ehrlich, hart, niveauvoll, bodenständig und trotzdem absolut zeitgemäß – genau so soll ein Rock Album im Jahre 2004 klingen !