Eigentlich ist es der falsche Zugang zu einer Band und doch ist es bei mir das erste Fountains of Wayne-Album: Bei dieser Doppel-CD handelt es sich nämlich um eine Zusammenstellung von B-Seiten und Raritäten.
Nun - auch wenn ich daher keinen Bezug zu anderen Alben der Band herstellen kann, auch sonst finden sich in dieser Hinsicht genug Bezugspunkte. Das Genre heisst eindeutig Power-Pop und in einem Radio-Schnipsel auf der ersten CD ist auch explizit davon die Rede.
Das Referenzmodell in dieser Klasse ist für mich ganz klar Weezer, ansonsten kommen mir Nada Surf und OK Go in den Sinn.
Im Vergleich mit allen drei Bands ist die Musik hier etwas radiotauglicher. Der Gitarrensound ist seltener wirklich hart, oft sind Synthies dazugemischt und manchmal dominiert auch die akustische Gitarre. Handwerklich alles sehr gut gemacht, nur bei Britney Spears "One more time" hätte man sich Spannenderes gewünscht.
Die Songwriter-Qualitäten sind eindeutig zu hören und wenn auch keine wirklichen "Killer"-Songs drauf sind, es handelt sich schliesslich um B-Seiten. Daher ist auch die stilistische Vielfalt insgesamt gross: Ein Vaudeville-Song auf Klavierbasis findet sich ebenso wie klassischer Country-Sound oder Psychedelic-Pop mit indischen Klängen - jeweils aber nur für einen Track. Fountains of Wayne schaffen es auch, ein Doppelalbum zu füllen, ohne langweilig zu werden oder Längen entstehen zu lassen.
Und sollte ein Radiomoderator unter den Hörern sein, wird ihm in einem Kurz-Interview eindrücklich klar gemacht, dass man sie besser nicht live ins Studio laden sollte.